Mordsand - Cover

Verbrechen und ungeahnte Folgen

Mordsand von Romy Fölck

Frida Paulsen und ihr Kollege Bjarne Haferkorn werden zu einem ungewöhnlichen Tatort gerufen: Aus dem Uferschlick einer Elbinsel ragt ein Schädel heraus. Die Leiche wurde vor rund dreißig Jahren sitzend eingegraben. Kurz darauf wird ein weiterer Toter gefunden. Diesmal ist es ein bekannter Bauunternehmer, der sicher ein paar Feinde im Umfeld hatte. Die Ermittlungen kommen nicht so recht voran, weil zu wenig Anhaltspunkte offensichtlich sind. Das Team der Itzehoer Kriminalpolizei muss weit in die Vergangenheit schauen, um die Täter ausfindig zu machen. Dabei eröffnet sich ein grausiges Bild Ostdeutscher Geschichte.

Romy Fölck lässt ihr Team das vierte Mal in den Marschgebieten der Niederelbe ermitteln. Die düstere, leicht verhangene Umgebung ist die richtige Kulisse, um eine Leiche verschwinden zu lassen. Die fiktive Insel Bargsand gibt nun nach fast dreißig Jahren ihr Geheimnis preis. Atmosphärisch dicht verfolgt man die Bemühungen der Spurensicherung, die kleinsten Hinweise auf den Täter zu finden. Torben Kielmann, Gerichtsmediziner und Lebensgefährte von Frida, gerät bei der Tatortsicherung selbst in Lebensgefahr. Die zweite Leiche wurde ebenfalls gefesselt und schnell vermutet man denselben Täter. Bis auch die Kommissare auf die Gemeinsamkeit der Fälle kommen, weiß der Leser bereits, dass der Ursprung im Jugendwerkhof in Torgau liegt. Dieser zweite Handlungsstrang ist bald noch spannender als die Ermittlung auf Bargsand. In Torgau wurden Jugendliche auf das Regime der DDR gedrillt. Die Methoden gleichen denen aus dem Dritten Reich. Die Motive des Mörders machen ihn allerdings nun zum Opfer. Dennoch versteht es die Autorin, ihn lange im Verborgenen zu halten, sodass lange nicht bekannt ist, wer hinter allem steckt.

Die Figuren in dieser Krimiserie sind auch immer mit seelischem Ballast bestückt. Sie wirken dadurch realistischer und man kann mit ihnen mitfühlen. Frida überwindet langsam ihre Angst vor Nähe und auch Cat, eine jugendliche Ausreißerin, wird sicher auf dem Apfelhof zu einem neuen Ich kommen. Fridas Freundin Mo kommt mit dem Bau ihres Boxstudios voran und bestimmt ist bald der abgelegene Hof sehr viel belebter. Den Agierenden scheint die Situation gutzutun. Die Handlung rund um die privaten Entwicklungen ist für den Leser nachfühlbar. Sie sind aber nicht so kompliziert, dass man nicht auch jedes Buch unabhängig der Reihenfolge lesen könnte. Ein knackiger Schreibstil trägt seinen Teil dazu bei, dass das Buch fix ausgelesen ist.

Frida Paulsen und Bjarne Haferkorn ermitteln einen aktuellen und einen lange zurückliegenden Mordfall, ohne zu ahnen, dass alles miteiander verstrickt ist. Der vierte Elbmarsch-Krimi von Romy Fölck ermittelt nicht nur das Verbrechen, sondern erzählt einen Ausschnitt vergangener DDR-Geschichte. Spannung wird mit Historie vereint und wird zum Lesetipp.

Leseprobe

Romy Fölck - Autorin Porträt
© Kerstin Petermann

Romy Fölck wurde 1974 in Meißen geboren. Sie studierte Jura, ging in die Wirtschaft und arbeitete zehn Jahre für ein großes Unternehmen in Leipzig. Mit Mitte dreißig entschied sie, ihren großen Traum vom Schreiben zu leben. Sie kündigte Job und Wohnung und zog in den Norden. Mit ihrem Mann lebt sie heute in einem Haus in der Elbmarsch bei Hamburg, wo ihre Romane entstehen. Ihre Affinität zum Norden kommt nicht von ungefähr, verbrachte doch ihr Vater seine ersten Lebensjahre in Ostfriesland. TOTENWEG ist der erste Band ihrer Krimiserie um die beiden Ermittler Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn. (Quelle: Lübbe Verlag)


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  • Herausgeber: Lübbe
  • erschienen am 26. Februar 2021
  • Gebundene Ausgabe: ‎432 Seiten
  • ISBN-13: ‎978-3785727270
  • Lesealter: ‎16 Jahre und älter

Reihenfolge

  1. Totenweg
  2. Bluthaus
  3. Sterbekammer
  4. Mordsand

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