Frieda und Bjarne ermitteln wieder

Bluthaus von Romy Fölck

Frieda erholt sich von einer posttraumatische Belastungsstörung, an der sie nach den Erlebnissen in ihrem vorherigen Fall Totenweg leidet, auf dem Hof ihrer Eltern in der Elbmarsch. Überraschend erhält sie einen Anruf von ihrer Freundin Jo, die ihr aufgeregt berichtet, dass man ihr wohl einen Mord anhängen wolle. Bevor sich Frieda mit Jo treffen kann, verschwindet diese spurlos. Kommissar Bjarne Haverkorn ermittelt derweil an eben diesem Fall. Eine Frauenleiche wurde in einer Scheune gefunden und bald darauf auch Jos Motorrad in der Ostsee.

Romy Fölck legt mit Bluthaus einen weiteren spannenden Kriminalroman vor, der uns erneut in die Elbmarsch. Mit einem temporeichen und gut lesbaren Schreibstil überrascht sie uns gleich zu Anfang mit einer Leiche, um dann Schritt für Schritt die Verdächtigen zu eliminieren. Nebenbei bekommen auch die Ermittler einige Hürden in ihrem Privatleben zu überwinden. Psychologisch komplex und nicht immer ganz leicht zu lösen, quälen sowohl Frieda als auch Bjarne Probleme. Beide bekommen so authentische Züge und man kann als Leser mit ihnen nachfühlen. Zur manchmal melancholischen Stimmung passen auch die Landschaftsbeschreibungen der kargen Elbmarsch und der Halbinsel Holnis vor der dänischen Seegrenze.

Die Handlung folgt einem stetig steigenden Spannungsbogen. Lange Zeit tappen sowohl die Ermittler als auch die Leser im Dunkeln, wie wohl alles zusammenhängt und welches Motiv dahinter stecken könnte. Immer nur kurz wird in einer Rückblende so viel verraten, dass man wieder ein kleines Puzzleteil zum Gesamtbild erhält. Die Charakteristik der Bewohner als auch der Umgebung wird eingebunden und untermalt den fiktiven Kriminalfall. Das Agieren der Figuren wirkt glaubhaft. Durch die Einblicke in ihr Leben werden auch die merkwürdigsten Verhaltensweisen verständlich. Von daher legt man das Buch möglichst nicht eher aus der Hand, bis man weiß, wie sich alles zugetragen hat.

Bluthaus ist die Fortsetzung von Totenweg. Es ist bei Serien immer ratsam, sie in der chronologisch richtigen Reihenfolge zu lesen, um die Entwicklung der Figuren mitzuerleben. Vieles erklärt sich damit auch ohne große Worte. In diesem Fall kann man aber auch Bluthaus für sich alleine lesen, da die notwendigen Informationen in kurzen Sätzen mit eingeflochten werden, um die nicht immer harmonischen Beziehungen zwischen den Figuren zu verstehen. Der Krimi ist in der Gegenwart nicht allzu blutig, lässt aber dennoch in einigen Teilen die Haare zu Berge stehen. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Fall von Frieda und Bjarne.

Leseprobe


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© Kerstin Petermann

Romy Fölck wurde 1974 in Meißen geboren. Sie studierte Jura, ging in die Wirtschaft und arbeitete zehn Jahre für ein großes Unternehmen in Leipzig. Mit Mitte dreißig entschied sie, ihren großen Traum vom Schreiben zu leben. Sie kündigte Job und Wohnung und zog in den Norden. Mit ihrem Mann lebt sie heute in einem Haus in der Elbmarsch bei Hamburg, wo ihre Romane entstehen. Ihre Affinität zum Norden kommt nicht von ungefähr, verbrachte doch ihr Vater seine ersten Lebensjahre in Ostfriesland. (Quelle: Bastei-Lübbe Verlag)


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  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Ehrenwirth)
  • erschienen am 28. September 2018
  • ISBN-13: 978-3431041118

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