Gegen jedes Gebot - Cover

Bierbrauer und Mörder in New York

Gegen jedes Gebot von Philea Baker

New York, 1874. Inspector Cochrane wird der Diebstahl von mehreren Bierfässern in einer Brauerei gemeldet. Er vermutet, dass es sich hierbei um eine Tat der Konkurrenz handelt. Kurze Zeit später wird er erneut zu einem Tatort gerufen. Der entstellte Körper einer Frau wurde aufgefunden. Als die Krankenschwester Alessa Arlington davon erfährt, erwacht ihr Spürsinn. Die Ermittlungen des NYPD nehmen Fahrt auf und möglicherweise sind beide Fälle miteinander verwoben.

Philea Baker macht Alessa Arlington zum zweiten Mal zur Hauptfigur eines Kriminalfalls. Der Engländerin wurde in der viktorianischen Heimat der Zugang zur Universität verwehrt. Es blieb ihr nichts anderes übrig als sich in New York zum Medizinstudium einzuschreiben. Die junge Frau hat obendrein ein Faible für Kriminalfälle, weswegen sie sich ambitioniert auf die Suche macht. Dabei kommt sie dem Täter zu nahe und wird lebensgefährlich verletzt. Auch Henry Cochrane kommt Stück für Stück der Wahrheit näher. Die deutsch-belgische Autorin lässt ihre Leser allerdings bis zu den letzten Seiten miträtseln. Sie schafft es, jeden Verdächtigen so in die Situation zu verwickeln, dass er sowohl Täter als auch zufälliger Passant gewesen sein könnte. Die Perspektiven wechseln häufig, sodass man stets im Bilde ist, was an anderer Stelle gerade geschieht. Was einerseits dazu führt, dass jede Figur detailliert ausgearbeitet wird, sorgt bei ungeduldigen Lesern möglicherweise für Unmut.

Die Stärke dieses Kriminalfalls ist die sorgsam komponierte Handlung. Viele Lösungen scheinen denkbar; eine kann nur die richtige sein. Während der Fall fiktiv ist, agieren dabei historisch belegte Charaktere. Damit wird das eigentliche Anliegen der Zeit eingebracht. So wird Gewerkschaftsführer Peter McGuire erwähnt, Sophie Lyons und Frederica Mandelbaum. Die amerikanische Metropole wies Ende des 19. Jahrhunderts eine einflussreiche Unterwelt vor, sodass auch vermeidlich ehrenhafte Personen in kriminelle Handlungen verstrickt waren. Die zeitgeschichtliche Entwicklung, Gesellschaftsform und die damit verbundenen Proteste bilden eine lebendige Kulisse für die Taten, was für eine sorgfältige Recherche der Epoche spricht. Die Kriminalistik war seinerzeit noch echte Handarbeit, die eine Schurkengallerie erleichtern sollte. Ein eingängiger Erzählstil sorgt dafür, dass das Buch fix gelesen ist.

Alessa Arlington ist ein zweites Mal in die Ermittlung eines Kriminalfalls involviert. Philea Baker wählte dafür das turbulente New York als Kulisse. Zwischen organisiertem Verbrechen und Arbeiterprotesten lässt sie die Zeit lebendig werden. Der fiktive Fall wird mit vielen historisch belegten Personen bestückt.


© Frank Widmann Fotodesign, Wiesbaden

Philea Baker ist das Pseudonym einer deutsch-belgischen Autorin. Sie schreibt seit ihrer Kindheit Kinderbücher, Krimis, Liebesromane, Komödien und Kurzgeschichten. 2014 veröffentlichte sie unter dem Pseudonym Smilla Ericsson das Jugendbuch „Oskar Eisbein – Der siebte Kontinent“ und 2015 unter ihrem früheren Namen den Kurzgeschichtenband „Nichts Neues in Wicker“. Philea Baker lebt in Wiesbaden. (Quelle: Dryas Verlag)

Baker-Street-Bibliothek – Historische Krimis aus den Anfängen der modernen Polizeiarbeit

Verfügte Sherlock Holmes in seinem Haus in der Baker Street 221b über eine literarische Bibliothek? Wir wissen es nicht. Aber wir stellen uns gern vor, dass er die viktorianischen Krimis dieser Reihe mit Freuden gelesen hätte: Geschichten rund um skurrile Morde, bizarre Motive und eigenwillige Ermittler, die allesamt in einer Zeit spielen, in der die Verbrechensermittlung noch in den Kinderschuhen steckte. 


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  • Herausgeber: ‎Dryas Verlag
  • erschienen am 24. Mai 2021
  • Taschenbuch: ‎404 Seiten
  • ISBN-13: ‎978-3948483265

Das Rezensionsexemplar wurde mir vom Dryas Verlag über Bedey & Thoms Media GmbH zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Meine Meinung hat es nicht beeinflusst.

Reihenfolge:

  1. Gegen die Spielregeln
  2. Gegen jedes Gebot

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