Wahlkampf in Bokau

Heringshappen von Ute Haese

In Bokau soll der nächste Bürgermeister gewählt werden. Arwed Klinger steht als Kandidat zur Verfügung und nervt Privat Eye Hanna Hemlokk mit seinen Plattitüden. Aber dann erreicht sie die Nachricht, dass der Wirt aus der „Heuschrecke“ tot ist. Er wurde von einer Kuh zertrampelt. Außerdem scheint im beschaulichen Bokau ein Horrorclown sein Unwesen zu treiben. Hanna kann aber keine Zusammenhänge erkennen. Während sie noch im Dunkeln tappt und überlegt, wie sie ihrem Liebsten das Dudelsackspielen wieder abgewöhnt, gibt es bereits den zweiten Toten.

Ute Haese hat in diesem achten Fall um ihre Protagonistin die Figuren und Umgebung gut eingeführt. Allerdings findet man sich auch als Quereinsteiger zurecht. Fehlende Informationen aus den Vorgängern werden kurz erwähnt. Der fiktive Ort an der Ostsee scheint nur auf den ersten Blick ruhig. Seine Bürger werden von einem Horrorclown erschreckt. Wer dahinter steckt, soll Hanna möglichst schnell herausfinden. Ihr kommt es viel verdächtiger vor, dass plötzlich eine friedliche Kuh den Gastwirt tottrampelt. Bei ihren Ermittlungen stößt sie auf einen Reichsbürger, der ebenfalls irgendetwas verheimlicht. Dabei stoßen Gesinnungen aufeinander, die für Spannung sorgen. Es gibt also genügend Hinweise, die im Verlauf der Handlung zu einer Lösung führen. Die wahren Beweggründe, die zum Mord führten, bleiben lange verdeckt.

Der Schreibstil ist humorvoll und treibt die Geschichte im angemessenen Tempo voran. Das Krimikonstrukt hält einigen Vermutungen stand und bietet immer wieder Wendungen, die den Leser in die falsche Richtung denken lassen. Die Dialoge lesen sich witzig, ohne in die Komödie abzurutschen. Die schlagfertige Hanna ergänzt sich dabei mit ihren Gesprächspartnern und bietet kurzweilige Unterhaltung. Der Krimi liest sich am besten in einem Rutsch, da man sich dann in Bokau wie zu Hause fühlen kann. So moderat wie der Fall beginnt, bleibt er nicht. Die Spannungsschraube wird stetig angezogen, sodass man irgendwann wirklich wissen muss, wer hinter den Verbrechen steckt. Die Mischung von Spannung und Witz ergibt eine Leseempfehlung.

Leseprobe

Während des 1. Frauen Krimifestivals in Rendsburg hatte ich Gelegenheit, mit Ute Haese über ihre Krimireihe zu sprechen. Knapp zehn Minuten hört ihr davon im

Podcast



Ute Haese, geboren 1958, promovierte Politologin und Historikerin, war als Wissenschaftlerin tätig. Seit 1998 arbeitet sie als freie Autorin und widmet sich dem Krimi- und Satirebereich sowie der Fotografie. Sie lebt mit ihrem Mann am Schönberger Strand bei Kiel. (Quelle: Emons Verlag)


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  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Emons Verlag
  • erschienen am 20. September 2018
  • ISBN-13: 978-3740804213

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