Weihnachtsfest mit einem Engel - Cover

Last Exit to Heilig Abend

Weihnachtsfest mit einem Engel

Maria lebt in einem Seniorenheim. In wenigen Tagen ist Weihnachten. Sie freut sich schon, ihre Enkelkinder wiederzusehen, doch ihr Schwiegersohn und dessen Verlobte haben andere Pläne. Sie wollen lieber in den Winterurlaub fahren, sodass Maria die Festtage alleine verbringen soll. Just in diesem Moment bemerkt sie einen Mann an ihrer Seite. Der behauptet ein Engel zu sein. Er hole sie ab, sobald sein Handy klingelt. Die wenige Zeit, die noch bleibt, will Maria unbedingt mit ihrer Familie verbringen. Deswegen macht sie sich auf den Weg von Hamburg nach München. Das Roadmovie beginnt.

Anja Marschall ist praktisch ein Synonym für perfekt recherchierte Historie und clevere Verbrechen. In dieser Weihnachtsgeschichte sucht man die Leichen vergeblich, selbst wenn man manche Figuren am liebsten ein rasches Ende wünschen würde. Die Protagonistin lebt in einem Altersheim und sehnt sich nach ihrer Familie. Die Distanz zwischen den Wohnorten ist zu groß, dass sie einfach mal vorbeikommen würde. Als deutlich wird, dass sie nur noch begrenzt Zeit mit ihren Lieben verbringen kann, setzt Maria alles daran, sie noch einmal zu sehen. Engel Georg ist an ihrer Seite, kann jedoch von anderen nicht gesehen werden. Sein Anliegen ist es, Maria sicher ins Jenseits zu begleiten, was mit ihren Plänen kollidiert. Mit 80 Jahren ist die Dame noch gut zu Fuß und in Anbetracht ihres nahen Endes auch recht unerschrocken. So scheut sie sich nicht, zu fremden LKW-Fahrern in die Kabine zu steigen, einem Tankstellenräuber ins Gewissen zu reden und der angesagten Gesellschaftsbloggerin dabei noch eine klickwürdige Story zu liefern. Die Handlung ist turbulent und enthält einige Lacher.

Roadmovie fürs Herz

Weihnachtsgeschichten müssen aber auch etwas fürs Herz enthalten. Wenn es früh dunkel wird und überall Kerzenlicht und Tannendekorationen zu sehen sind, muss wenigstens ein Handlungsstrang ergreifend sein. In diesem Fall leidet man ein bisschen mit Maria mit, wenn sie eine weitere Hürde auf dem Weg zu ihren Enkeln überwinden muss. Gleichzeitig möchte man ihren Schwiegersohn Ben schütteln, weil er sich von seiner Verlobten und deren Mutter so manipulieren lässt. Aber eigentlich ist auch klar, wie es am Ende ausgeht. Es ist schließlich ein Weihnachtsfest mit einem Engel, auch wenn Georg sich seine Flügel erst noch verdienen muss.

Der Roman enthält alles, was zu einer adventlichen Lektüre nötig ist: Eine entschlossene 80-jährige, eine mürrische Verlobte, Kinderwünsche und ein Engel. Das ist nichts, was nicht auch schon in anderen Geschichten verarbeitet wurde, aber neu gemischt und kombiniert definitiv eine stimmungsvolle Unterhaltung.

Leseprobe

Anja Marschall - Porträt
© Frauke Ibs

Anja Marschall, geb. 1962 in Hamburg, arbeitete als Erzieherin, Pressereferentin, Journalistin, EU-Projektleiterin, Apfelpflückerin in Israel, Zimmermädchen in einem Londoner Luxushotel und Kioskverkäuferin an den Hamburger Landungsbrücken. Sie veröffentlichte mehrere Spannungsromane, von lustig bis historisch, kriminell bis hinterhältig. Tage voller Weihnachtszauber ist ihr erster Roman ohne Leiche. Anja Marschall lebt mit ihrer Familie in Schleswig-Holstein. (Quelle: Lübbe Verlag)


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  • Herausgeber‏: ‎Lübbe
  • erschienen am 30. September 2022
  • Taschenbuch: ‎320 Seiten
  • ISBN-13: ‎978-3404188611
  • Lesealter: ‎Ab 16 Jahren

Das Rezensionsexemplar wurde mir vom Lübbe Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Meine Meinung hat es nicht beeinflusst.

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