Das Tor zur Welt - Hoffnung - Cover

Hoffnung als Antrieb

Das Tor zur Welt – Hoffnung von Miriam Georg

Hamburg, 1912. Avas Traum, in Amerika ihre Familie zu finden und neu anzufangen, ist geplatzt, nachdem ihr Claire die Fahrkarte und das letzte Geld gestohlen hat. Der Cliffhanger aus Band 1 Das Tor zur Welt – Träume wird mit den ersten Kapiteln aufgelöst. Ava kümmert sich weiterhin in der Auswanderstadt um die Menschen auf der Durchreise. Doch eines Tages ist Claire wieder da. Sie kann weder nach Hause zu ihrer Mutter zurück, weil diese im Begriff steht ihren Hausarzt zu heiraten. Das ist derselbe Arzt, der bei Claire Hysterie diagnostizierte. Ihre unüberlegten Handlungen sollen seine Meinung belegen. Der Skandal um Claires Verhältnis mit dem Unternehmer Magnus hat sich derweil in der ganzen Stadt herumgesprochen. Claires gesellschaftlicher Abstieg ist unermesslich, wenn nicht Quint eine perfekte Lösung präsentieren würde.

Miriam Georg gibt mit dieser Dilogie um die Auswanderwelle des beginnenden 20. Jahrhunderts einen umfassenden Überblick auf Hamburg mit der Abwicklung der Schiffspassagen. Während im ersten Band die Arbeit in der Ballinstadt im Vordergrund stand, rücken nun die Beziehungen der Figuren untereinander in den Fokus. Die Hauptfiguren Ava, Quint, Claire und Will geben immer mehr aus ihrer Vergangenheit preis und damit überraschende Wendungen in der Handlung. Gleichzeitig wird die Gesellschaft des Kaiserreichs dargestellt. Die Klassen werden mit Figuren besetzt, sodass man beim Lesen eine Vorstellung bekommt, wie schwer für einige das Überleben war, während andere scheinbar alle Möglichkeiten hatten und sogar noch ein lukratives Geschäft daraus machten. Das Hamburger Auswanderermuseum zeigt die damaligen Zustände.

Auswanderwelle in allen Facetten

Das Tor zur Welt – Hoffnung führt die begonnene Geschichte aus Träume fort. Durch den Pro- und Epilog wird der Bezug zur Gegenwart hergestellt, der es den heutigen Lesern verständlicher macht, was auch die eigenen Vorfahren erlebt haben könnten. Statistisch gesehen hat wohl jede Familie einen Auswanderer in der Familie. Hamburg ist seit Kaiser Barbarossa das sogenannte Tor zur Welt, das mutige sowie verzweifelte Menschen nutzten, um in Amerika ein neues Leben zu beginnen. Manche sahen es als letzten Versuch, der Armut zu entkommen, andere vollzogen eine „kalte Scheidung“. Bei dermaßen vielen Gründen und Chancen sind 650 Seiten auch nicht zu viel. In diesem Fall sollte man die beiden Bücher in der richtigen Reihenfolge lesen, um die Zusammenhänge besser einordnen zu können.

Miriam Georg lässt mit Das Tor zur Welt – Hoffnung die Auswanderwelle von Hamburg nach Amerika zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch einmal lebendig werden. Sie vermittelt mit ihren vier Hauptfiguren einen umfangreichen Einblick in die damalige Zeit. Der Roman entstand nach einer fundierten Recherche. Der Zweiteiler um Ava und Claire gehört für mich zu den Highlights des Jahres.

Leseprobe

Miriam Georg - Autorin
© Franziska Kuttler

Miriam Georg, geboren 1987, ist die Autorin des Zweiteilers «Elbleuchten» und «Elbstürme». Beide Bände der hanseatischen Familiensaga wurden von Leserinnen und Lesern gefeiert, sie schafften auf Anhieb den Einstieg auf die Bestsellerliste und wurden zum Überraschungserfolg des Jahres. Die Autorin hat einen Studienabschluss in Europäischer Literatur sowie einen Master mit dem Schwerpunkt Native American Literature. Wenn sie nicht gerade reist, lebt sie mit ihrer gehörlosen kleinen Hündin Rosali und ihrer Büchersammlung in Berlin-Neukölln. (Quelle: Rowohlt Verlag)


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  • Herausgeber: ‎Rowohlt Taschenbuch
  • erschienen am 18. Oktober 2022
  • Taschenbuch: ‎656 Seiten
  • ISBN-13: ‎978-3-499-00858-0

Das Rezensionsexemplar wurde mir vom Rowohlt Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Meine Meinung hat es nicht beeinflusst.


Miriam Georg hat mit mir über Das Tor zur Welt – Träume geplaudert. 18 Minuten könnt ihr davon mithören.

Podcast

Reihenfolge

  1. Das Tor zur Welt – Träume
  2. Das Tor zur Welt – Hoffnung

Ein Gedanke zu “Hoffnung als Antrieb

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