Das Glück unserer Zeit - Das Vermächtnis der Familie Lagerfeld - Cover

Otto Lagerfeld, Glücksklee und die Familie

Das Glück unserer Zeit – Das Vermächtnis der Familie Lagerfeld von Heike Koschyk

Hamburg, 1925. Otto Lagerfeld muss die Trauer um seine Frau Theresia aushalten. Sie starb bei der Geburt ihrer Tochter Thea. Der Unternehmer hat in dieser Zeit zur Sorge um die Glücksklee-Milchgesellschaft auch noch die Betreuung eines Säuglings zu organisieren. Die Arbeit lenkt ihn aber auch ab und schon bald kann er beachtliche Erfolge verzeichnen. Der zweite Band der Romanbiografie um Otto Lagerfeld zeigt den Weg durch eine turbulente Zeit. Geldentwertung, Börsencrash und letztendlich die Machtübernahme der Nationalsozialisten brachten das Unternehmen an den Rand des Ruins. Der umsichtige Geschäftsmann überwand sowohl mit seiner Marke Glückklee als auch mit seiner Familie die Bedrohungen der Zeit.

Heike Koschyk erzählt bereits im ersten Band vom außergewöhnlichen Leben Otto Lagerfelds. Hört man diesen Namen heutzutage, bringt man ihn unweigerlich mit dem Modedesigner Karl in Verbindung. Doch auch sein Vater war ein Großer. Der Geschäftsmann war weltgewandt und hatte in seinen jüngeren Jahren die Welt kennengelernt. Der Handel mit Dosenmilch war sein Metier. Er wusste aber nicht nur genau auf dem Markt Bescheid, sondern brachte auch die erforderliche Persönlichkeit mit, um derartigen Erfolg zu haben. Als Hanseat schien ihm die Tugenden Vertrauen, Ehrlichkeit und Loyalität im Blut zu liegen. Früh lernte er von seinem Vater, dass Rechtschaffenheit siegt. Genau dieses Vertrauen darauf und eine gehörige Portion Weitsicht brachte wohl die Familie samt Firma durch den Zweiten Weltkrieg.

Generaldirektor und Familienvater

Otto Lagerfeld (2.v.r.) mit Familienangehörigen (Quelle: G. Lagerfeld)
Otto Lagerfeld (2.v.r.) mit Familienangehörigen (Quelle: G. Lagerfeld)

Die Jahre 1925 bis 1967 zeigen Otto Lagerfeld als Familienmensch. Er kümmerte sich um seine Geschwister, deren Kinder und natürlich um seine eigene Frau und drei Kindern. Mit Briefen hielt er Kontakt mit der über die ganze Welt verstreuten Familie. Nicht alles, was er dabei erfuhr, konnte er gutheißen. Das strategische Geschick vom Geschäftsleben wandte Lagerfeld auch beim Kauf seiner Immobilien an, sodass er stets genügend Raum für alle hatte und außerdem die größtmögliche Sicherheit vor einer immer gefährlicheren Zeit bot.


Nun aber, dachte Otto, da das Grauen im eigenen Garten stand, begriff wohl auch der Letzte, dass all jene, die einen Angriffskrieg stets herbeigesehnt hatten, Mörder ihrer eigenen Kinder und deren Zukunft waren.

Koschyk, Heike (2022): Das Glück unserer Zeit. Das Vermächtnis der Familie Lagerfeld: Roman, Originalausgabe, München, Deutschland: Goldmann Verlag.

Die Romane basieren auf den handgeschriebenen Lebenserinnerungen und erhaltene Briefe Lagerfelds sowie Gespräche mit Zeitzeugen. Dennoch ergaben sich Lücken, die die Autorin schlüssig füllte. Man folgt einem umsichtigen Patriarchen, der die Menschen in seinem Umfeld stets förderte. Seine zweite Ehe zeigt sich eher schwierig. Die Mutter des oben angesprochenen Modezaren hatte ihren eigenen Kopf und verstand diesen auch durchzusetzen. Es waren zwei starke Charaktere, die ihren Träumen folgten, widerwillige Kompromisse machten und sich dabei irgendwie arrangierten. Heike Koschyk hat einen wunderbaren Erzählstil gefunden, um das Leben eines imposanten Mannes nachzuzeichnen und es mit der dazugehörigen Zeitgeschichte zu verbinden.

Das Glück unserer Zeit – Das Vermächtnis der Familie Lagerfeld zeigt den Lebensabschnitt von Otto Lagerfeld ab 1925. Basierend auf seinen Lebenserinnerungen füllte Heike Koschyk die Lücken mit weiteren Recherchen zu einem spannenden Roman um die hanseatische Familie. Beide Bände zusammen ergeben mehr als 900 Seiten Zeitgeschichte, die zu einem Must-Read avancieren.

Leseprobe

Heike_Koschyk_Portrait
© Kerstin Petermann

Heike Koschyk wurde 1967 in New York geboren und arbeitete in der Modebranche, bevor sie mit dem Schreiben von Thrillern und historischen Krimis begann. Ihre große Leidenschaft ist die Recherche. Dazu fährt sie an Originalschauplätze und stöbert in Archiven und alten Bibliotheken. Unter dem Pseudonym Sophie Bonnet veröffentlicht sie Provence-Krimis, die regelmäßig die Bestsellerlisten erobern. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Hamburg. (Quelle: Goldmann Verlag)


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  • Verlag: Goldmann
  • Paperback, Klappenbroschur, 496 Seiten
  • erschienen am 31. August 2022
  • ISBN: 978-3442206339

Das Rezensionsexemplar wurde mir vom Goldmann Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Meine Meinung hat es nicht beeinflusst.

Reihenfolge:

  1. Das Glück unserer Zeit – Der Weg der Familie Lagerfeld
  2. Das Glück unserer Zeit – Das Vermächtnis der Familie Lagerfeld

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