Gold und Ehre - Titelbild

Bau des Michels

Gold und Ehre von Sabine Weiß

Amsterdam, 1650. Benjamin Aard wächst bei seinem Vater Michiel und seinem älteren Bruder Daan auf. Seine Leidenschaft gehört der Architektur. Gemeinsam mit seinem Cousin Theo trifft er sich immer wieder und diskutiert über Baukunst und Naturwissenschaft. Bei einem nächtlichen Experiment werden sie ungewollt Ohrenzeugen über den geplanten Angriff von Prinz Wilhelm auf Amsterdam. Ihr überstürzter Aufbruch hat Folgen: Ein großer Teil der Wallanlage wird in Brand gesteckt. Theo wird als Gehilfe für den Schiffsarzt mit einer Fregatte nach Nieuw Amsterdam geschickt und Benjamin darf sein Geschick als Architekt beim Bau des Hauses für Mijnheer van Vos in Hamburg beweisen.

Sabine Weiß widmet sich in Gold und Ehre erneut der Geschichte Amsterdams. Sie verknüpft diese mit einigen anderen historischen Ereignissen. Begonnen mit dem Angriff auf die Stadt im Jahre 1650, dem Bau des ersten Michels, die Gründung einer Stadt in der Neuen Welt und die politische Situation in England unter Cromwell sind Teile des Romans. Das Zeitalter des Barocks und Absolutismus war mit Entdeckungen und Veränderungen gespickt, die in diesem Roman jede Menge Handlungsspielraum bieten. Europa glich förmlich einem Schlachtfeld. 1672 wird als Katastrophenjahr in den Niederlanden angesehen. Mitten in diesen Wirren bewegen sich die fiktiven Figuren des Romans zwischen den Persönlichkeiten der Epoche. Die Brüder de Witts bekommen ebenso eine Bühne wie Peter Marquard, der knapp 500 Kilometer entfernt, die Fertigstellung der Michaeliskirche übernimmt.


Im Interview verriet Sabine Weiß, wie der Roman entstand und was ihr persönlich an Amsterdam gefällt. Es geht in knapp 22 Minuten um die Figuren und die historischen Ereignisse der Zeit.

Podcast


Die Familie um Benjamin ist bei den wichtigen Ereignissen des Weltgeschehens dabei. Somit verwebt die Hamburger Autorin den Bau des Michels mit den Turbulenzen in den Niederlanden und gar mit der Gründung von New York, als die Siedlung Nieuw Amsterdam unter dem Gouverneur Peter Stuyvesant an die Engländer übergeben wurde. In Hamburg lernt Benjamin die Steinhändlerin Lucia kennen, die sich an die Herstellung von künstlichem Marmor versucht. Sie ist wissbegierig und findet als Frau den einzigen Weg in die Bibliothek der Gelehrten. Mit ihr bekommt der Leser Einblick in die Lebensgewohnheiten der Bevölkerung im Vergleich zum angrenzenden Ausland. Zusätzlich erhält der Roman dadurch noch einen romantischen Erzählstrang. Cousin Theo bringt die medizinischen Erkenntnisse des Blutkreislaufs und die Rolle des Herzens näher. Auch in dieser Hinsicht war das Jahrhundert experimentell erfolgreich und legte Grundsteine für die heutige Medizin.

Der historische Roman wickelt auf 688 Seiten nicht nur den Bau des Michels über 25 Jahre ab, sondern gibt einen umfangreichen Blick auf das Zeitgeschehen. Die Vergangenheit wird mit Benjamin und seiner Familie vorstellbar und lebendig. Die gesellschaftlichen Unterschiede der Klassen und Regionen werden strukturiert und finden einen Weg ins Bewusstsein, ebenso wie die Beweggründe durch Religion und Machtstreben. Die Verflechtungen ergeben ein abgerundetes Bild der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Leseprobe

Sabine Weiß - Autorin Porträt
© André Poling

Sabine Weiß, Jahrgang 1968, arbeitet nach ihrem Germanistik- und Geschichtsstudium als Journalistin. 2007 veröffentlichte sie ihren ersten Historischen Roman, der zu einem großen Erfolg wurde und dem viele weitere folgten. Im Sommer 2017 erscheint ihr erster Kriminalroman, „Schwarze Brandung“. Unabhängig davon, ob sie gerade einen Krimi oder einen Historischen Roman schreibt: Sabine Weiß liebt es, im Camper auf den Spuren ihrer Figuren zu reisen und direkt an den Schauplätzen zu recherchieren. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nordheide bei Hamburg. (Quelle: Lübbe Verlag)


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  • Herausgeber: ‎Lübbe
  • erschienen am 26. November 2021
  • Broschiert: ‎688 Seiten
  • ISBN-13: ‎978-3404184835
  • Lesealter: ‎16 Jahre und älter

Das Rezensionsexemplar wurde mir vom Lübbe Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Meine Meinung hat es nicht beeinflusst.

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