Sharing - Arno Strobel - Cover

Thriller für die Opferhilfe

Sharing von Arno Strobel

Markus und Bettina haben gemeinsam ein Unternehmen aufgebaut. Sie vermieten Autos und Wohnungen auf Zeit. Benötigt man beides nicht, zahlt man auch nicht dafür. Die Idee des Teilens, also Sharing, entspricht dem Zeitgeist und die beiden sichern sich damit mehr als ihren Lebensunterhalt. Der gemeinsamen Tochter Leonie fehlt es an nichts. Als Bettina eines Abends nach dem Besuch des Fitnessstudios nicht nach Hause kommt, beginnt für die Familie ein Alptraum. Markus erhält einen Link zu einer Show im Darknet. 21.000 Fremde sehen zu, wie seine Frau gequält und misshandelt wird. Der Täter setzt ihn so unter Druck, dass er es nicht wagt, die Polizei einzuschalten. Erst als Bettina tot in einer der firmeneigenen Wohnungen gefunden wird, setzt die Ermittlung ein. Der Alptraum ist für Markus damit aber noch nicht beendet.

Podcast

Arno Strobel setzt sich in seinem Thriller Sharing mit dem Teilen auseinander. Wo ist es hilfreich und trägt zur Ressourcenschonung bei, und was teilt man nicht. Während wir bei Objekten wie Wohnung und Auto seit Jahrzehnten diverse Anbieter in Anspruch nehmen, möchte man den eigenen Partner in unserer Kultur lieber für sich haben. Schnell kommt auch der Gedanke an Fürsorge ins Spiel, weil einem lieben Menschen auch nichts Übles geschehen soll. Markus muss mit ansehen, wie die geliebte Frau misshandelt und genötigt wird. Am nächsten Tag stellt er fest, dass sie die Folter nicht überlebt hat. Die Trauer darüber kann er aber nicht ausleben, wie man das erwarten würde, sondern er muss seine Tochter schützen. Es ist ein schmaler Grat, über den der Protagonist gehen muss.

Bei Thrillern ist es für den Leser nun aber spannender, wenn zu den aufkommenden Emotionen auch noch Spannung entsteht. Auch diese Elemente bedient der Autor. Es kommen Nebenfiguren ins Spiel, die eine ganz andere Perspektive auf Markus anbieten. Man weiß, einer von ihnen lügt, aber kann sich nicht entscheiden, wer das ist. Auch Markus möchte in seiner Verzweiflung den letzten Strohhalm greifen, weiß aber nicht, ob er sich nicht unwissentlich in die Hände des Täters gibt. Zudem tickt eine Uhr und baut unaufhaltsam Druck auf.

Leseprobe

40.000 km für den guten Zweck

Vor Erscheinen des aktuellen Thrillers rief Arno Strobel eine Sharity-Aktion ins Leben: Es sollten 500 Kilometer zurückgelegt werden, um den Weißen Ring zu unterstützen. Der gemeinnützige Verein hilft Opfern von Straftaten in erforderlicher Art und Weise, die Erlebnisse zu verarbeiten. Oftmals sind die Mitarbeiter die einzigen vertrauensvollen Ansprechpartner für die Leidtragenden. Diese wichtige Arbeit wird überwiegend ehrenamtlich von geschulten Mitarbeitern übernommen. In Hamburg wurden sie im Jahr 2020 in 816 Fällen tätig. Dabei wurden 819 Opfer betreut. Der Verein finanziert seine Tätigkeit ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und testamentarischen Zuwendungen sowie von Gerichten und Staatsanwaltschaften verhängten Geldbußen. Der Weiße Ring erhält keinerlei staatliche Mittel.

Die sechswöchige Aktion wurde von den Lesern sofort angenommen und umgesetzt. Täglich wuchs die Kilometerzahl und bereits nach dem ersten Wochenende war die Distanz überschritten und wurde erhöht. Mit der Resonanz hatte man nicht gerechnet, verriet mir eine Mitarbeiterin des Teams in Hamburg. Letztendlich kamen so 40.000 Kilometer zusammen. Symbolisch haben die Teilnehmer einmal die Welt umrundet. Die durch die Walks entstandene Aufmerksamkeit tat dem Verein gut: Es kam eine fünfstellige Summe an Spendengeldern zusammen, mit der nun den Opfern von Straftaten geholfen werden kann.

Der Weiße Ring hilft

Man kann sich aber auch ohne die Sharing-Aktion für den Weißen Ring engagieren. Der Verein hat deutschlandweit rund 400 Außenstellen. Online bekommt man rund um die Uhr Hilfe. Das Opfer-Telefon mit der kostenfreien Rufnummer 116 006 ist 7 Tage die Woche von 7 bis 22 Uhr erreichbar. Dort finden Menschen Unterstützung. Auf Wunsch bleiben diese Gespräche anonym. In jedem Fall ist die größte Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität ein Ansprechpartner, der die Probleme der Betroffenen Ernst nimmt. Geholfen wird übrigens nicht nur mit Gesprächen, sondern der Verein unterstützt unter anderem bei anwaltlichen und psychologischen Erstberatungen. Helft mit, damit Opfer nicht alleine bleiben!

Wenn ihr euch jetzt engagieren wollt, findet ihr auf der Webseite mehr Informationen.


© Gaby Gerster 2020

Arno Strobel liebt Grenzerfahrungen und teilt sie gern mit seinen Leserinnen und Lesern. Deshalb sind seine Thriller wie spannende Entdeckungsreisen zu den dunklen Winkeln der menschlichen Seele und machen auch vor den größten Urängsten nicht Halt. Seine Themen spürt er dabei meist im Alltag auf und erst, wenn ihn eine Idee nicht mehr loslässt und er den Hintergründen sofort mit Hilfe seines Netzwerks aus Experten auf den Grund gehen will, weiß er, dass der Grundstein für seinen nächsten Roman gelegt ist. Alle seine bisherigen Thriller waren Bestseller. Arno Strobel lebt als freier Autor in der Nähe von Trier. (Quelle: Fischer Verlag)


#Anzeige#

Das Rezensionsexemplar wurde mir vom Fischer Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Meine Meinung hat es nicht beeinflusst.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..