Dos und Don'ts bei Bloggern

Dos & Don’ts beim Bloggen

Auch wenn das Bloggen vorwiegend allein am heimischen Schreibtisch stattfindet, gibt es doch immer wieder Kontakt zu anderen. Beim Buchblog sind das auf alle Fälle Autoren und möglicherweise auch andere Blogger. Diese Zusammentreffen sind meistens großartig und fördern die Zusammenarbeit. Hinterher freut man sich auf beiden Seiten, neues voneinander zu lesen. Es gibt aber auch einige Regeln zu beachten, welche Erwartungen die jeweilige Seite an die andere stellt.

Was sich Autoren von Bloggern wünschen:

Aussergewoehnlich

Kurz zusammengefasst: Autoren haben schon viel Zeit beim Schreiben ihrer Bücher aufgewendet. Nun wünschen sie sich möglichst schnell ganz viele positive Rezensionen.

Was sich Blogger von Autoren wünschen:

Der Aufbau einer verlässlichen Blogger Relations ist nicht mal eben zu bewerkstelligen. Es braucht Geduld und Spucke. Immer wieder muss man nach geeigneten Bloggern Ausschau halten und diese dann noch für sich zu gewinnen. Ich habe da für jeden Verständnis, der sich durch das immense Angebot der Blogosphäre kämpft. Ich kann auch verstehen, dass es oftmals frustrierend ist, wenn man immer wieder vergeblich die virtuelle Klinke poliert hat. Der Weg kann schon sehr lange dauern. Umso genauer muss man hingucken, wenn man dann sein inzwischen vor Monaten veröffentlichte Buch anbietet.

Gut abgeholt fühle ich mich, wenn Autoren eine nette Mail schreiben mit einem Hinweis, warum wohl ihr Buch zum Blog passt. Immer wieder ist zu lesen: „Lieber Blogger, …“ Na klar, überall wird gegendert und häufig hört man auch, dass mit der männlichen Form natürlich auch die weibliche angesprochen ist. Aber ist es so schwer, bei einem Wunsch nach Gefälligkeit wenigstens die richtige Anrede zu verwenden? Das Anschreiben enttarnt sich also im Sekundenbruchteil als Massenmail und wird auch so behandelt. Ich halte mich da im übertragenen Sinn an den Lehrsatz von Wolf Schneider: Einer muss sich Mühe geben. In dem Fall bin das nicht ich.

Auswahl treffen

Auch bei der Auswahl der Blogs sollte der Autor ein Minimum an Sorgfalt aufwenden. Mich erreichte da eine begeisterte Mail mit dem Angebot, ein Buch zum Rezensieren zu bekommen. Sie war nett formuliert und das Buch war noch gar nicht erschienen. Der Autor schrieb, er habe sich mein Blog angesehen und es gefalle ihm so gut, weswegen er mir unbedingt seinen neuen Fantasyroman anböte. Vermutlich hat er vergeblich nach genau diesem Genre gesucht und kam dabei gar nicht auf den Gedanken, dass ich mich ganz freiwillig auf Belletristik, Krimi und historische Romane beschränke. Dieser Autor hat sich stillschweigend mit der Ablehnung zufriedengegeben. Es gibt dann aber noch die, die das nicht einsehen. Bestimmt muss man manche Menschen zu ihrem Glück zwingen, meistens löst häufiges Nachfragen aber den Grund nicht auf. Man muss auch nicht beleidigt sein, wenn es diesmal einfach nicht passt.

Ein ganz tolles Plus ist es, wenn der netten Mail auch schon eine Leseprobe anhängt. Man kann sich anhand des Klappentextes nicht immer einen Eindruck vom Schreibstil verschaffen. Die Entscheidung fällt jedenfalls leichter, wenn man ein paar Seiten lesen darf. Ebenso ist die Aussicht auf einen Mehrwert verlockend. Ein paar Recherchefotos, ein Interview, oder was immer zum Buch passend ist, ist wertvoll. Das zeigt nämlich, dass sich auch der Autor engagiert und ihm die Arbeit des Bloggers wichtig ist. Ganz nebenbei kann die Rezension aufgepeppt werden und der Beitrag hat die Chance, öfter gelesen zu werden.

Hat man aber zusammengefunden, ist nicht automatisch alles toll. Einige Hürden können noch auftauchen. Da schreibt man eine ausführliche Rezension, verteilt den Mehrwert auf die Absätze und hat sogar noch weiterführende Fragen gestellt, die nun auf Antwort warten. Ein Traum, oder? Endlich ist die Mail vom Autor im Postfach. Aber dann stellt man fest, dass lediglich die Fragen umgestellt und gekürzt wurden, weil „das so nicht passe“. Okay, nochmal von vorn. Dann hat man vielleicht das Interview im Kasten und hört im Nebensatz, dass da auch bei der Rezension „was nicht passe“. Im Geiste rechne ich dann immer schon Aufwand und Nutzen gegeneinander. Bis zu diesem Punkt sind vermutlich schon 20 unbezahlte Arbeitsstunden hineingeflossen, die dann verloren wären, würde man einfach die Deletetaste drücken. Die Währung ist hierbei übrigens Nerven, die künftig bestimmt geschont werden.

Bei inzwischen in die vierstellige Zahl der Rezensionen habe ich schon einiges erlebt. Selten, aber doch auch schon vorgekommen, ist der Aufbau von Zeitdruck. Gerade wenn man mit dem Autor Kontakt hatte und das Buch vom Verlag verschickt wird, dauert es einige Tage bis Wochen, bis das Werk dann tatsächlich vorliegt. Wenn es dann auch noch die Maße eines herkömmlichen Ziegelsteins hat, brauche ich neben den anderen Verpflichtungen ein paar Tage länger, bis ich alles fertig habe. Wenn dann eine vorfreudige Frage vom Autor kommt, ist es ja okay. Danach brauche ich aber wirklich die Zeit, die ich gesagt habe. Es nützt nichts, wenn man immer mal „nachhakt, ob nicht doch schon …“.

Ein Blog gehört zu den Kanälen der Social Media. Man kann kommentieren und vor allem teilen. Manchmal frage ich mich, wieso das nicht genutzt wird. Der Autor findet die Rezension und statt nun ein kurzes Danke für eine positive Bewertung zu hinterlassen, oder – für die Reichweite unerlässlich – den Beitrag zu teilen, gibt es einen Daumen oder Herz. Bitte, liebe Autoren, die bis zu diesem Punkt gelesen haben, teilt Beiträge, die eure Bücher im guten Licht darstellen. Ihr erweitert damit eure Sichtbarkeit in der perfekten Zielgruppe und der Blogger seine Reichweite. Es ist für beide Seiten ein Gewinn. Ein Like hat die Halbwertszeit einer Timeline. Bei Instagram sind das circa zwei Stunden, Facebook kommt auf vier bis fünf. Danach ist das Lob in der Versenkung verschwunden. Das könnt ihr nicht wollen.

Blogger sind für Autoren also eine erweiterte Plattform im Netz. Dafür bekommen sie ständig Lesenachschub und neuen Input für neue Artikel. Es entsteht also eine Synergie, die – richtig eingesetzt – für beide ein Gewinn darstellt.

Was sich Blogger von Bloggern wünschen:

Zusammenarbeit hört natürlich nicht auf, weil einer von beiden keine Bücher veröffentlicht. Auch mit Bloggern hatte ich bereits wertschöpfende Kooperationen. Ich denke da zum Beispiel an verschiedene Blogparaden, saisonale Lesetipps und immer wieder auch an das Projekt #2Blogs1Buch. Im Team ist man ja immer stärker als alleine, was auch online stimmt. Zu zweit hat man mehr Leser, andere Anregungen und doppelt so viele Beiträge, die man auch auf Social Media teilen kann. Was zeichnet also eine gute Zusammenarbeit aus?

Netzwerk Teamarbeit

Zunächst sollte eine Zusammenarbeit nicht daraus bestehen, dass der eine arbeitet und der andere nur zusammen ist. Eine optimale Arbeitsteilung fühlt sich an, als würde man tatsächlich nur die Hälfte an Dingen stemmen müssen. Wenn einer nicht so gut Bilder zusammenstellen kann, kann er vielleicht besser recherchieren und nimmt die zeitaufwändige Aufgabe dem Bildbearbeiter ab. Aber es geht ja schon bei der Ideenfindung los. Ein Gemeinschaftsprojekt lebt davon, dass jeder seine Ideen einbringt und daraus etwas Innovatives entsteht.

Hat man sein Thema fertig, sollte es dann auch gemeinsam veröffentlicht werden. Das Minimum an Fairness ist nun, dass der andere im eigenen Beitrag verlinkt wird. Das wissen wir aber alle, oder zumindest diejenigen, die bis hierher gelesen haben. Hilfreich ist auch eine zeitliche Abstimmung, damit nicht etwa der eine schon am Montag alles veröffentlicht und die eingebundenen Links erst am Freitag funktionieren. Für die Leser ist das auch nervig, wenn sie nur einen 404-Error öffnen. Falls Freigaben für Interviews von den jeweiligen Pressestellen eingeholt werden müssen, ist es auch nett, wenn nicht einer nur sein verwendetes Zitat anfragt, sondern dann den Text des anderen mit einreicht. Pressevertreter haben nie Zeit und Text 2 landet dann ohne weiteren Blick in der Erledigt-Kiste. Gemeinsam sollte also auch wirklich gemeinsam bis zum Schluss sein.

Trotz der angeführten negativen Beispiele bin ich immer noch begeistert über Teamarbeit. Es ergeben sich daraus so viele neue Ideen und es wird nie langweilig.

9 Gedanken zu “Dos & Don’ts beim Bloggen

      • Gamma Hans schreibt:

        Guten Tag

        Ein Fehler meinerseits
        zeigt mir auf
        dass ich der Wahrheit
        zu den Dingen
        zum wirklichen Leben
        noch nicht näher
        gekommen bin

        ich bin meinem Übel
        niemandem
        auch sonst nicht
        ein Gleichnis
        ich will in allem
        nicht beispielhaft sein

        ich will verstehen
        damit eine Antwort
        auf das was mir fehlt
        auf das
        was mir zukommt finden

        Gefällt mir

  1. Kerstin schreibt:

    Die Anrede ist das A und O bei der Zusammenarbeit. Ich habe schon eine ganze Weile auf meiner Startseite vom Blog in den ersten Sätzen stehen was ich lese und was nicht. Es wird langsam besser, aber trotzdem verirren sich immer wieder Science Fiction und Fantasy Anfragen in mein Emailpostfach.

    Übrigens ist mein Urlaubsantrag für Leipzig durch ☺️
    LG Kerstin

    Gefällt 1 Person

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