Die Highlanderin - Cover

Die Auserwählte im schottischen Unabhängigkeitskrieg

Die Highlanderin von Eva Fellner

Island, 1289. Das Schiff, mit dem Enja und ihre Mutter nach Süden reisen, sinkt. Das Mädchen kann sich auf eine Holzkiste retten und wird von anderen Seefahrern aufgenommen. Es stellt sich heraus, dass sie Menschenhändler sind und mit Enja einen guten Preis erzielen wollen. Nach einigen Gefangenschaften gerät sie an den Hof von König Hassan, wo sie ihre Weiblichkeit verbirgt und zur Assassine ausgebildet wird. Einige Jahre später gelingt ihr die Flucht. Auf dem Weg nach Hause gerät sie zwischen die Fronten der schottischen Clans gegen die Engländer. An der Seite der rebellierenden Familie Douglas befindet sie sich bald mitten im Schottischen Unabhängigkeitskrieg.

Eva Fellner führt ihre Leser über den Orient zurück ins Hochmittelalter von England. Zwischen 1296 und 1357 dauerte der Kampf um Schottlands Unabhängigkeit. Adelige wie Robert de Bruce und König Edward I. bekämpften sich mit allen Mitteln. Auch William Wallace trifft auf die unerschrockene Assassine. Die beiden werden auf Caerlaverock Castle inhaftiert. Die Historie sieht vor, dass Wallace anschließend in London hingerichtet wird. Enja hat als fiktive Figur noch andere Aufgaben zu bewältigen und beschreibt den Lesern anschaulich, wie sich Schottlands Unabhängigkeit formte. Die Ich-Form der Protagonistin vermittelt einen Erzählstil, als wäre man dabei gewesen. Ergänzt werden sie mit einer Erzählperspektive, die das Blickfeld für den Leser erweitert.

Detail aus einem Fries in der Eingangshalle der Scottish National Portrait Gallery, Edinburgh
Detail aus einem Fries in der Eingangshalle der Scottish National Portrait Gallery, Edinburgh

Enjas Erlebnisse werden plausibel in Szene gesetzt. Von Anfang an ist klar, dass sie die Auserwählte ist, die aus dem fernen Island an ihren Bestimmungsort gebracht werden soll. Somit sind die Erwartungen hoch, wenn man ihr durch die Strapazen in Alamut und anschließend in Schottland folgt. Immer wieder scheint eine unüberwindliche Hürde im Weg zu stehen, die sie geschickt umgehen muss. Dennoch ist sie auch eine heranwachsende Frau mit Bedürfnissen und Erwartungen. Das Rollenbild der Frau zur damaligen Zeit wird häufig anders beschrieben. Allerdings belegen Aufzeichnungen, dass es auch diese mutigen, ausgebildeten und kämpferischen Frauen gegeben haben muss. Beim Lesen muss man unbedingt auf die Jahreszahlen achten, damit man nichts verwechselt. Der erste Teil hat ein offenes Ende, weswegen man besser auf den Folgetitel wartet, um gleich zu erfahren, was in den Jahren nach 1314 passiert.

Eva Fellner beginnt mit diesem historische Roman die Geschichte um Schottlands Unabhängigkeitskrieg im 14. Jahrhundert. Fortgesetzt wird er mit „Der Weg der Highlanderin“, der für Oktober 2021 angekündigt ist. Die ungewöhnliche Kombination von britischer Geschichte und orientalischer Ideologien macht das Buch lesenswert.

Leseprobe

Eva Fellner - Autorin
© privat

Eva Fellner, mit vollem Namen Eva Fellner von Feldegg, wurde 1968 im oberbayerischen Murnau geboren und arbeitete zunächst als Chefredakteurin einer Fachhandelszeitschrift. Sie gründete eine Agentur für digitales Marketing und unternahm zahlreiche Reisen. China und Südafrika wurden ihr dabei zu einer zweiten Heimat. Neben asiatischer Kampfkunst interessiert sie sich schon immer für Geschichte, für starke Frauen und die Welt des Mittelalters. Sie ist davon überzeugt, dass die schönsten Geschichten das Leben selbst erzählt. (Quelle: Aufbau Verlag)


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  • Herausgeber: ‎Aufbau Taschenbuch
  • erschienen am 17. Mai 2021
  • Taschenbuch: ‎505 Seiten
  • ISBN-13: ‎978-3746638294

Das Rezensionsexemplar wurde mir vom Aufbau Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Meine Meinung hat es nicht beeinflusst.

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