Das Haus am Moor - Cover

Psychopathen in Wewelsfleth

Das Haus am Moor von Heike Denzau

Lyn Harms kehrt für ihren siebten Fall in den Polizeidienst zurück. Die Kriminalkommissarin beendet ihre Elternzeit und soll nun das Dezernat in Itzehoe in Teilzeit unterstützen. Gleich am ersten Tag wird sie mit einem schrecklichen Verbrechen konfrontiert. Auf offener Straße wurde der Unternehmersohn Theo entführt. Theo ist nach einem Unfall querschnittsgelähmt und kann sich nicht wehren. Als das Au-pair-Mädchen eingreifen will, wird sie erstochen. Einige Radfahrer können nur angeben, in der Entfernung einen Lieferwagen gesehen zu haben. Es beginnt eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Ein zweiter Handlungsstrang dreht sich um zwei Ausreißerinnen. Jana und Neele haben das Leben im Heim satt und wollen sich im verlassenen Haus von Janas Opa verstecken. Als sie in der abseits gelegenen Kate angekommen, stellen sie fest, dass das Haustürschloss getauscht wurde. Kurzerhand übernachten sie im Schuppen. Als am nächsten Morgen Stimmen zu hören sind, versuchen die beiden Jugendlichen unentdeckt zu entkommen. Nur Jana schafft es. Sie flüchtet sich allerdings ins obere Stockwerk des Hauses, wo sich bereits ein Junge im Zimmer befindet. Er deutet ihr an, sich zu verstecken und leise zu sein. Eine Abseite bietet Schutz, aber je länger der Zustand anhält, desto offensichtlicher wird es, dass es kein dauerhaftes Versteck sein kann.


Heike Denzau hat im Interview Fragen rund um Figuren, Handlungsort und Aussicht der Serie aus Wewelsfleth beantwortet. Seit ich literarisch bei den Ermittlungen in Wacken zuschauen durfte, bin ich ein großer Fan der Serie. Da sich die Autorin in nächster Nähe zu den Tatorten aufhält, wollte ich wissen, ob einen die Fiktion irgendwann einholt, oder warum ausgerechnet diese Idylle die Fantasie für Mord beflügelt. Hört euch die Antworten im Podcast an.

Podcast


Heike Denzau lässt Lyn Harms aus ihrer Elternzeit in den Beruf zurückkehren. Die Kommissarin muss nun Familie und Ermittlungsarbeit so koordinieren, dass möglichst nichts zu kurz kommt. Das klappt natürlich nicht auf Anhieb, sodass das Privatleben äußerst realistisch erscheint. Man kann der Mutter die Gewissensbisse nachempfinden, wenn sie Überstunden macht, statt sich um das Kleinkind zu Hause zu kümmern. Auch in die Empfindungen der anderen Figuren lässt es sich schnell hineinversetzen. An Lyns Seite steht ihr Kollege, der sich ernsthaft um seine Gesundheit sorgt. Der zunehmende Zeitdruck ist beiden anzumerken. Die Täter könnten jederzeit Ernst machen und der Elfjährige muss dringend aus der Gefahrenzone geholt werden. Um den Fall der Ausreißerinnen kümmert sich lange Zeit eine andere Abteilung, bis plötzlich Neeles Leichnam gefunden wird. Selbst als der Kreis um die Täter immer enger wird, ist der Ausgang offen. Es bleibt bis zur letzten Seite spannend.

Der Kriminalfall ist sorgfältig komponiert. Auch wenn immer gesagt wird, dass es das perfekte Verbrechen nicht gäbe, kommt hier die Vermutung auf, dass diese drei Täter ganz nah an der Verwirklichung dran sind. Der Leser lernt das Trio immer besser kennen und stetig wächst die Vermutung, dass etwas Schreckliches geschehen könnte, wenn nicht bald Hilfe naht. Auch in der Familie und in deren Umfeld werden genügend Verdächtige platziert, sodass lange Zeit sowohl Motiv als auch der Verantwortliche im Verborgenen bleibt. Die Situation ist allerdings auch spürbar zermürbend, sodass das Konstrukt irgendwann nicht mehr stützt. Der flotte Erzählstil lässt einen nicht mehr los und für mich war es ebenso schwer, das Buch aus der Hand zu legen, wie auf einer Wasserrutsche zu bremsen. Der Krimi kann ohne jegliche Kenntnis der Vorgänger gelesen werden. Lediglich die privaten Entwicklungen sind dann bekannt, falls man hinterher die Bände 1 bis 6 lesen möchte. Die Serie ist ganz großes Kino und ich freue mich auf den achten Teil.

Leseprobe

© Fotostudio Freiraum Glückstadt


Heike Denzau, Jahrgang 1963, ist verheiratet, hat zwei Töchter und lebt in dem kleinen Störort Wewelsfleth in Schleswig-­Holstein. Bereits mehrfach preisgekrönt, ist sie Verfasserin zweier erfolgreicher Krimireihen und veröffentlicht außerdem bei Droemer Knaur humorvolle Liebesromane. (Quelle: Emons Verlag)


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  • Herausgeber: ‎Emons Verlag
  • erschienen am 12. März 2020
  • Taschenbuch: ‎400 Seiten
  • ISBN-13: ‎978-3740807764

Reihenfolge der Serie:

  1. Die Tote am Deich
  2. Marschfeuer
  3. Tod in Wacken
  4. Schwarze Elbe
  5. Dunkle Marsch
  6. Der Teufel von Wacken
  7. Das Haus am Moor

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