Ostseefalle - Titelbild

Heißer Cold Case

Ostseefalle von Eva Almstädt

Im Keller eines Hauses wird inmitten einiger Theaterrequisiten ein menschlicher Schädel gefunden. Davon hatte der Makler den neuen Besitzern nichts gesagt. Es stellt sich heraus, dass der Fund zu einem Cold Case gehört, den Kommissarin Pia Korittki vor zehn Jahren bearbeitete. Seitdem wird die Tochter aus dem Nachbarhaus vermisst. Ihre Leiche wurden nie gefunden. Pia nimmt die Ermittlungen wieder auf. Als sie an einem Freitagnachmittag die letzte Zeugin vernommen hat und eigentlich ein freies Wochenende vor ihr liegen würde, erhält sie die Nachricht, dass sich ihr Sohn Felix beim Spielen verletzt hätte. Sofort fährt sie los, kommt jedoch nicht an. Es war eine Falle, um sie in die Gewalt eines altbekannten Mörders zu bringen. Pia schwebt in Lebensgefahr, während alle anderen denken, sie genießt ein freies Wochenende.

Eva Almstädt schont ihre Protagonistin im 16. Band in keiner Weise. Die alleinerziehende Mutter wird zu einem für den Täter optimalen Zeitpunkt entführt, da sie auf Hilfe von außen erst nach zwei Tagen hoffen darf. Für einen solchen Fall könnte dann bereits alles zu spät sein. Die Umgebung um den fiktiven Ort Barnebek ist wenig besiedelt, sodass die geplante Tat plausibel erscheint. Wie man aus der Kriminalstatistik ersehen kann, ist Schleswig-Holstein weit weniger blutrünstig, wie es in einigen Krimis scheinen mag. Mit den Gedanken des Umfeldes wird nachvollziehbar, wieso es zur Tat kommen konnte und möglicherweise würde es genau so eben auch passieren. Eine Erwachsene hat ja auch mal ein Recht auf ein ungestörtes Wochenende. Es kann aber eben auch anders sein. Pia leidet also mehr als in anderen Zeiten unter ihren Entführern. Aber die Kommissarin ist eben auch einfallsreich und kaltblütig genug, ihren Plan durchzuführen. Die Wendungen, die dadurch die Handlung immer wieder bekommt, lassen den Herzschlag selbst beim Lesen ansteigen.

Der eigentliche Fall um das vermisste Mädchen aus Barnebek, der nun als Cold Case wieder aufgenommen wird, scheint wie im Hintergrund zu bleiben, weil Pia natürlich das ganze Mitgefühl gehört. Die Handlung folgt einem hohen Tempo, sodass man den Krimi leider viel zu schnell gelesen hat. Der Fall ist in sich abgeschlossen und auch gut für Quereinsteiger der Serie geeignet. Die Beziehungen der Figuren untereinander sind auch ohne Kenntnis der Vorgänger verständlich. Kenner erinnern sich natürlich an die Fälle und vor allem an die kulinarischen Vorlieben der Kommissarin aus Lübeck. Der Krimi zeichnet sich ebenfalls durch Lokalkolorit aus. Bei den bildhaften Beschreibungen der Umgebung ersetzt in reisefreien Zeiten glatt einen Besuch an der Ostsee.

Ostseefalle ist bereits der 16. Fall für Kriminalkommissarin Pia Korittki und ihrem Team der Lübecker Mordkommission. Die Entwicklung der persönlichen Beziehungen unterstreichen die lebensecht konstruierten Fälle. Die alleinerziehende Mutter schafft den Spagat zwischen Familie und Beruf. Bei dem offenen Ende trifft Korittki garantiert noch einmal auf ihren Widersacher.

Leseprobe

Die Autorin las aus diesem Band auf dem 2. FrauenKrimiFestival in Rendsburg.



Eva Almstädt, 1965 in Hamburg geboren und dort auch aufgewachsen, absolvierte eine Ausbildung in den Fernsehproduktionsanstalten der Studio Hamburg GmbH und studierte Innenarchitektur in Hannover. Seit 2001 ist sie freie Autorin. Die Autorin lebt in Hamburg.  (Quelle: Lübbe Verlag)


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  • Herausgeber: ‎ Lübbe
  • erschienen am 26. März 2021
  • Taschenbuch: ‎ 416 Seiten
  • ISBN-13: ‎ 978-3404183982
  • Lesealter: ‎ 16 Jahre und älter

Reihenfolge

  1. Kalter Grund
  2. Engelsgrube
  3. Blaues Gift
  4. Grablichter
  5. Tödliche Mitgift
  6. Ostseeblut
  7. Düsterbruch
  8. Ostseefluch
  9. Ostseesühne
  10. Ostseefeuer
  11. Ostseetod
  12. Ostseejagd
  13. Ostseerache
  14. Ostseeangst
  15. Ostseegruft
  16. Ostseefalle

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