Mörderisch unterwegs auf historischen Spuren

Gemordet wird seit Urzeiten. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass manche Autoren ihre Verbrechen in vergangenen Zeiten platzieren. Zum herkömmlichen Krimi gibt es einige Unterschiede. Die Möglichkeiten der Ermittler waren natürlich ganz andere. Täter konnten im Schutz der Dunkelheit agieren, ohne von Bewegungsmeldern überrascht zu werden, sie hatten meistens mehr Kenntnis über die Wirkstoffe mancher Pflanzen und die Stadtwache musste den Schurken am besten auf frischer Tat erwischen. Die Kriminalistik, wie wir sie heute kennen, entwickelte sich erst nach den Fällen von Jack the Ripper.

In dieser Aktion geht es natürlich auch um schöne Regionen, die man beim Lesen zumindest gedanklich bereisen kann. Bei historischen Krimis haben wir hier natürlich oft einen unverbauten Blick über die Landschaft. Aber gerade bei der Fortbewegung gab es gravierende Unterschiede. Lord und Lady Mortimer hatten ganz sicher keine Oystercard, sondern fuhren mit einem Aston Martin über die Landstraße von Putney zum Büro des Yards. Vermutlich brauchten sie dieselbe Zeit wie wir heute, nur dass sie nicht im Stau standen. Lizzy Martin nahm sowieso allenfalls die Pferdedroschke, weil sie die einzige Linie der Londoner Underground nicht immer zum Ziel brachte. Serafina in Freiburg erreichte ihre Bereiche fußläufig. Im 15. Jahrhundert war der Gedanke der Mobilität noch nicht so verbreitet. Man konzentrierte sich eher auf das unmittelbare Umfeld.

Sussex

Die drei ausgewählten Regionen haben mich nicht nur wegen der spannenden Buchreihen begeistert, sondern können auch auf heutigen Reisen punkten. Das Anwesen Mydworth befindet sich in Sussex südlich von London. Wenn die Metropole ins Ländliche übergeht, finden sich große Parks mit Herrenhäusern entlang der Themse. Leichte Hügel verbergen darauf den Blick, beziehungsweise schaffen den Sehenswürdigkeiten ein bisschen Privatsphäre. Wenn man sich nicht mit dem Auto durch den Linksverkehr quälen will, ist der Zug von London nach Brighton eine Alternative, bei der man viel von der Landschaft sieht und nach nicht einmal zwei Stunden am Meer ankommt.

England im Jahre 1928

Auf dem Anwesen Mydworth wohnen Lord und Lady Mortimer. Der englische Adelige hat bei seinem Einsatz als Geheimagent in Kairo die bildhübsche Kate kennengelernt. Der gebürtigen Amerikanerin vertraut man zwar nur widerwillig ein Auto an, dafür ist ihr kein Auftrag zu unangenehm. Kaltblütig ermittelt sie im Zentrum des Verbrechens. Dabei genießen sie die Möglichkeiten, die sich ihnen bieten und gleichfalls ermitteln sie auf elegante Weise. Zeitgeist und vor allem der Stand der Technik werden in den Kurzkrimis perfekt integriert.

Im Rahmen der Aktion Mörderisch unterwegs mit Ullas Bücherseite habe ich mit Neil Richards und Matt Costello über die Entstehung der Serien geplaudert. Die beiden sind nicht nur exzellente Autoren, sondern können auch wunderbar erzählen. Das Gespräch könnt ihr im Podcast hören.


Bei der Aktion Mörderisch unterwegs gibt es täglich einen Downloadlink zu einer Dranbleiber-Serie von be.books zu gewinnen. Der heutige Gewinn ist der erste Band der Serie Sofia und die Hirschgrundmorde von Susanne Hanika, deren Morde in der bayerischen Idylle verübt werden.

Den Krimi könnt ihr heute bei uns als E-Book-Download gewinnen, wenn ihr bis Sonntag, 4. Juli 2021, 23:59 Uhr folgende Frage in den Kommentaren beantwortet:

Welches Wahrzeichen hat Serafinas Wohnort?


Viktorianisches London

Einige Jahre mehr muss man sich mit der Vergangenheit vertraut machen, wenn wir die Krimiserie von Ann Granger lesen. Lizzy Martin verschlug es einst nach London, wo sie den Kommissar Benjamin Ross kennenlernte. Nur einen einzigen Fall widerstand das Paar einer Heirat. Seit fünf Büchern genießen sie nun das Eheglück in einem Haus mitten in London. Sie sind wohlhabend genug, um sich eine Haushaltshilfe zu leisten, aber gehören nicht der Oberschicht an. Für Ermittlungen in den höchsten Kreisen ist Witz und Geschicklichkeit gefragt. Lizzy ist für ihre Zeit recht modern eingestellt. Die seinerzeit üblichen Gepflogenheiten werden dennoch nahegebracht.

Blick auf Big Ben

Im London zum Ende des 19. Jahrhunderts regierte Königin Victoria seit einem halben Jahrhundert. Die Monarchin setzte damals nicht nur mit der längsten Regierungszeit auf dem Thron Maßstäbe, sondern auch mit der Anzahl ihrer Kinder. London hatte seinerzeit rund vier Millionen Einwohner, die sich in mehrere sozialen Klassen aufteilte. Der Inselstaat war zu einem Imperium aufgestiegen und hatte über den ganzen Erdball Kolonien, die seine wirtschaftliche Macht stärkten. Von diesen wirtschaftlichen Faktoren erfährt man nur marginal in der Krimiserie um Ehepaar Ross. Eher folgt man ihnen nach Deptford und Putney. Die beiden Orte sind südlich der Themse und es war ein langer Weg, um Zeugen zu befragen. Deptfords Hafen wurde um 1850 geschlossen. Richmond Park und Wimbledon befinden sich direkt neben Putney und laden heutzutage zu langen Spaziergängen ein. Einen Eindruck über die Epoche bekommt man im Charles Dickens Museum.

Der Schwarzwald im 15. Jahrhundert

Noch weiter in die Vergangenheit führt uns die kräuterkundige Serafina. 1415 tritt die kluge, vorwitzige und nicht mehr ganz junge Serafina in das Schwesternhaus Sankt Christoffel zu Freiburg ein, dessen fromme Bewohnerinnen sich den Armen, Kranken und Sterbenden unter den Bürgern widmen. Es ist der optimale Ausgangspunkt für eine historische Krimiserie. Immer wieder stößt Serafina auf merkwürdige Todesfälle und in sechs Bänden wird Freiburg, die Stadt am Rande des Schwarzwalds, sowie Gesellschaft und Gesetze samt 15. Jahrhundert plastisch beschrieben. Serafina heiratet im Verlauf der Serie den Medikus Adalbert Achaz und bringt den zurückhaltenden Mann immer wieder in Situationen, in denen er über sich hinauswachsen muss. Astrid Fritz vermittelt in dieser Serie Zeitgeist und verbindet Historie mit spannender Unterhaltung. Zu Aschekreuz kann man auf ihrer Homepage die Hintergrundinformationen nachlesen.

historisches Gebäude in Freiburg

Der 116 Meter hohe Turm des Freiburger Münsters ist schon von Weitem zu sehen. Er ist das Wahrzeichen der Stadt und bietet von der Aussichtsplattform einen guten Ausblick auf die 900-jährige Stadt. Zum Beispiel auf die beiden Stadttore, die ein Oberbürgermeister mit einer beherzten Entscheidung vor dem Abriss gerettet hat. Im Mittelalter waren es noch fünf Durchlässe in der Stadtmauer verbunden mit einem Wehrgang. Im Zweiten Weltkrieg wurde Freiburg zu 80 Prozent zerstört und nun rekonstruiert wieder aufgebaut. Wer das Rathaus aus den Serafina-Krimis besichtigen möchte, sollte nach der Gerichtslaube Ausschau halten.

Ullas Bücherseite war natürlich auch historisch unterwegs. Ihre Favoriten lest ihr ab Montag, 5. Juli auf ihrem Blog.

be.books unterstützt diese Aktion mit insgesamt 30 E-Book-Links aus den Dranbleiber-Serien, die wir als Tagespreis und im Anschluss an die Aktion als Bundle verlosen werden. Die Antwort auf die Tagesfrage auf dem Facebookaccount ergibt sich aus den vorgestellten Serien. Zusätzlich wird in den jeweiligen Blogartikeln pro Tag ein Buchstabe bekannt gegeben, die zusammengesetzt einen Slogan ergeben. Am 8. Juli habt ihr alle Informationen für das Gewinnspiel zusammen. Dranbleiben lohnt sich also auch bei uns. 

2 Gedanken zu “Mörderisch unterwegs auf historischen Spuren

  1. Karin schreibt:

    Hallo und guten Tag,
    O.K. bin seit gestern Ullas Bücherseite gerne dabei .
    …und versuche mich daher gerne an der Buchstabensuche….für den Lösungssatz
    …..habe keinen Account für FB und bin auch des Englischen nicht so mächtig, dass ich habe dem geführten Interview, welches sicherlich sehr interessanten ist/war habe folgen können.
    Aber die Frage zum Wahrzeichen kann ich gerne beantworten…hohe Türme des Freiburger Münsters sind das Wahrzeichen von Serafinas Wohnort..also Münster von Freiburg/die Türme ,weil sehr weit sichtbar..
    Bin auf Morgen und weitere Infos/Buchstaben gespannt.
    LG…Karin..

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