Hunde die bellen morden nicht

Tierische Zuwiderhandlungen

Hunde die bellen morden nicht

Unartgerechte Hundehaltung

Mausi hat ein wahres Hundeleben. Parfümeur Hammoser verwöhnt seine Yorkshire-Dame in jeder Hinsicht. Gerade konnte man die beiden in einer Talkshow bewundern. Allerdings bemerkt offenbar niemand, dass es Mausi im Scheinwerferlicht eindeutig zu warm ist. Beim genaueren Hinsehen kann man noch mehr Anzeichen für Unwohlsein entdecken. Und wurde sie nicht gerade mit Schokolade gefüttert? Schokolade!? Die Erzählerin beschließt, dass sie Mausi aus ihrem goldenen Käfig befreien muss.

Yorkshire - Hunde die bellen morden nicht
Illustration Ralf Kramp

Das gewöhnliche Verbrechen rückt in dieser Geschichte ein bisschen in den Hintergrund, um den weitaus wichtigeren Dingen im Leben eines Hundes Platz zu machen. Bildhaft sieht man die Observation vor sich und drückt auf jeden Fall Mausi die Daumen, dass sich alles zum Guten wendet. Kenner einschlägiger Zeitschriften fühlen sich beim Lesen eventuell an wahre Begebenheiten erinnert. Das ist aber bestimmt nur Zufall. Hoffentlich kommt die Mode, den Hund als Accessoire zu benutzen, so bald nicht wieder.

Anette Schwohl ist in dieser Anthologie zum einen Krimiautorin, zum anderen auch die Herausgeberin. Die Sammlung mit 16 Kurzkrimis macht die tierischen Helden zum Mittelpunkt. Alle zusammen unterstützen die Dr. Axe Stiftung aus Bonn, die gemeinnützige Zwecke zum Tierschutz unterstützt. Hier kann man also lesend etwas Gutes tun und wird zudem hervorragend unterhalten. Autoren und Autorinnen wie Elke Pistor, Heike Denzau oder Ralf Kramp haben mit ihren spannenden, ungewöhnlichen und teilweise auch humorvollen Krimis dazu beigetragen.


Anette Schwohl, 1959 geboren, hat in Hamburg Kunstgeschichte, Literaturwissenschaften und in einem Aufbaustudium Kulturmanagement studiert. Nach beinahe zehn Jahren als Museumsdirektorin in Sachsen kehrte sie im Jahr 2002 nach Schleswig Holstein zurück. Sie ist freiberuflich als Kunsthistorikerin, Kulturmanagerin und Dozentin tätig. Etliche ihrer Kurzkrimis wurden in Anthologien veröffentlicht. 2019 hat sie das Erste Rendsburger Frauenkrimifestival organisiert. Seit Jahrzehnten lässt sie ihr Leben durch Hunde bereichern. (Quelle: KBV-Verlag)


Eine Wiese für den Widder

Hunde die bellen morden nicht
Illustration Ralf Kramp

Wenn Freunde heiraten, bringt man natürlich ein Geschenk zur Feier. Lena und ihr Mann dachten, die angeschlagene Vase auf dem Dachboden sei die ideale Gabe. Das Brautpaar revanchierte sich dafür mit einem Lamm, das sich zum Widder entwickelte. Geschenke von Freunden darf man nicht ablehnen, aber in einer Mietwohnung ist das Zusammenleben mit dem Nutztier einfach unkomfortable. Die Suche nach einer Lösung brachte nun eine Abfolge von Vorfällen, die so nicht mehr steuerbar waren. Hört man am Schluss noch ein leises: „Bööh“?

Jürgen Ehlers erzählt mit einer nüchternen Erzählstimme wie es zum Ende des Bordellkönigs kam. Es fängt so harmlos mit Geschenken an und endet so tödlich. Zwischen den Zeilen hört man aber deutlich die Frage: Was hätte ich machen sollen? Da fällt dem Leser vermutlich auch nichts anderes als die bereits pragmatisch vorgegebene Lösung ein. Bischkek ist nämlich überall. Der Kurzkrimi wird rasant erzählt und mit der Illustration ein echter Hingucker.


Jürgen Ehlers wurde 1948 in Hamburg geboren, lebt heute mit seiner Familie auf dem Land. Seit 1992 schreibt er Kurzkrimis, die in verschiedenen Verlagen im In- und Ausland veröffentlicht wurden, und ist Herausgeber von Krimianthologien. Er ist Mitglied im „Syndikat“ und in der „Crime Writer´s Association“. Sein erster Kriminalroman „Mitgegangen“ wurde in der Sparte Debüt für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Bei KBV veröffentlichte Jürgen Ehlers bislang sechs historische Kriminalromane und im November 2013 erschien der „Hamburg Krimi-Reiseführer“.


Zur falschen Zeit am falschen Ort

Hunde die bellen morden nicht - Waschbär
Illustration Ralf Kramp

„Die Natur und ich berühren uns nur, wenn die Sonne meine Wäsche trocknet“, sagt Suse. Nun wird sie aber von ihrer Cousine Gesa in den Kanadischen Wäldern um Hilfe gebeten, deren Mann mit einem nicht unerheblichen Teil des gemeinsamen Geldes und dem Zimmermädchen des Hotels das Weite gesucht hat. So weit ist er aber nicht, dass er nicht doch noch eine Bedrohung darstellt. Wie anders dagegen die putzige Waschbärfamilie ist. Während Suse im klaren Wasser badet und über niedrige Waschtemperaturen amerikanischer Waschmaschinen sinniert, sieht sie die Gefahr in Gestalt von Louis nicht kommen.

Fenna Williams hat eine Begabung, humorvolle Kriminalgeschichten so zu erzählen, dass man das Verbrechen gar nicht mehr als so schlimm empfindet. Auch dieser Kurzkrimi macht keine Ausnahme. Die Situation wird dem Leser näher gebracht, indem die Sitzung bei einem Psychiater beigewohnt werden kann. Mit geschickten Fragen prüft er nun Suses Aussage zu einem Todesfall. Zwischen all der gereinigten Objekte und dem unbeugsamen Gerechtigkeitssinn einer Waschbärin bildet sich eine skurrile Geschichte heraus. Eine ausführliche Vita der Autorin findet ihr auf ihrer Homepage.


Der Kauf von Hunde, die bellen, morden nicht unterstützt unter anderem Glanrinder, Weiße Gehörnte Heidschnucken und Bunte Bentheimer Schweine. Selten ist es so unterhaltsam, Gutes zu tun. Weitere Projekte sind auf der Homepage der Dr. Axe-Stiftung beschrieben.


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  • KBV Verlag
  • erschienen im November 2020
  • Hardcover, 260 Seiten
  • ISBN: 978-3-95441-556-4

Das Rezensionsexemplar wurde mir vom KBV Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Meine Meinung hat es nicht beeinflusst.

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