Unter Wölfen 2 - Cover

Es wird brenzlig für Rubinstein

Unter Wölfen – Der verborgene Feind von Alex Beer

Nürnberg, 1942. Der jüdische Antiquar Isaak Rubinstein tarnt sich seit einigen Wochen unfreiwillig als Sonderermittler Adolf Weissmann. Nur wenige wissen, dass der angesehene Kommissar sein Tun nicht mehr stören wird. Die Tochter eines einflussreichen Unternehmers, der den Nationalsozialismus unterstützt, hat ein Auge auf Isaak geworfen. Diese wiederum wird von einem eifrigen Journalisten begehrt. Als Isaak nicht wie geplant nach Berlin abreisen kann, sondern zuvor noch zwei Morde aufklären soll, wird dieser vermeintliche Nebenbuhler zur Gefahr. Auch der Kollege vom Kommissariat ahnt mehr als Isaak lieb ist.

Alex Beer beweist bereits mit der Serie um Rayonsinspektor August Emmerich, dass sie Historie spannend verpacken kann. Isaak Rubinstein muss seit dem ersten Band die Identität eines erfolgreichen Kommissars und persönlicher Freund von Heinrich Himmler annehmen. Gefährlicher konnte man 1942 nicht agieren, selbst wenn man ausgewiesen arischer Herkunft wäre. Der zweite Fall schließt nahtlos an den Vorgänger an. Die Informationen, wie es zum Wechsel der Persönlichkeit kam, wird aber ausführlich genug erklärt, sodass keine weiteren Kenntnisse daraus notwendig sind. Es beginnt ein neues Verbrechen, das dem Kommissar wider Willen alles abverlangt. In der Fränkischen Stadt werden zwei Frauenleichen entdeckt, die offenbar demselben Mörder zum Opfer gefallen sind. Rubinstein hat einen erfahrenen Ermittler an seiner Seite, sodass die Suche nach dem Täter spannend zu lesen ist.

Spannungsbogen auf hohem Niveau

Die gewagte Tarnung ist ebenfalls ein Spannungselement. Die Frage, ob es gelingen würde, in die Rolle des besten Ermittlers des Reiches zu schlüpfen, ohne jegliche Kenntnis von Kriminalistik, steht immer im Raum. Isaak muss sich nach den Erwartungen entsprechend verhalten und dennoch Kontakt zum Widerstand halten. Sein Umfeld ist weder blind, noch naiv, sodass jeder weitere Tag der Täuschung auch zur Entlarvung beitragen könnte. Die Figuren wurden so authentisch wie möglich gezeichnet, sodass ihr Handeln glaubhaft ist. Gesellschaftliche Achtung und die damit verbundene Gesinnung sind deutlich erkennbar, ohne übertrieben zu wirken. Der Titel Unter Wölfen ist noch beschreibender als im Vorgänger. Ein gewohnt hohes Erzähltempo unterstreicht die teilweise atemraubenden Szenen.

Die österreichische Autorin verbindet mit dieser Krimiserie sowohl gute Recherche der Epoche mit dem Gedankenspiel des Identitätswechsels. Beides ermöglicht spannende Ermittlungsarbeit und gleichzeitiges Bangen um den Protagonisten. Isaak Rubinstein wandelt stets auf einem schmalen Grat zwischen Erfolgsdruck und tödlichen Absturz. Die Wölfe würden den jüdischen Buchhändler im nationalsozialistischen Nürnberg ohne zu Zögern zerfleischen. Die 350 Seiten sind daher viel zu schnell ausgelesen und das Warten auf den dritten Band beginnt.

Leseprobe

Alex Beer - Autorin
© Ian Ehm

Alex Beer, geboren in Bregenz, hat Archäologie studiert und lebt in Wien. Nach »Der zweite Reiter«, ausgezeichnet mit dem Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur, »Die rote Frau«, nominiert für den Friedrich Glauser Preis 2019 und »Der dunkle Bote« erscheint im Mai 2020 der vierte, von den Fans lang erwartete Roman um August Emmerich. Neben dem Wiener Kriminalinspektor hat Alex Beer mit Isaak Rubinstein eine weitere faszinierende Figur erschaffen, die während des Zweiten Weltkriegs in Nürnberg ermittelt. Um es mit den Worten der Jury des Leo-Perutz-Preises zu sagen: »Was Alex Beer erzählt, betrifft auch die heutige Zeit, aber wie sie erzählt, lässt die ferne Vergangenheit lebendig werden.« (Quelle: Randomhouse)


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  • Herausgeber: Limes Verlag
  • Broschiert: 352 Seiten
  • erschienen am 12. Oktober 2020
  • ISBN-13: 978-3809027362

Reihenfolge

  1. Unter Wölfen
  2. Unter Wölfen – Der verborgene Feind

3 Gedanken zu “Es wird brenzlig für Rubinstein

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