Aller guten Dinge sind zwei - Cover

Zweisam, einsam, gemeinsam

Aller guten Dinge sind zwei von Mhairi McFarlane

Seit 18 Jahren sind Laurie und Dan ein Paar. Mit 36 Jahren wohnen sie in einem eigenen Haus in guter Lage und  Laurie denkt immer öfter an Kinder. Als die Anwältin eines Tages nach Hause kommt, erklärt Dan, dass er genau dieses vorgeplante Leben nicht will. Er möchte vorher seine Unabhängigkeit genießen. allerdings verschweigt er, dass er bereits eine Neue hat und die schon bald verkündet, dass sie schwanger sei. Für Laurie bricht eine Welt zusammen. Um vor den gemeinsamen Kollegen nicht als bemitleidenswertes Opfer zu erscheinen, geht sie mit dem smarten Kollegen Jamie eine Scheinbeziehung ein. Dieser erhofft sich wiederum Vorteile durch Lauries guten Ruf als Verteidigerin. Das Chaos ist also angerichtet.

Mhairi McFarlane schafft es in ihrem sechsten Roman wieder einmal, dass die Protagonistin aus ihren rosa Wolken in der Realität ankommt. Laurie hat sich die Hälfte ihres Lebens auf Dan verlassen und kann sich nichts anderes vorstellen, als mit ihm alt zu werden. Sie beschreibt mit ihrer Protagonistin die romantische Sicht vieler Frauen, die den Schritt zur Familiengründung wagen wollen. Mitte 30 ist dabei für viele eine Altersgrenze. Trennt man sich, kann man auch die Pläne für Nachwuchs über Jahre hinweg auf Eis legen. Die Suche nach einem neuen Partner ist nach einer Trennung für die verlassene Seite auch nicht einfach. Sowohl das Innenleben der Figuren als auch vom Äußerlichen kann man sie sich bildhaft vorstellen. Man fühlt mit ihnen mit und dank der stereotypen Charakter wählt man auch sofort sein Team.

Die Lösung, die die schottische Autorin bereithält, ist allerdings recht innovativ. Sie stellt der unglücklichen Laurie einen Kollegen an die Seite, der immer wieder ins Gerede gekommen ist. Jamie soll bereits nach kurzer Zeit das Herz einer jungen Frau gebrochen und sich über Konventionen hinweggesetzt haben. Nach Meinung der Kollegen hat Laurie einen besseren verdient. Zunächst ist die Beziehung tatsächlich ein Schauspiel, um Laurie nicht als eine tragische Figur aussehen zu lassen. Je besser die beiden sich kennenlernen, desto mehr Sympathie kommt ins Spiel. Als der Zeitpunkt der Trennung kommt – wir ahnten es schon – klappt auch das nicht wie geplant. Alles, was an Turbulenzen denkbar ist, muss das gebeutelte Paar aushalten. Trotz der Vorhersehbarkeit liest sich die Geschichte unterhaltsam. Die Dialoge sind authentisch und humorvoll und lassen dadurch die Handlung glaubhaft wirken. Die Charaktere entwickeln sich in angemessener Zeit.

McFarlane bedient mit ihren Büchern nicht nur das Unterhaltungsgenre für die vermutlich überwiegend weibliche Leserschaft, sondern stellt darin immer wieder moderne junge Frauen an einer Lebensentscheidung vor. Trotz der Liebesgeschichten handeln sie auch von Zielen, die jede Protagonistin für sich erreichen möchte. Sie überwinden Barrieren und zeigen so, dass es Auswege aus schwierigen Situationen gibt. Ihre Erlebnisse werden überzeichnet, was aber nur die Spannung erhöht und die Daumen drücken lässt. Alles zusammen erzeugt ein Wohngefühl beim Lesen.

Leseprobe

Mhairi McFarlane, 1976 in Schottland geboren, trägt ihre Haare seit ihrer Kindheit als Bob und musste sich daher nie Gedanken über ihre Frisur machen. Nach ihrem Studium der englischen Literatur an der Manchester University und der Arbeit als Journalistin bei der Nottingham Post entschied sie sich, Autorin zu werden – und kann immer noch kaum glauben, dass ihre Romane sich regelmäßig auf internationalen Bestsellerlisten wiederfinden. Mhairi lebt mit Mann und Katze in Nottingham. »Aller guten Dinge sind zwei« ist ihr sechster Roman. (Quelle: Knaur Verlag)


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  • Herausgeber: Knaur TB
  • Originaltitel: If I Never Met You
  • Taschenbuch: 432 Seiten
  • ISBN-13: 978-3426522707
  • erschienen am 2. November 2020

Das Rezensionsexemplar wurde mir vom Droemer Knaur Verlag über vorablesen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Meine Meinung hat es nicht beeinflusst.

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