Kalender und Utensilien auf Schreibtisch

Geplante Spontanität

Redaktionsplan richtig genutzt

Wer für sein Thema brennt, dem fällt auch immer etwas Lesenswertes ein. So einleuchtend wie diese Aussage ist, so kreist sie aber manchmal wie ein Aasgeier über dem Schreibtisch und blockiert sämtliche Ideen. Einfaches Drauflosschreiben ist also nicht immer die beste Strategie, sondern bedarf einer anderen Lösung.

Kommen euch diese Sätze bekannt vor?

Wer regelmäßig Texte veröffentlicht, hatte bestimmt auch schon mal eine Ideenflaute. Man sitzt vor einem leeren Bildschirm und löscht mehr Sätze als man schreibt. Im schlimmsten Fall vertröstet man bereits seit längerer Zeit seine Leser. Wenn das ab und zu passiert, ist der private Blog trotzdem noch lesenswert. Es ist manchmal echt schwer, regelmäßig interessante Inhalte auf den Blog zu bringen. Beim Buchblog reduzieren sich die Themen auf Rezensionen, Berichten von Veranstaltungen rund ums Buch und Neuigkeiten über Autoren und Verlage. Je nach Vorlieben kann man da aus einem gutgefüllten Topf der Informationen schöpfen. Aber 1:1 kopieren will und soll man ja auch nicht.

Nur ein aktives Blog wird auch gelesen.

Ein Weblog ist zwar dem Namen nach ein Tagebucheintrag im Internet, aber beim Buchblog braucht man ja auch ein bisschen Zeit fürs Lesen. Die wenigsten halten täglich das Gelesene schriftlich fest, oder teilen der Community ihre Gedanken zu bestimmten Themen mit. Intuitiv und spontan werden die wenigsten Artikel verfasst. Meistens liest man ein Buch, macht sich darüber Gedanken und postet dann die Rezension. Bloggen ähnelt in dieser Hinsicht also dem Vorgehen, wie sie in den Redaktionen der Zeitungen und Magazine üblich ist. Dort funktioniert es auch nur mit einer wohlüberlegten Struktur und Planung. Von daher ist es hilfreich, sich langfristig Gedanken über seine Veröffentlichungen zu machen. Wer sich dafür Zeit nimmt, sitzt seltener vor einem leeren Blatt und hat keine Ahnung, mit was es gefüllt werden könnte.

Was spricht für eine Planung?

  • Man hat Ziele und Relevanz stets im Blick.
  • Man behält den Überblick über die Termine von Veröffentlichungen.
  • Die Beiträge werden über den Zeitraum besser verteilt.
  • Storytelling ergibt ein rundes Gesamtbild.
  • Man spart Zeit beim Schreiben und kann kleine Zeiträume nutzen.
  • Weihnachten kommt nicht mehr so überraschend.
  • kein Thema wird „vergessen“
  • Die Entwicklung der Themen zu Kolumnen ist übersichtlicher.
  • Man hat mehr Zeit für die Kreativität, weil man nicht mehr vor einem leeren Blatt sitzt.
  • Bei Teamarbeit ist jeder auf dem aktuellen Stand.

Behalte die geplanten Beiträge weiterhin im Auge, falls sich plötzlich etwas ändert.

Inzwischen gilt morgens mein erster Blick auf dem Schreibtisch immer dem Redaktionsplan. Zwei Mal wöchentlich nehme ich mir die Zeit von zwei Tassen Kaffee, um nach Themen zu recherchieren oder alle meine Gedanken aufzuschreiben, was dazu passen könnte. Eine große Hilfe ist dabei die Webseite Answerthepublic.com. In der kostenlosen Version kann man pro Tag nach zwei Stichworten suchen. Sämtliche Suchanfragen im Netz werden nun in einer Grafik angezeigt und regen die Ideenfindung an.

Keywordrecherche mit Tool
Themenfindung per answerthepublic.com

Natürlich folgt auch die Recherche ein paar relevanten Keywords. Das Beispiel zeigt, welche Angebote zu „Buchblog“ answerthepublic.com bereithält. Anregungen für Thementage findet ihr im Kleinen Kalender.

Grundlage für die Suche sind dabei diese Faktoren:

  • Jahresziel
  • Frequenz der Veröffentlichungen
  • Themenwahl
  • Trends
  • Vorlagen

Die Zielsetzung ist die Maßgabe für einen Redaktionsplan. Möchte ich am Ende des Jahres mehr Leser/Views auf meinem Blog haben, muss ich nicht nur möglichst spannend und aktuell schreiben. Vor allem sollte die Pause zwischen den einzelnen Beiträgen nicht zu groß werden. Man wählt also mindestens zwei Tage aus, an denen man seine Leser mit Neuigkeiten versorgt. Besser sind natürlich drei Tage, oder man variiert die Art der Postings und erhöht sogar auf vier. Mehr ist meistens aber nicht nötig, weil die Neuigkeiten sonst zur Gewohnheit werden. Diese Veröffentlichungstage trägt man in den Plan ein. Stammleser werden irgendwann darauf warten.

Die richtige Wahl

Manche Themen eignen sich leider nicht zum mehrmaligen Posten. Wenn ich nur einmal pro Woche veröffentliche, muss der Beitrag länger sein. Bei zwei Beiträgen kann ich den Mehrwert aufteilen. Bietet das gewählte Thema noch weitere Darstellungen? Kann ich einen Trend ausnutzen? Denkt auch daran, dass saisonale Ereignisse deutlich früher geplant als veröffentlicht werden. Außerdem ist gerade in diesen Zeiten die Konkurrenz groß. Will ich also Buchtipps für Weihnachten veröffentlichen, wäre das Wochenende zum ersten Advent definitiv zu spät. Natürlich ist es auch schwer, sich bei 30 Grad im Schatten über Bücher mit verschneiten Wäldern und Weihnachtslieder vorzustellen. Wenn aber im September die Verlagsvorschauen veröffentlicht werden, sollte man spätestens den Blick riskieren und seine Auswahl treffen.

Weitere Überlegungen sollten zur allgemeinen Stimmung in der Zielgruppe führen. Kann ich einen Trend ausnutzen? Letztes Jahr waren immer wieder Bilder mit blauen Buchcovern zu sehen. Das wäre so ein Trend, den man nicht nur als Text auf dem Blog, sondern vor allem auch als Foto in den sozialen Medien präsentieren könnte. Saisonale Ereignisse werden auch deutlich früher geplant als veröffentlicht. Außerdem ist gerade in diesen Zeiten die Konkurrenz groß. Will ich also Buchtipps für Weihnachten veröffentlichen, wäre das Wochenende zum ersten Advent definitiv zu spät. Übrigens muss man das Rad nicht immer neu erfinden. Nutzt die Vorlagen, die euch angeboten werden – selbstverständlich unter Berücksichtigung des Urheberrechts. Neu zusammengestellt sind sie genau auf eure Leser zugeschnitten, die sich nun das Suchen sparen.

Hilfreich ist es, wenn man zu jedem Monat ein Hauptthema findet. Man hat dann gleich eine Struktur, mit der man seine Blogbeiträge verteilen kann. Der Sommer bietet sich natürlich an, sonnige Romane vorzustellen und über ferne Länder zu berichten. Bedenke aber, dass das nicht nur viele suchen, sondern auch ganz viele posten.

Übrigens muss man das Rad nicht immer neu erfinden. Nutzt die Vorlagen, die euch angeboten werden – selbstverständlich unter Berücksichtigung des Urheberrechts. Neu zusammengestellt sind sie genau auf eure Leser zugeschnitten, die sich nun das Suchen sparen. Stöbert in den einschlägigen Designprogrammen oder im Angebot der Apps, ob ihr zu eurer Seite ein passendes Design findet und speichert es als Vorlage. Manchmal reicht es dann, wenn man einfach nur die gelbstichigen Herbstfarben durch kalte Töne im Winter ersetzt.

Der Feinschliff

Wenn ich mir ein Hauptthema fürs Quartal oder den Monat ausgewählt habe, fülle ich meine Tabelle. Ein Redaktionsplan enthält Themen, Ideen, Ereignisse und den Zeitpunkt der Veröffentlichung, um geeigneten Content zu entwickeln. Man kann es am besten so beschreiben:

Was soll wann, wie und wo veröffentlicht werden?

Die Antworten sind im Idealfall auf einen Blick ersichtlich. Wenn ich also Montag auf Instagram mit einem Bild einen Blogartikel für Mittwoch vorbereiten möchte und Donnerstag im Nachgang darüber auf Facebook verlinke, sollte das auch im Plan so stehen. Die Zeitersparnis ist übrigens, dass man beim Schreiben des Artikels direkt die kurzen Texte und Bilder für Social Media erfasst und über die Plan-Funktion auf das richtige Datum platziert. So kann dann auch nichts Wesentliches vergessen werden.


Zusammengefasst gibt jeder Redaktionsplan die exakte Antwort auf diese fünf W-Fragen:

  • Welcher Inhalt? → Thema
  • Wie wird der Inhalt verpackt? → Format
  • Wann wird er veröffentlicht? → Datum
  • Wo soll der Inhalt sichtbar sein? → Kanäle
  • Wer kümmert sich um was? → Zuständigkeiten

Anfangs sieht die Erstellung eines Plans nach viel Arbeit aus. Spoileralarm: Das ist es auch. Aber einmal geplant und aufgestellt, sparst du enorm viel Zeit, die du für das Schreiben der Texte verwenden kannst.

Download Vorlage für deinen Redaktionsplan 2021

Wenn so gar nicht genügend Zeit für einen lesenswerten Artikel bleibt, verrate ich dir im Artikel über Reichweitenerhöhung, welche weiteren Möglichkeiten du hast, vorhandenes Material neu aufzubereiten.

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