Reichweitenerhöhung

Als vor einigen Wochen die Frankfurter Buchmesse die Kriterien für die Blogger-Freikarten änderte, ging ein Aufschrei durch die Blogosphäre. Plötzlich sollten die Bewerber 2.500 Follower vorweisen können. Die große Mehrheit fragte sich, wie sie diese hohe Zahl erreichen sollte. Die Lösung ist so einfach wie langwierig: Vernetzt euch, wo ihr könnt!

An der Änderung der Bewerbungskriterien zeigte die Buchmesse, auf was es beim Bloggen ankommt. Je mehr Follower man hat, desto mehr werden die eigenen Texte gelesen. Das gelingt durch Reichweitenerhöhung. Gerade bei literarischen Inhalten bekommt der Blogger, oder auch Influencer genannt, einen hohen Stellenwert. Verlage arbeiten schon seit Jahren mit Lesern zusammen, die in ihrem Umkreis (Community) über Bücher berichten. Es ist auch schwer, ein Buch man auf den ersten Blick zu bewerten, weswegen die Meinungen anderer einen Anhaltswert bieten.

Mit Manuela aus Lesenswertes aus dem Bücherhaus hatte ich zu diesem Thema eine Plauderei. Wir stellen euch einen Ausschnitt daraus zur Verfügung.

Podcast

Um sein Angebot optimal auszurichten, muss man die Bedürfnisse der Verlage verstehen. Der Zweck von Influencer Marketing ist es, den Einfluss und die Reichweite wichtiger Meinungsmacher und Multiplikatoren zu nutzen, indem diese über das eigene Produkt in den sozialen Netzwerken verbreiten. Damit erklärt sich, wieso es heutzutage mehr Veranstaltungen für Blogger gibt als früher. Ausschlaggebend für die Wahl eines solchen Influencers sollte dabei sein, inwieweit er die Werbebotschaft an eine größere Zahl von Menschen weiterreichen kann und dabei Einfluss auf deren Kaufentscheidung nimmt. Ein hoher Vernetzungsgrad ist ebenfalls zu beachten. Konkret heißt das, dass hohe Followerzahlen und das Veröffentlichen auf verschiedenen Plattformen gut angesehen sind. Aber wie erreicht man das?

Erfolgsfaktoren des Influencer-Marketings

  • Relevanz (passt der Blog zum Produkt?)
  • Reichweite (Follower und Nische)
  • Resonanz (Feedback der Community)
  • Reputation (Authenzität)
  • Zieldefinition (Kampagneninhalt)
  • Zielgruppe (Analyse und Kundenprofil)

Zu allererst sollte man auf die Relevanz des Blogs achten. Wenn der Blog eine andere Nische bedient, spricht man die falsche Zielgruppe an. Es wäre also unsinnig, sich bei einem Genre zu bewerben, wenn man keine Leser dafür hat. Auch ein zu großes Angebot ist nicht zielführend. Wenn sich die Zielgruppen zu stark unterscheiden, langweilen sich die einen und man geht nur einen Kompromiss ein. In diesem Fall teilt man die Verzeichnisse im Blog auf und sorgt dafür, dass jedes regelmäßig gefüllt wird.

Als nächstes ist die Reichweite wichtig. Vermutlich habt ihr es schon bemerkt: Es ist harte Arbeit, organische Reichweite aufzubauen. Kaufen kann aber jeder, weswegen wir es regelmäßig mit guten Inhalten zeigen, dass unser Blog es wert ist, gelesen zu werden. Reichweite kann man auf verschiedene Arten generieren. Man muss auch hier nicht immer das Rad neu erfinden, sondern kann auch mal andere wertschätzen, indem man etwas teilt oder ergänzt.

Fremde Inhalte teilen

Diese Art von Content-Sammlung ist zeitaufwändig. Man muss das Netz nach passenden Postings durchsuchen, die andere erstellt haben. Man hat keinen Einfluss auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung und der Content ist somit nicht planbar. Reichweitenerhöhung findet in diesem Fall also mehr zufällig statt und ist nicht kontrollierbar.

Ebenso verhält es sich mit Postings, die andere von uns teilen. Es gibt keine Kontrolle, wann wer unsere Beiträge sieht, für seinen eigenen Kanal als relevant einstuft und dann auch noch teilt. Verlässlich ist diese Methode also nicht.

Eigener Inhalt als Sponsored Post

Bei dieser Art von Reichweitenerhöhung arbeitet man mit bezahlten Anzeigen, wie sie die sozialen Netzwerke in ihren Businessaccounts anbieten. Über SEA (Search Engine Advertising) definiert man Zielgruppe und Zeitpunkt der Ausspielung, damit eigene Inhalte einer größeren Gruppe von Lesern angezeigt werden. Man hat zwar die Kontrolle, wann der Content ausgespielt wird, aber durch die Vergrößerung der angesprochenen Personen, die eben noch keine Follower sind, hat man keinen Einfluss aufs Teilen und Liken. SEA eignet sich mehr für zeitlich befristete Aktionen.

Eigens erstellter Inhalt

Hier können wir genau bestimmen, was, wann und an wen ausgespielt wird. Optimal ist in dieser Kategorie die E-Mail-Liste. Sie ermöglicht eine persönliche Ansprache und man hat die Erlaubnis vom Follower, dass man ihm Content schicken darf. Man ist sich also sicher, dass der Empfänger ein Interessent ist. Aber auch Follower auf Facebook und Co. sind grundsätzlich Interessenten, die mit einer höheren Wahrscheinlichkeit Neuigkeiten teilen und somit die Reichweite für den eigenen Account um ihre Leserschaft erhöhen. In dieser dritten Kategorie der Reichweitenerhöhung hat man zudem die Kontrolle, zu welchem Zeitpunkt Content veröffentlicht wird, und ob die Neuigkeit noch in weiteren Postings verbreitet wird. Der Nachteil, wenn man sich nur auf diese Kategorie beschränkt, ist der Zeitaufwand, eigenen Content zu erstellen.

Der Mix macht’s!

Geschickt ist es, wenn man diese Texte für die sozialen Medien und den typischen Lesern anpasst. Ein Blogartikel würde auf Instagram nicht ganz gelesen werden und benötigt unbedingt ein hübsches Bild. Das sollte besser keine Infografik sein. Die passt besser zu Xing. Wer morgens auf seinen Blogartikel hinweisen will, könnte einen Podcast darüber einsprechen, den viele schon auf dem Weg zur Arbeit hören. In der Grafik seht ihre einige Beispiele, wie man Content für die entsprechenden Formate aufbereiten kann. Das bringt Abwechslung und spricht die Leser auf den favorisierten Kanal an.

1×1 der Pressearbeit in sozialen Medien

Wie bei jeder Sichtbarkeit muss auch für einen Blog dafür gesorgt werden, dass er möglichst vielen Lesern angeboten wird. Am einfachsten gelingt das durch Social Media. Unter den Blognamen eröffnet man einfach eine Seite auf Facebook, auf der ebenfalls der Austausch mit anderen stattfindet. Instagram, Twitter und Co. sind ebenfalls eine Überlegung wert. Wichtig ist, dass die Community das Gefühl bekommt, man kümmert sich um sie. Posten und dann nicht mehr reagieren wird immer übel genommen.

Weitere Möglichkeiten, die Sichtbarkeit und damit die Reichweite zu erhöhen, sind Beiträge in Fachforen. Die Lesejury, Buchentdecker und andere eignen sich hervorragend, nicht nur Neuerscheinungen vorab kennenzulernen, sondern auch Gleichgesinnte kennenzulernen und sich zu vernetzen. Aktionen wie Blogparaden und Leserunden sind perfekte Ergänzungen und leisten ihren Beitrag zur Sichtbarkeit. Wer es nicht nur online mag, meldet sich irgendwann einfach mal zu einem Literaturcamp an. Bisher habe ich keine Veranstaltung erlebt, die nicht auf ihre Art einzigartig war. Man lernt dort alle möglichen Themen kennen und eben auch Blogger, die sich damit beschäftigen.

Wer nun eine größere Reichweite vorweisen kann, wagt sich bestimmt auch mal mit einem richtigen Artikel an die Presse. Vielleicht macht ein Lokalsender eine passende Sendung, oder die regionale Tageszeitung ist dankbar für einen Lesungsbericht in der Lieblingsbuchhandlung? Hier ist es wichtig, den Artikel journalistisch aufzubereiten und ein Foto zur Veröffentlichung anzuhängen.

  • Community / Fanpages
  • Buchblogs (evtl. Mehrwert anbieten)
  • Bücherforen
  • Blogparade
  • Literaturcamps
  • Lokalpresse Autor und Handlungsort (Nähe ist relevant)
  • Branchenmagazin

Wer mit dem Gedanken an die Lokalpresse spielt, sollte sich unbedingt einen Abschluss seiner Mitteilung überlegen. Im Fachjargon nennt man das übrigens Broilerplate. Sie enthält Daten über euch, die dem Redakteur nicht nur Anhaltspunkte über euch gibt, sondern auch ohne Zeitverzögerung Infomationen für einen Einleitungstext geben.

Stellt also kurz und knapp folgende Informationen zusammen und kopiert sie unter jeden Bericht, den ihr bei der Presse einreicht:

  • Porträt (hochauflösend für Print, niedrige Auflösung für Online) – Urheber- bzw. Quellenangabe!
  • Positionierung
  • Persönliche Eckdaten
  • Fakten Veröffentlichungen, Veranstaltungen, Highlights

Mit diesem Wissen könnt ihr jetzt gleich ausprobieren, ob die Tipps für euch funktionieren. Stellt euch den unten aufgelisteten Aufgaben und beobachtet die Auswirkungen auf eure Reichweite. Ihr müsst sie nicht an aufeinanderfolgenden Tagen bearbeiten, aber lasst euch auch nicht allzu große Lücken dazwischen.

Challenge zur Reichweitenerhöhung

  • Definiere deine Ziele
  • Überlege drei Beiträge mit Content
  • Stelle die Beiträge in drei Darstellungen zusammen
  • Poste einen 10-Sekunden-Film (Story)
  • Storytelling in vier Abschnitten
  • Kommentiere an fünf aufeinanderfolgenden Tagen je drei Beiträge in deiner Zielguppe
  • Erstelle eine Pinwand auf Pinterest
  • Folge drei neuen Bloggern
  • Organisiere eine Watch-Party
  • Erstelle eine Umfrage

Die Aufgaben der Challenge könnt ihr als Bulletlist zum Abhaken im pdf-Format herunterladen. Schreibt uns gerne in die Facebookgruppe 2Blogs1Buch, welche Erfolge ihr erzielt habt.

Download Challenge zur Reichweitenerhöhung

3 Gedanken zu “Reichweitenerhöhung

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