Titelfolie Personaerstellung

Persona: Wer liest was?

Der perfekte Text für den Leser

Bei manchen Rezensionen hat man sich so viel Mühe gegeben und trotzdem erreichen sie nur wenige Klicks. Dann schießt man schnell ein Foto von seinem Haustier und bekommt mehr Likes als man Follower hat. Diese Phänomene kennt wohl jeder Blogger. Aber wieso ist das so? Die Grundlagen lassen sich mit der professionellen Zielgruppendefinition erklären.

Blog setzt sich zusammen aus den Wörtern Web und Log: kurz Blog. Übertragen ist das ein Online-Tagebuch. Inzwischen werden diese weltweit lesbaren Eintragungen gerne für Buchempfehlungen genutzt. Es werden aber nicht nur Texte verfasst, sondern auch auf Facebook und Co. diverse Fotos geteilt und per Link die Follower auf das Blog gelenkt. Auch das scheint willkürlich zu sein. Mal ist ein Foto überaus erfolgreich, mal wird es kaum beachtet. So geheimnisvoll ist das aber gar nicht. Alles steht und fällt mit dem richtigen Text für die richtige Zielgruppe.

Um sich für die richtigen Kommunikationskanäle zu entscheiden, muss man sich verdeutlichen, für welche Leser man schreibt. Die große Menge an Follower ist unübersichtlich und die Gefahr ist groß, sich zu verzetteln. Daher ist es hilfreich, stellvertretend für alle Leser ein bis vier Profile zu erstellen, die die meisten Interessenten abdecken. Das nennt man Persona.

Die Persona vereint alle Charaktereigenschaften der jeweiligen Zielgruppe. Das Schreiben ist einfacher, wenn man ein Bild vom typischen Leser vor Augen hat und ihn direkt ansprechen kann. Die Texte klingen persönlicher und wecken beim Adressaten mehr Interesse.

Hat man den typischen Leser vor Augen, kann man einfacher mit ihm in den Dialog gehen. Man wählt intuitiver die richtigen Bilder aus und schreibt bessere Texte. Die typische Charaktereigenschaften erhält man durch Recherche auf den eigenen Kanälen, in Studien, Statistiken und Umfragen. Umfangreiche Daten erhält man bei Statista oder auch beim Statistischen Bundesamt.

Erstellung Persona

Hilfreiche Fragen zum Zusammentragen der Daten sind:

  1. An wen richtet sich mein Blog?
  2. Welche Vorlieben haben meine Leser?
  3. Welche Tonalität bevorzugen sie bei der Ansprache?

Der Überblick über die gängigen Vorlieben seiner Leser gibt auch Aufschluss, wie wohl deren Alltag abläuft. Sinus Milieus geben dabei Hinweise über unsere heutige Gesellschaft. Ein Milieu entspricht dabei einer Gruppe Gleichgesinnter und fasst ihre Vorlieben, Werte und Ziele zusammen. Das Sinus Institut hat dafür ein Erklärvideo erstellt.

Allgemeine Statistiken des Statistischen Bundesamts oder das Hinzuziehen der Sinus Milieus geben einen Überblick über Vorlieben der Altersgruppen. Die Bedürfnisse der Generationen müssen ebenfalls berücksichtigt werden, damit sie sich verstanden fühlen und Vertrauen aufbauen.

Von der Gruppe zum Einzelnen

Personas werden mit Name und Foto angelegt, sodass man beim Texten ein klares Bild vor Augen hat. Um aus der Masse von Lesern einen ansprechbaren Vertreter herauszuarbeiten, trägt man folgende Hintergrundinformationen zusammen:

  1. Alter
  2. Geschlecht
  3. Beruf
  4. Wohnort
  5. Familienstand
  6. Einkommen
  7. Bildung
  8. Besondere Fähigkeiten
  9. Hobbys und Freizeitgestaltung

Statements festlegen

Dieses zusammengetragene Wissen um die Person erleichtert es, sich ein Bild zu machen. Stellt man sich nun den typischen Leser vor, überlegt man weiter, welche Aussagen die betreffende Person sagen würde.

  1. Aussagen, die typisch sind
  2. gelebte Werte und Ansichten
  3. Marken und Lebensweisen, durch die die Statements entstehen

Aus dieser Aussage kann man nun das Verhalten ableiten, das die eigene Strategie beim Veröffentlichen bestimmt. Das Beispiel Janina zeigt, dass die junge Frau gerne liest, um sich unterhalten zu lassen und dabei Situationen erlebt, die sie in ihrem Alltag nicht vorfindet. Die Angestellte würde also eher auf einen Text reagieren, in dem eine ungewöhnliche, aber immer noch glaubhafte Situation beschrieben wird. Die sachliche Ansprache hat sie täglich im Büro, weswegen sie die Lesezeit in ihrer Freizeit genießt.

Die Kenntnis, wie die Leser zum Blog gelangen, ist ebenfalls wichtig, um strategische Postings zu platzieren.

  • Wie informiert sich der typische Leser?
  • Wie ist das Online-Nutzungsverhalten?
  • Über welche Kanäle kommt er auf meine Webseite?
  • Welche Suchbegriffe nutzt er?
  • Wer beeinflusst ihn?

Immens wichtig ist es, die Vorteile für den Leser aufzuzeigen. Beim Lesen wird Zeit eingesetzt, die idealerweise ein gutes Gefühl hervorruft oder einen Mehrwert für den eigenen Alltag bietet. Damit ein langer Text gelesen wird und sich damit die Verweildauer auf dem Blog erhöht, muss der Inhalt also Mehrwert bieten und dem Leser praktisch aus der Seele sprechen. Die emotionale Seite muss hier angesprochen werden, damit sich der Leser auf der Seite wohlfühlt.

Erwartungen und Ziele

  • Was möchte die Persona mit dem Textinhalt erreichen? Wie hilft er ihr?
  • Will sie Probleme damit lösen? Welche?
  • Welche Ängste hat sie?
  • Was begeistert sie?
  • Wie würde die ideale Lösung für die Persona aussehen?

Mit Manuela habe ich während der Planung dieses Beitrags ein Gespräch geführt, das ihr im Podcast anhören könnt. Ihren Beitrag lest ihr am besten auf dem Blog des Bücherhauses.

Podcast

Als Beispiel habe ich zwei Personas für Leser kreiert. Die Ursprungsfrage war:

„Welche Zielgruppe ist am häufigsten als Leser meines Blogs vertreten?“

Diese Frage stellt sich jeder Blogger irgendwann einmal. Aus der Antwort ergeben sich neue Fragen und es kreiert sich Stück für Stück ein typischer Leser, der stellvertretend für seine Gruppe steht. Mit dieser Beschreibung gelingt es deutlich besser, einen ansprechenden Text für den eigenen Leser zu schreiben, was dann natürlich Auswirkungen auf die Followerzahl und Reichweite hat. Da es gerade bei Buchgenres nicht nur eine Gruppe von Lesern gibt, erstellt man am besten gleich noch ein zweites Profil. Am Seitenende könnt ihr die Checkliste herunterladen.

Weiterführender Link für Buchblogger: https://www.sinus-institut.de/fileadmin/user_data/sinus-institut/Dokumente/downloadcenter/Soziales_und_Umwelt/Buchhandlungen_und_Neue_Medien.pdf


Zusammenfassung Persona-Definition

  1. Ziele werden definiert, die mit dem Content verfolgt werden
    (Erhöhung der Views, Conversions, Reichweite, etc.)
  2. Datenanalyse der Leserschaft
    (Analyse der Insights, Kommentare, Umfragen, Feedback, Erfahrungsberichte, usw.)
  3. Auswertung
    (Daten werden gefiltert und sortiert)
  4. Persona-Erstellung
    (Charakteristika wird definiert, ggf. mehrere Personas erstellen, die unterschiedliche Ansprüche erfüllen, Persona erhält ein Bild)
  5. Etablierung
    (Steckbrief sichtbar machen und für jede Texterstellung verwenden)

Eine Checkliste findet ihr im Download.

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