Alison Weir - The 6 Tudor Queens

Eine Königin in Englands Reformation

Katharina von Aragón – Die wahre Königin von Alison Weir

Katharina von Aragón verlässt 1501 ihre Heimat Spanien, um den Englischen Thronfolger Arthur Tudor zu heiraten. Ihre neue Heimat ist ganz anders als das Gewohnte. Nicht nur das Klima ist rauer, sondern auch die Menschen mit der ihr unbekannten Sprache scheinen ihr kälter. Die kastilische Tochter von Ferdinand und Isabella bringt dem Inselstaat allerdings ein beträchtliches Brautgeld und trägt zum Erhalt seiner Macht bei. Auf dieses Vermögen will Henry VII. auch nach dem Tod seines Erstgeborenen nicht verzichten. Nur drei Monate nach der Hochzeit stirbt Arthur und macht Katharina zur Witwe. Ihr Schwiegervater verlobt sie kurzerhand mit seinem Zweitgeborenen: Henry VIII. Sieben Jahre wartet die Spanierin nun auf ihre Hochzeit. Als es 1509 endlich so weit ist, ist Henry bereits König und auch sie wird in England gekrönt. Ihr Leben scheint einem Märchen zu gleichen.

Was gibt es schöneres, als wenn sich zwei gefunden haben und den Rest ihres Lebens miteinander verbringen wollen? Die Prinzessin, die den begehrtesten Prinzen der Neuzeit heiratete, hatte alle Voraussetzungen für eine romantische Liebesgeschichte. Alison Weir lässt ihre Leser in dieser Romanbiografie ganz nah an die historischen Charaktere herankommen. Sie füllt die Dokumentationen mit Dialogen, wie sie vermutlich auch stattgefunden haben. Sie berichtet von einer jungen Frau, die in einem fremden Land unvorhergesehen auf sich alleine gestellt ist und zum Spielball auf dem königlichen Heiratsmarkt wird, bis dann das scheinbare Happy-end kommt. Katharina von Aragón lebte in einer Zeit, in der es immens wichtig für einen Monarchen war, einen männlichen Nachkommen zu zeugen. Leider überlebte nur ihr fünftes Baby und war zudem eine Tochter.

Lebendig beschriebenes Zeitzeugnis

Die Historie ist ausreichend dokumentiert und hat Englands Geschichte verändert. Henry verlor schon bald die Geduld und hielt sich Mätressen. Bessy Blount schenkte ihm sogar einen Sohn, der aber kein Anrecht auf den Thron hatte. Katharina war immer wieder schwanger, verlor aber jedes einzelne. Als 1527 ihre Hofdame Anne Boleyn in Henrys Leben trat, war sein Wunsch nach einem Erben bereits zur Besessenheit geworden. Kardinäle und Rechtsgelehrte arbeiteten daran, dass die Ehe als illegitim aufgelöst wurde. Katharina wehrte sich so gut es ging. Sie blieb dabei eine wahre Königin.

Weir beweist in diesem Roman eine akribische Recherche. Sie benötigt keine Nebenfiguren, um Ereignisse spannender zu machen. Die Hauptfiguren sind bekannt und agieren wie erwartet. Der Fokus liegt auf der Königin und ihrem Gefühlsleben. Nach 24 Jahren Ehe wird sie damit konfrontiert, dass diese Ehe niemals rechtmäßig war. Als Witwe des Bruders sei es nicht gottgewollt, dass Söhne geboren werden. Die gläubige Katholikin muss mit ansehen, wie ihr eigener Ehemann eine reformierte Religion annimmt, sich an deren Spitze setzt und mit Rom bricht. Je länger sie sich weigert, seine Ansicht anzuerkennen, desto mehr Demütigungen muss sie ertragen. Eine Frau, die als Kind ihrer Zeit Trost im Glauben findet, wird all ihrer Werte beraubt. Ihre Vertrauten werden fortgeschickt und ihre Tochter darf sie nur selten sehen. Dennoch beschreiben die Zeitzeugen sie als würdige Königin, die ihrem Mann gegenüber Haltung bewahrt.

Alison Weir über ihren Roman Catherine of Aragon – The true queen

Der Roman liest sich spannend und gefühlvoll zugleich. Weir verwendet eine angepasste Sprache, ohne die Epoche zu verfälschen. Sie öffnet ein Zeitfenster zur Vergangenheit, durch das wir die bahnbrechenden Ereignisse aus Sicht einer Königin miterleben dürfen. Katharina von Aragón wurde 41 Jahre alt. Vor 500 Jahren entstand die anglikanische Kirche, die das Leben der ersten Ehefrau von Henry VIII. aus ihrer Sicht in eine Farce verwandelte. Alison Weir beginnt mit dieser Romanbiografie die Serie um die sechs Tudorköniginnen, die demnächst mit Anne Boleyn fortgesetzt wird.

Leseprobe

Alison Weir - Autorin

Alison Weir ist eine Bestsellerautorin aus Großbritannien, die weltweit über 2,7 Millionen Bücher verkauft hat. Sie hat 17 historische Sachbücher und viele historische Romane veröffentlicht. Alison Weir ist Mitglied der Royal Society of Arts and Sciences. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. (Quelle: Ullstein Verlag)


2018 traf ich die britische Autorin auf dem Edinburgh Book Festival und hatte Gelegenheit, mit ihr über die Reihe der sechs Tudor-Königinnen zu plaudern. Das Gespräch hört ihr im

Podcast

Die Cover der Serie sind absolut gelungen. Die Porträts der jeweiligen Könginnen sind in einem Ornament verankert, sodass das Buch ein echter Hingucker wird. Die Entstehungsgeschichte habe ich auf der englischsprachigen Seite H for History gefunden.


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  • Herausgeber: Ullstein Taschenbuch
  • erschienen am 13. Juli 2020
  • Taschenbuch: 896 Seiten
  • ISBN-13: 978-3548063058
  • Originaltitel: Six Tudor Queens: Katherine of Aragon, The True Queen

Reihenfolge

  1. Katharina von Aragón – Die wahre Königin
  2. Anne Boleyn – Die Mutter der Königin
  3. Jane Seymour
  4. Anna von Kleve
  5. Cathrine Howard
  6. Kathrine Parr

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