Küstendämmerung - Cover

Verbrechen in der Abgeschiedenheit

Küstendämmerung von Petra Tessendorf

Kommissar Paul Lupin will sich bei seinem Vater Johann ein paar Tage erholen und dabei eine Verletzung ausheilen lassen. Als eine Leiche am Strand gefunden wird, kann er allerdings seinen Drang zum Ermitteln nicht mehr unterdrücken. Im kleinen Ort Havgart scheint es einige Geheimnisse zu geben. Als wenige Tage später ein weiterer Toter gefunden wird, drängt die Zeit, den Mörder zu finden. Vater und Sohn gehen den Hinweisen nach.

An der Ostseeküste spielt sich ein Drama ab, das seinen Ursprung vor langer Zeit hatte. Havgart ist ein kleiner Ort fernab vom Tourismus, in dem jeder jeden kennt und es Geheimnisse eigentlich schwer haben sollten. Es wird gewildert und ein bisschen Aberglaube ist auch im Spiel. Die unheimliche Kulisse wird obendrein mit Ritualen rund um die Mittsommernacht und Legenden um Fabelwesen verstärkt. Die Einwohner werden detailliert gezeichnet, sodass man als Leser einen guten Überblick erhält. Die Gemeinschaft folgt ihren eigenen Regeln, in die Zugezogene erst nach der dritten Generation eingeweiht werden. Nun kann man erahnen, wieso manche Geheimnisse doch eine Chance haben.

Petra Tessendorf hat die Dramaturgie perfekt angelegt, sodass man sich am Anfang ebenso ratlos wie die Ermittler fühlt. Der beschuldigte Werwolf wird es wohl nicht gewesen sein, aber man hat auch keine Idee, was hinter dem Verbrechen stecken könnte. Von den familiären Situationen wird man schnell abgelenkt, sodass die zweite Leiche ebenfalls überrascht. Noch immer hat man keine Idee, wie alles zusammenhängt. Allerdings hat man nun schon einige Verdächtige kennengelernt. Der Krimi bekam einige Wendungen, sodass die Auflösung tatsächlich erst am Ende sichtbar wird. Zudem liegt der Auslöser eine ganze Generation zurück, sodass auch die Zeit einiges verschleiert. Alle Komponenten zusammen ergeben einen atmosphärisch dichtgewebten Kriminalfall mit einem durch seinen Fersenbruch Mitleid erregenden Kommissar.

Küstendämmerung ist ein spannender Krimi mit klassischem Aufbau. Die Figuren agieren lebendig in ihrer Umgebung. Die Moränenlandschaft an der Ostsee im kühlen Februar bietet zudem eine perfekte Kulisse. Das psychologische Zusammenspiel der Figuren weckt Empathie, selbst wenn die Taten verwerflich sind.

Leseprobe

©Emons-Verlag


Petra Tessendorf stammt aus Wuppertal und hat dort viele Jahre als Reporterin für lokale Medien gearbeitet, bevor ihr erster Roman erschien. Die acht Jahre, die sie in Ostholstein lebte, schenkten ihr tiefe Einblicke in Land und Leute an der Küste, die sie in ihren Geschichten verarbeitet. Seit einigen Jahren lebt sie mit ihrer Familie in Berlin, wo sie als Autorin, Lektorin und Dozentin für Kreatives Schreiben tätig ist. (Quelle: Emons Verlag)


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  • Taschenbuch : 352 Seiten
  • ISBN-13 : 978-3740808242
  • Herausgeber: Emons Verlag
  • erschienen am 9. April 2020

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