Goldjunge - Cover

Ein Serienmörder in Köln

Goldjunge von Paula Bach

Kriminalhauptmeisterin Ira Schwarz arbeitet in Köln bei der weiblichen Kriminalpolizei und kümmert sich um Kinder und Jugendliche, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind. meist hat sie es mit Ausreißern und kleineren Diebstahlsdelikten zu tun. Ihr Traum ist es, in der Mordkommission zu arbeiten. Als sie überraschend einen Kriminalkommissar zu einer Befragung begleiten darf, ist das ihre Chance, sich als geeignete Kandidatin zu präsentieren. Der 16-jährige Wolfgang Scholzen ist als vermisst gemeldet worden und Ira hat die Aufgabe, der alleinerziehenden Kellnerin psychologischen Beistand zu leisten. Als wenig später eine verbrannte Leiche gefunden wird, weist alles darauf hin, dass Wolfgang einem Verbrechen zum Opfer fiel. Ira möchte nun unbedingt im Fall eingebunden werden, stößt jedoch immer wieder an Grenzen. Zudem mischt sich der Journalist Ben Weber immer wieder ein, der ihr mit seiner arroganten Art auf die Nerven fällt. Gemeinsam ergänzen sie sich allerdings zu einem erfolgreichen Ermittlerpaar.

Paula Bach beschreibt in diesem Auftakt zu einer Krimiserie um Ira Schwarz die Zeit der 60-er Jahre in Deutschland. Die Nachkriegszeit und der Aufschwung sind am Abklingen und es stellt sich der Alltag in der jungen Republik ein. Gelegentlich spürt man noch die Auswirkungen der Entnazifizierung, aber der Krieg verliert langsam an Präsenz. Vielmehr bestimmen die politischen Entwicklungen und gesellschaftlichen Veränderungen das Bild. Ira hat mit Vorurteilen zu ihrer Rolle als potentielle Kriminalkommissarin zu kämpfen verbunden mit einer enormen Ignoranz der männlichen Vorgesetzten. Privat kümmert sie sich um ihren jüngeren Bruder Georg, mit dem sie auch zusammen wohnt. Damit ist auch ihre Betroffenheit an den Morden der Jugendlichen zu erklären. Ira kann Empathie für die Opfer empfinden, was sie von den agierenden Kollegen unterscheidet. Zudem ist sie zielstrebig und lösungsorientiert. Mit dieser Mischung ist sie prädestiniert, eine gute Kommissarin zu werden.

Im Verlauf der Handlung wird auch immer wieder der Serienmörder Jürgen Bartsch erwähnt, der aber nichts mit diesem Fall zu tun hat. Parallelen gibt es lediglich beim Ort des Kennenlernens und dem Verschleppen an einen wenig zugänglichen Ort. Auch diesmal sucht ein Serientäter seine Opfer auf der Kirmes. Da die Zeit allerdings dieselbe ist, kann man aus den noch vorhandenen Medienberichten die Stimmung im Land übernehmen. Das Motiv des fiktiven Täters wird wegen der realen Historie lange Zeit verdeckt. Von daher bleibt die Spannung bis zu den letzten Seiten erhalten. 1967 verlangsamte zudem die fehlende Technik die Ermittlungsarbeit. Beim Lesen werden die Ermittlungen also auch immer wieder unterbrochen, um noch schnell eine Information in der Telefonzelle an der Ecke abzusetzen.

Die unter Pseudonym schreibende Autorin zeichnet eine authentische Umgebung für ihre Protagonistin. Sie berücksichtigt dabei den Zeitgeist und die technischen Möglichkeiten, einen Serienmörder zu fassen. Gleichzeitig lässt sie auch einen Blick auf die Hinterbliebenen der Opfer zu. Ira Schwarz und Ben Weber stellen ein ungewöhnliches und neugierig machendes Ermittlerpaar dar. In den weiteren Bänden werden hoffentlich noch weitere Fäden verknüpft, die in diesem Auftakt aufgenommen wurden.

Leseprobe

Paula Bach ist das Pseudonym einer deutschen Autorin, die mit ihren historischen Romanen und Krimis eine große Leserschaft begeistert. Sie lebt im Rheinland.


Manuela von Lesenswertes aus dem Bücherhaus hat den Krimi ebenfalls rezensiert.


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  • Taschenbuch: 512 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch
  • erschienen am 15. Juni 2020
  • ISBN-13: 978-3548288888

Das Rezensionsexemplar wurde mir vom Ullstein Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Meine Meinung hat es nicht beeinflusst.

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