#stayhome

Tipps gegen den Lagerkoller

Seit Dezember 2019 stellt das Virus COVID-19 unseren Alltag auf den Kopf. Zunächst wähnte man sich fern von Wuhan in Sicherheit, aber schon bald gab es die ersten Fälle in Deutschland. Während die einen sich sofort mit den lebensnotwendigen Produkten eindeckten, freuten sich die anderen über zusätzliche Freizeit. Je mehr Infizierte registriert wurden, desto restriktiver wurden die Empfehlungen. Am 21. März traute sich dann Bayern, eine Ausgangsbeschränkung auszusprechen. Inzwischen haben die anderen Bundesländer mehr oder weniger strenge Maßnahmen eingeleitet.

Eine sinnvolle Maßnahme ist sicherlich, zu anderen Menschen Abstand zu wahren und eben nicht mehr in Gruppen beisammen zu stehen. Social Distance wird allerdings auch von jedem anders ausgelegt. Restaurants und öffentliche Einrichtungen wurden geschlossen, Busse und Bahnen fuhren deutlich weniger und die Ladenöffnungszeiten für Supermärkte wurden erweitert, damit wir nicht mehr alle zur selben Zeit einkaufen müssen. Wo es möglich ist, sollten Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten. Rund die Hälfte aller Angestellten nutzen diese Chance. Was ist aber mit denen, die ihre Arbeit nicht mit nach Hause nehmen können? Was ist mit denen, die alleine wohnen und hauptsächlich nur mit Kollegen kommuniziert haben? Was ist mit denen, die es nicht gewohnt sind, ständig die Familie um sich rum zu haben? Um allen Tipps für die Freizeitgestaltung mit Büchern zu geben, habe ich in diesem Artikel mal 14 zusammengetragen, die die Zeit bis Ostern überbrücken. Sie können je nach Bedarf auch wiederholt werden.

1. Bücher lesen

Meistens hat man ja mehrere Bücher zu Hause, die irgendwann einmal gekauft wurden und dann aus den verschiedensten Gründen nicht sofort gelesen wurden. Jetzt ist die Zeit, sich diesen Schätzen zu widmen.
Wer nicht aus dem eigenen Regal schöpfen kann und dringend Nachschub braucht, findet online Angebote. Bibliotheken bieten derzeit sogar Angebote für neue Mitglieder, wie z. B. die Bücherhallen Hamburg. Dort kann man sechs Wochen das gesamte Online-Angebot kostenlos nutzen, sofern man eine Adresse in der Hansestadt hat. Außer E-Books gibt es auch e-Audio und sogar Filme zum Streamen.

http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-680295.html?fbclid=IwAR3kYo3nQsacpvDqBXAHP93GcHNL6XQ_QpVTC-NqVSbXZZuUJkH7d1uR0MI

So macht es auch Spaß, neue Genre auszuprobieren. Wählt doch mal ein Buch aus, an das ihr euch bislang noch nicht herangetraut habt. Vielleicht waren die Vorbehalte grundlos und man entdeckt für sich neue Welten. Anregungen bekommt man ebenfalls bei den Verlagsvorschauen oder auf den Homepages der Buchläden.

2. Ein Buch zu einem Anlass empfehlen.

Es gibt eine Million Anlässe, zu denen passende Bücher zusammengestellt werden können. Ostern ist das nächste größere Fest und es drängen sich Bücher über Hasengeschichten, Gartenbau oder Romane mit „Frühling“ im Titel auf. Auch bei Weihnachtstiteln gibt es derartige Sammlungen. Weitere Themen könnten sein: Sommer, Winter, Meer, Tiere, 20. Jahrhundert, Könige, usw. Man könnte auch farblich harmonierende Cover zusammenstellen und damit verschiedene Genre kombinieren.

3. Buchtipp schreiben

Damit auch andere diese Buchentdeckungen machen, schreibt am besten einen Buchtipp dazu. Ähnlich wie in den Buchhandlungen, die diese Kärtchen mit nur zwei bis drei Sätzen an die Titel heften, warum man genau diesen lesen soll, könnte man das auch dem eigenen Umfeld mitteilen. Viele freuen sich sicher darüber. Es muss ja nicht gleich eine druckreife Rezension sein. Es reicht schon, wenn man schreibt, was an diesem Roman besonders war und ob man davon berührt wurde. Teilt dieses Leseerlebnis einfach mit anderen. Übrigens hilft eine solche Empfehlung auch dem Autor, weil dieses Buch dann vielleicht noch von anderen bestellt wird.  

4. Neues Portal ausprobieren

Wenn ihr euch also entschlossen habt, kurze Bemerkungen zu euren gelesenen Büchern zu schreiben, probiert doch mal ein neues Portal aus. Die meisten Händler bieten auf ihrer Webseite (Buchhandlung Graff, Hugendubel, buecher.de) die Möglichkeit, eine Empfehlung zu schreiben.
Nicht nur der Handel bietet Platz für Kommentare, sondern auch Plattformen wie vorablesen, Lovelybooks, Lesejury oder Netgalley, um mal eine Auswahl zu nennen. Wenn man dort aktiv ist, hat man regelmäßig die Chance, Lesenachschub zu bekommen und seine Buchempfehlungen einer größeren Zielgruppe vorzustellen.

5. Schreib das Ende neu

Euch hat der Roman bislang ganz gut gefallen, aber das Ende enttäuscht? Warum sollte man sich denn nicht mal selber als Co-Autor versuchen und ein alternatives Ende schreiben? Schreiben wirkt sich positiv auf die Hirntätigkeit aus und kann sogar Demenz vorbeugen. Man muss ja nichts veröffentlichen und es verlangt auch niemand eine Romanlänge.
Kinder haben auch Spaß daran, ihre Helden eigene Abenteuer erleben zu lassen. In den Schreibnachmittagen der Bücherei lesen wir häufig nur bis zu einem bestimmten Punkt in der Handlung vor und lassen die Kinder dann selber phantasieren. Es kommen dabei kreative und witzige Geschichten heraus. Falls die Kinder noch zu jung zum Schreiben sind, kann alternativ ein Bild gemalt werden. Probiert es mal aus.

6. Mach dich mit Social-Media vertraut

Nun seid ihr halbwegs vertraut mit den gängigen Funktionen im World Wide Web und sofern ihr noch keinen Social Media Kanal habt, wagt euch ruhig an einen heran. Es gibt für alle Bedürfnisse den richtigen. Solltet ihr euch schon auf allen Plattformen tummeln, lohnt sich sicher auch mal das Optimieren. Aber für die Neulinge unter euch: Was sind denn überhaupt die gravierendsten Unterschiede?

Facebook ist dabei wohl der bekannteste Kanal. Nach dem Registrieren hat man dort die Möglichkeit, seine drei Sätze über das Buch in einen Beitrag zu schreiben. Damit es besser gesehen wird, kann man das Cover als Bild hochladen. Damit sieht jeder auf einen Blick, um was es geht und die erste Buchempfehlung ist für alle zu lesen. Es soll aber nicht jeder lesen? Dann muss man die Einstellungen so anlegen, dass nur Freunde/Freunde von Freunden die Beiträge lesen können. Wenn man aber gerade erst damit beginnt, ist dafür Vorarbeit notwendig. Profis können hier natürlich auch Watchpartys veranstalten, in denen sie die drei Sätze und mehr als Film mitteilen.

Instagram ist der Kanal für hübsche Bilder und man kann ebenfalls die drei Sätze in den Beitrag schreiben. Bei diesem Kanal ist es wichtig, dass die Fotos Aufmerksamkeit erregen. Dafür hat man in der App verschiedene Möglichkeiten und kann, wenn man sich richtig damit beschäftigt hat, auch weitere Tools zum einfachen Arrangieren nutzen. Bei diesen Texten müsst ihr auch auf Hashtags (#) achten. Überlegt, unter welchen Suchworten eure Texte gefunden werden sollen und setzt # ohne Leerzeichen davor. Ich bin ja ein Fan davon, diese Worte dann redaktionell einzubinden, man kann sie aber auch einfach unter den Beitrag setzen.

Twitter ist auch für Anfänger ein leicht zu erlernendes Programm. Man wählt wieder ein Bild aus, schreibt maximal 250 Zeichen – was für drei Sätze reichen sollte –  in die Nachricht und informiert so andere über seinen Lesetipp. Auch dieses Programm arbeitet mit Hashtags.

Pinterest ist ein weiterer wichtiger Kanal, wenn man Buchtipps geben möchte. Diese Community sucht nach Inspiration und stößt so auf die wie an einer Pinnwand angehefteten Beiträge. Das Bild ist hier wichtiger als bei Twitter, aber man hat 500 Zeichen Platz für die Empfehlung. Desweiteren kann man einen Link zum eigenen Blog einfügen, damit interessierte Leser direkt auf die gesamten Buchtipps gelangen. Hier lohnt es sich als Buchblogger, Zeit zu investieren.

7. Daten, Fakten, Hintergründe

Ihr habt genug gelesen und schreibt auch schon Rezensionen wie ein Profi? Dann widmet euch doch mal den Hintergründen einer Handlung. Gerade bei historischen Romanen bietet sich das an. Die Kulisse für die Handlungen bieten oft so viel Wissenswertes, dass man daraus noch sehr viel mehr herauslesen kann. Vertieft euch in die Historie und recherchiert, was damals passiert ist. Übrigens funktioniert das auch für Belletristik, wenn man beispielsweise den Handlungsort genauer betrachtet und Bilder – natürlich ohne Urheberrechtsverletzung – darüber teilt. Gerade in Zeiten, in denen das Zuhausebleiben lebenswichtig ist, lenken hübsche Bilder ein bisschen ab.

8. Ein Hörbuch hören

Mein achter Tipp ist, einen Roman, den man gelesen hat, als Hörbuch anhören. Winkt nicht gleich mit „Kenn ich doch schon!“ ab. Es ist wunderbar entspannend, einen Roman als Hörbuch anzuhören. Man muss nicht lesen, hält nichts in den Händen und kann diese Stunden sogar mit der ganzen Familie genießen. Wenn man den Roman schon kennt, entdeckt man oft sogar Details, die man beim schnellen Selberlesen nicht so wahrgenommen hat.

Kinder lieben übrigens diese vorgelesenen Geschichten. Schon allein deswegen sollte man sich jetzt eine Auswahl zulegen. In kleinen Abschnitten genossen und hinterher darüber gesprochen, schafft das auch ein gemeinsames Erlebnis, an das sich lange erinnert wird. Meine Tochter zitiert noch heute den Satz: „Gestern war er noch gesund“, sagte Maud.“ Wir haben das Hörbuch gehört, als sie im Alter von zehn Jahren zwei Wochen nicht zur Schule gehen durfte. Anbieter für Online-Download sind um Beispiel Argon Verlag, Der Hörverlag, Audible und die Onleihen der Büchereien.
Ein weiterer Vorteil des Hörbuchs ist eindeutig, dass man die Hände frei hat und nebenbei Handarbeiten oder den Hausputz erledigen kann. So lassen sich die notwendigen Dinge unkompliziert mit dem Vergnügen verbinden.

9. Anderen vorlesen

Wie schon erwähnt, lieben Kinder es, vorgelesen zu bekommen. Auch wenn man gerade nicht einfach zu den Enkelkindern gehen und mit ihnen in Büchern blättern kann, ist ein Vorlesen doch möglich. Man muss nur auf Konferenztools zurückgreifen oder eben auf die oben angesprochenen Social Media Kanäle eine Aufnahme machen.

Mein neunter Tipp ist also: Auf Facebook eine Watchparty veranstalten und anderen vorlesen. Die Kleinen können den Vorleser über den Bildschirm sehen, hören die Geschichte und man über die Distanz Kontakt halten. So würde natürlich auch ein Treffen für einen Leseclub funktionieren oder eine Kurzlesung von Autoren, bei dem die Zuhörer dann noch live Fragen stellen könnten.

10. Podcast als Ergänzung

Das gesprochene Wort wird immer wichtiger, auch beim Lesen. Gerade im Bereich Literatur gibt es einige Podcasts, die sich damit auseinandersetzen. Wie bei den Nachrichten aboniert man einen Kanal über Spotify oder iTunes und bekommt so kostenlose Unterhaltung, die sich mit aktuellen Themen beschäftigt. Wer sich traut und die entsprechende Software auf dem Computer hat, spricht einen eigenen ein.

11. Regal neu ordnen

Wer nun nicht mehr lesen oder hören möchte, sortiert sein Regal mal nach ganz anderen Kriterien. Ich habe vor langer Zeit mal meine Bücher in ein Regal eingeräumt und dann nur noch die Neuzugänge dazugestellt. Irgendwann musste eine zweite Reihe gestellt werden, bei manchen Formaten passt auch noch ein Buch quer darauf. Könnt ihr euch das Chaos vorstellen?

Jetzt ist die optimale Zeit, Fach für Fach auszuräumen, neu sortieren und wieder einräumen. Da ihr ja weiter oben schon die verschiedenen Social Media Kanäle kennengelernt habt, macht ein Foto und ladet es auf Instagram hoch. Profis machen von jedem Fortschritt ein Foto und erstellen so ihre erste Story.

12. Buchtausch organisieren

Ihr habt euren Stapel ungelesener Bücher dem Erdboden gleich gemacht? Die Ausgangsbeschränkungen bestehen noch und das Kurzarbeitergeld ist knapp? Wie wäre es, wenn ihr einen Buchtausch organisiert? Eine beliebig große Gruppe findet sich und reihum wird das beste Buch der letzten zwei Wochen weitergegeben. Irgendwann landet das Lieblingsbuch ja wieder beim Besitzer, sodass man auf nichts verzichten muss und hoffentlich einige gute Bücher mehr lesen konnte. Vergesst jetzt nicht, die Buchtipps zu veröffentlichen.

Übrigens will ich euch auch hier nicht zum Verlassen der Wohnung animieren. Paketdienste wie zum Beispiel Hermes holen eure Sendungen an der Wohnungstür ab, sodass ihr euch keiner Gefahr aussetzt.

13. Blog auf SEO prüfen

Wenn man sich jetzt so intensiv mit Büchern im Internet beschäftigt hat, ist man sicher schon dabei, einen eigenen Buchblog aufzubauen. Wer bereits einen hat, kann diese Zeiten nutzen, seine Seite auf SEO zu überprüfen und so zu mehr Reichweite zu gelangen. In der #Zukunftswerkstatt von Google findet ihr diverse Onlinekurse, die genau diese Marketingthemen rund um die eigene Webseite behandeln. Drei- bis sechsminütige Tutorials erklären, worauf es ankommt und bieten auch gleich professionelle Hilfen, wie man das am besten umsetzt.
Auch andere Firmen bieten derzeit Weiterbildungsangebote online an, die zum großen Teil kostenlos genutzt werden können.

14. Buch lokal bestellen

Zu guter Letzt: Bestellt ein Buch bei eurem lokalen Buchhändler. Über #geniallokal findet ihr die Buchhandlungen in eurer Nähe. Das Netz ist voll von Hilferufen und wir wollen doch auch nach der Krise noch in unseren Lieblingsgeschäften stöbern gehen. Jedes Buch macht seinen Beitrag zum Erhalt dieser Buchhandlungen.


Hoffentlich kommt ihr mit diesen Tipps über die restliche Zeit, bis hoffentlich der Alltag wieder Formen annimmt. Ich bin übrigens auch für buchrelevante Anregungen dankbar. Schreibt mir also ruhig welche in die Kommentare.

Bleibt gesund und #stayhome!


Die Verlinkungen führen zum Teil zu Online-Shops, Dienstleistern oder auf Social Media Portale. Alle Beispiele sind von mir ausgewählt, ohne dass ich dafür bezahlt wurde. Es besteht kein Anspruch auf Nennung und jedem steht frei, einen anderen Shop zu wählen.

3 Gedanken zu “Tipps gegen den Lagerkoller

    • frauGoetheliest schreibt:

      DHL hat mir gestern ein Päckchen gebracht und es ohne Unterschrift einfach vor die Tür gelegt. Ich habe es dann kontaktlos rein genommen. Wenn das überall so praktiziert wird, ist das doch weitgehend sicher. Auf der anderen Seite muss diese Branche dann keine Kurzarbeit anmelden oder gar überschüssiges Personal entlassen.

      Liken

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