Macht und Abhängigkeit in Abgeschiedenheit

Schwarze Förde von Beeke Dierksen

Ein anonymer Anrufer macht die Polizei auf einen Leichenfund östlich von Glücksburg aufmerksam. Der nichtbewirtschaftete Acker stellt sich als Massengrab für mindestens sechs Menschen heraus. Kommissarin Hannah Lundgren und ihre Kollegen stehen vor einem kniffligen Fall. Die Frauen scheinen vor ihrem Tod aufs Heftigste misshandelt worden zu sein. Die Obduktionen ergeben Hinweise auf vermisste Personen. Allerdings scheint es noch eine weitere Frau zu geben, die in das Beuteschema des Täters passt. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Beeke Dierksen, die bereits mehrere Krimis unter dem Namen Angelika Svensson veröffentlichte, führt ihre Leser in diesem Auftakt in eine wenig bevölkerte Gegend Deutschlands. So unbeobachtet die Taten begangen werden können, so perfide sind sie in ihrer Ausführung. Die norddeutsche Autorin beschreibt sowohl die Umgebung bildhaft als auch die Psychologie des Verbrechens. Der Erzählstil ist gewohnt temporeich und die Handlung ist klar strukturiert. Eine alltägliche Situation, wie sie überall stattfinden könnte, eröffnet den Fall. Doch plötzlich ist eine junge Frau ihrer Freiheit beraubt und sie muss Schmerzen erleiden. Eine Vermisstenmeldung geht ein und es scheint eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen zu werden. Das wallende Böse ist schon in den ersten Kapiteln zu spüren. Das ist zum einen ein Sog, der mich immer weiter lesen ließ, aber auch starker Tobak, der nach einer Pause verlangte. Ein Blick in die Abgründe der menschlichen Psyche fordert zartbesaitete Leser eben auch.

Über zwölf Tage erstreckt sich die Ermittlung, in denen das Ausmaß der Grausamkeit Stück für Stück deutlich wird. In dieser Zeit werden ebenfalls die Hauptpersonen vorgestellt. Hannah Lundgren kämpft mit der Trauer um ihren Mann, der sich vor über einem Jahr das Leben nahm. Sie ist noch nicht wie gewohnt belastbar und muss sich langsam wieder ins Leben zurückkämpfen. Diese Schwäche möchte sie den Kollegen nicht zeigen. Auch Olaf Reinders hat häusliche Probleme mit einem schwerkranken Kind. Seine Frau hat bisher die Betreuung übernommen, verlangt von ihm aber jetzt mehr Unterstützung, damit auch sie etwas Ablenkung im Beruf finden kann. Auch die anderen Figuren passen sich gut in die Situationen ein und verhelfen zu einem authentischen Bild, in dem es auch nicht immer reibungslos funktioniert.

Schwarze Förde ist der Auftakt zu einer Krimiserie im hohen Norden. Der kühle Landstrich unterstreicht die brutale Handlung gleichermaßen, wie er sie auch dämpft. Der spannende Schreibstil und die komplexen Handlungssträngen sind vielversprechend für weitere Bände. Der Küstenkrimi ist ein unbedingter Lesetipp.

Leseprobe

Beeke Dierksen - Autorin
© Maya Meiners Fotografie



Beeke Dierksen ist das Pseudonym der Krimiautorin Angelika Svensson. Die Autorin wurde in Hamburg geboren und lebt heute in Norderstedt. Nach einer Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin arbeitete sie beim Norddeutschen Rundfunk. Mittlerweile ist die Autorin freiberuflich tätig. Sie ist Mitglied im »Syndikat« und bei den »Mörderischen Schwestern«. (Quelle: Emons Verlag)



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  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: Emons Verlag
  • erschienen am 17. Oktober 2019
  • ISBN-13: 978-3740806194

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