Weihnachten mit Mimi

Weihnachten im Fotoatelier von Petra Durst-Benning

Die Wanderfotografin Mimi Reventlow übernimmt während der Weihnachtszeit das Fotoatelier von Gerhard Hagedorn. In Überlingen will sie die Festtage verbringen und nebenbei den Menschen schöne Erinnerungen schenken. Leider bleibt die Kundschaft aus. Mimi hat den Grund schnell erkannt: Die vorhandenen Requisiten sind spärlich, sodass auch die Fotos kaum Abwechslung bieten. Lediglich die Leinwände sind ganz passabel, um die Kundschaft für kurze Zeit in eine andere Welt träumen zu lassen. Im Antiquariat findet sie schnell das Passende.

Petra Durst-Benning lässt uns mit dieser Kurzgeschichte die Festtage mit Mimi miterleben. Die Atmosphäre im Fotostudio zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird bildhaft beschrieben. Die Fotografen hatten mit Hintergrundbildern und Requisiten die Möglichkeit, ihre Kunden in fiktive Situationen zu fotografieren. Sie verhalfen dien Menschen somit zur Erfüllung ihrer Träume, wenn auch nur für kurze Zeit und im geschlossenen Raum. Die Zufriedenheit beim Betrachten der Fotografien hielt länger an. Beim Lesen der eigentlich viel zu wenigen Seiten kann man gleich wieder in Mimis Welt eintauchen. Es eignet sich dazu, sich eine Stunde Zeit für sich selbst zu nehmen. Kenntnisse der beiden bereits erschienenen Bände des Fünfteilers sind nicht notwendig. Im März 2020 geht es mit dem dritten Band der Fotografin in Heidelberg weiter.

Traumwelt für einen Moment

Atelierfotografie 1900 bis 1920

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam die Fotografie einem Kunstwerk gleich. Der Fotograf hatte selbst nach der Aufnahme auf den beschichteten Glasplatten noch die Möglichkeit, Veränderungen vorzunehmen. Nicht selten wurde das Fotopapier hinterher koloriert, sodass farbenfrohe Effekte herausgearbeitet werden konnten. 1907 revolutionierten die Brüder Lumière die Fotografie mit dem Autochromverfahren, das Farbfotos ermöglichte. Wenig später kam eine handliche Leica-Kamera auf den Markt, mit denen vor allem zahlungskräftige Hobbyfotografen Erinnerungsfotos machen konnten. Das Können der Wanderfotografen, wie Mimi es anbot, wurde immer weniger gefragt. Dabei waren gerade sie es, die die Menschen in eine Traumwelt versetzten. Mit Requisiten und gemalten Hintergründen inszenierten sie eine fotogene Umgebung, die diese Fotos einmalig machten. Mimi schafft es damit, eine verschneite Winterwelt darzustellen, dass sich Dienstmädchen wie die herrschaftlichen Damen fühlen und immer wieder lächelnde Gesichter, die man sich gerne auf Fotos ansieht.

Ansichtskarte 20. Jahrhundert Hamburg

Gerade zu Hochzeiten, Taufen und wichtigen Ereignissen ließen sich die Menschen gerne fotografieren. Diese Erinnerungen wollte man festhalten. Schnappschüsse gab es selten. Man schaute ernst in die Kamera. Beliebt waren auch Ansichtskarten, die nicht nur den Daheimgebliebenen zeigen sollten, wie schön es auf der Reise ist, sondern auch gezielt von den Ortsräten selbst in Auftrag gegeben wurde, um Touristen auf sich aufmerksam zu machen. Seinerzeit waren das seltene und besondere Erinnerungsstücke, wie jetzt im Zeitalter von Social Media auch. Eine handgeschriebene Postkarte ist jetzt fast schon wieder so selten geworden wie zu Mimis Zeit.

Diese weihnachtliche Kurzgeschichte ist als E-Book erschienen. Im Rahmen der Aktion #mitlitlovedurchdenWinter gibt es auch bei Anya von Bücher in meiner Hand einen Beitrag über Mimis Zeit in Überlingen.

Leseprobe

© Privat

Petra Durst-Benning wurde 1965 in Baden-Württemberg geboren. Seit über zwanzig Jahren schreibt sie historische und zeitgenössische Romane. Fast all ihre Bücher sind SPIEGEL-Bestseller und wurden in verschiedene Sprachen übersetzt. In Amerika ist Petra Durst-Benning ebenfalls eine gefeierte Bestsellerautorin. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Hunden südlich von Stuttgart auf dem Land. (Quelle: Randomhouse)


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  • Verlag: Blanvalet
  • eBook epub (epub)
  • ISBN: 978-3-641-26210-5
  • erschienen am  15. Oktober 2019

Reihenfolge des Mehrteilers:

  1. Die Fotografin – Am Anfang des Weges
  2. Die Fotografin – Die Zeit der Entscheidung
  3. Die Fotografin – Die Welt von morgen

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