Lizzie und Ben ermitteln zum siebten Mal

Mord ist eine harte Lehre von Ann Granger

Mitten in London wird eine Frauenleiche in einem Schweinetrog gefunden. Während alles darauf hindeutet, dass ein unvorsichtiges Dienstmädchen in den dunklen Gassen ihren Mörder getroffen hat, fallen Inspector Benjamin Ross die teuren Schuhe auf. Das Opfer war nicht zufällig in der Gegend. Um den Fall aufzuklären, reist er bis nach Salisbury. In der Zwischenzeit ist auch seine Ehefrau Lizzie nicht untätig. Sie erfährt von einer jungen Frau, die immer nur kurz im Garten oder am Fenster gesehen wird. Eine Nachbarin vermutet, dass sie gefangen gehalten wird. Lizzie beschließt, den Vorgängen auf den Grund zu gehen.

Ann Granger lässt das Ermittlerpaar aus dem viktorianischen Zeitalter bereits den siebten Fall lösen. Sie versetzt ihre Leser mit wenigen Worten in eine vergangene Zeit, wo die Straßen Londons oft neblig verhangen waren und die Gaslaternen nur einen schemenhaften Blick auf die Straße zuließen. Die Metropole hatte damals bereits über drei Millionen Einwohner, sodass die Kriminalität in den Romanen bestimmt nicht erfunden ist. Benjamin Ross verkörpert den historischen Polizeibeamten mit seiner unerschrockenen und sorgfältigen Art der Ermittlung. Die Kriminalistik hatte zu seiner Zeit noch nicht mehr Möglichkeiten, als die Rekonstruktion durch Befragungen.

Auch werden die Klassenunterschiede wieder deutlich herausgearbeitet. Lizzie als Tochter eines Arztes und ihr Mann Ben gehören zur Mittelschicht. Sie bewohnen ein Stadthaus und haben Dienstpersonal. Die beiden ermitteln in der Oberschicht. Auch das ist plausibel, weil gerade dort durch erkaufte Loyalität viele Taten vertuscht werden konnten. Diese Schicht konnte sich allerdings auch die neuesten medizinischen Therapien leisten, die sich nicht alle bis zur heutigen Zeit bewährt haben. Das gängige Gesellschaftsbild ist sorgsam aufgebaut und ergänzt die historische Kulisse. Es nimmt sogar so viel Raum ein, dass die Suche nach dem Täter arg in den Hintergrund rückt. Dennoch werden sämtliche aufgenommenen Fäden am Schluss zusammengeführt.

Die Krimiserie ist unblutig und rückt eher den historischen Aspekt in den Vordergrund. Die Beweggründe der Täter sind dabei nicht immer gleich ersichtlich. Die Perspektiven wechseln zwischen den beiden Hauptfiguren, sodass man wie ein Beobachter dabei ist. Man weiß stets nur so viel wie Lizzie und Ben. Jeder Fall ist abgeschlossen und erfordert keine Kenntnisse des Vorgängers, sodass jeder Band gleichermaßen unterhält.

Leseprobe

Ann Granger
viktorianische Krimiserie
© Olivier Favre

Ann Granger war früher im diplomatischen Dienst tätig. Sie hat zwei Söhne und lebt heute mit ihrem Mann in der Nähe von Oxford. Bestsellerruhm erlangte sie mit der Mitchell-und-Markby-Reihe und den Fran-Varady-Krimis. Nach Ausflügen ins viktorianische England mit den Kriminalromanen „Wer sich in Gefahr begibt“ und „Neugier ist ein schneller Tod“ knüpft sie mit „Stadt,Land, Mord“, dem ersten Band der Reihe um Inspector Jessica Campbell, wieder unmittelbar an die Mitchell-und-Markby-Reihe an. (Quelle: Bastei Lübbe Verlag)


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  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Lübbe
  • erschienen am 27. November 2019
  • ISBN-13: 978-3785726563
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
  • Originaltitel: The Murderer’s Apprentice

Reihenfolge

  1. Wer sich in Gefahr begibt
  2. Neugier ist ein schneller Tod
  3. Ein Mord von bessrer Qualität
  4. Ein guter Blick fürs Böse
  5. Die Beichte des Gehenkten
  6. Die Tote von Deptford
  7. Mord ist eine harte Lehre

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