Frankfurter Buchmesse 2019

Eine geballte Ladung „Buch“

Mit einem Besucherplus von 9,2 Prozent am Messewochenende und einem leichten Wachstum von 1,8 Prozent an den Fachbesuchertagen ist die 71. Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 20. Oktober 2019 zu Ende gegangen. 302.267 Besucherinnen und Besucher (2018: 285.024) kamen auf das Messegelände, das entspricht einem Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Fachbesucher lag 2019 bei 144.572 (2018: 142.016), die Zahl der Privatbesucher bei 157.695 (2018: 144.409). Das gestiegene Interesse am Medium Buch freut mich als Vielleser natürlich. Wir werden auch künftig noch genügend Auswahl in den Bücherregalen finden.

Messeturm

Der Mittwoch ist der Tag zum Eingewöhnen auf die Messe. Es sind noch nicht so viele Besucher da und die, die dort sind, haben einen klaren Zeitplan. Es wird nicht so viel geschlendert oder spontan beim Wiedersehen einer Gruppe der Durchgang versperrt. Der erste Tag der Messe ist also tatsächlich ein Fachbesuchertag und ideal, um sich einen Überblick zu verschaffen. An den Regalen kommt man noch ungehindert an die Bücher, um deren Klappentexte zu lesen. Ich bekam von einigen Verlagen die Vorschauen für Frühjahr/Sommer 2020 vorgestellt und konnte bei den anderen zumindest mal die aktuellen Veröffentlichungen in die Hand nehmen.
Dieses Jahr waren die Agenturen in der Festhalle untergebracht. Das wunderschöne Ambiente konnte bei den vielen Gesprächen über neue Buchprojekte gar nicht richtig bewundert werden.

Der Donnerstag begann mit einem Treffen mit befreundeten Bloggerinnen. Es gab eine Menge auszutauschen und wir haben uns auch neue Dinge für Buchbesprechungen einfallen lassen. Ich liebe diese kreativ-inspirierenden Treffen. Den ersten Beitrag, was mit dem Bücherhaus gemeinsam entstanden ist, haben wir schon gepostet. Die Aspekte „Historie“ und „Spannung“ bekommen so deutlich mehr Aufmerksamkeit.

Am Abend stellte Jo Nesbø seinen aktuellen Thriller Messer vor. Durch das Interview führte Alf XX, der durch die Radiosendungen des HR2 bekannt ist. Oliver Mommsen las die deutschen Passagen und machte uns neugierig auf die gesamte Handlung.

Am Freitag hatte ich mich gleich mit zwei Bestsellerautoren zum Podcast verabredet. Erst hatte ich ein ausführliches Gespräch mit Mattias Lisse zu seinem neuesten Roman Die geteilten Jahre und später mit Peter Prange zum zweiten Teil um Familie Ising aus Fallersleben. Eine Familie in Deutschland – Am Ende die Hoffnung ist in der ersten Woche nach Veröffentlichung gleich auf Platz 2 der Spiegel-Bestsellerliste Belletristik Hardcover eingestiegen. Verdient, wie ich finde.

Café Roseli

Am Abend fand die Lesung von Ellin Carsta zur Hansen-Saga statt. Da am 29. Oktober der vierte Teil Der zerbrechliche Traum erscheint, nutzten wir die Gelegenheit, am Rande der Buchmesse im Café Roseli (Weißadlerstraße 9, Frankfurt) schon mal einen kleinen Ausschnitt vorgestellt zu bekommen. Das Café ist übrigens auch ohne Lesung sehr zu empfehlen.

Rebecca Gablé

Samstag wurden erstmals auf der Messe Bücher verkauft. Die Jahre zuvor war der Kauf nur am Messesonntag möglich. Möglicherweise hat diese Änderung zu den Vorjahren 13.000 Besucher mehr angelockt. An diesem Tag waren so viele Veranstaltungen auf dem Messegelände, dass man sich die neuen Bücher auch gleich signieren lassen konnte. Die Kapazitäten in den Hallen waren teilweise erschöpft und es war kein Durchkommen. Zum Glück hatte ich am nur Vormittag eine Veranstaltung bei Bastei Lübbe mit Rebecca Gablé. Wir plauderten eine Stunde über die Entstehung der Romane (aktuell ist Die Teufelskrone). Recherche und Figurenentwicklung standen dabei im Vordergrund. Es war ein intensiver Einblick in die Geschichte der Waringhams. Am Nachmittag wollte ich unbedingt Johan Harstad hören. Der norwegische Autor von Max, Mischa und die TET-Offensive hatte mich vorher mit seinem 1.246-seitigem Roman beeindruckt.

Der Sonntag diente nur noch dazu, sich über das Gelände treiben zu lassen. Ich hatte mir noch zwei Veranstaltungen ausgesucht und plauderte zwischendurch mit Bloggern, die ich nun vermutlich wieder ein Jahr nicht sehen werde. Je näher der Zeitpunkt der Abreise kommt, desto wehmütiger sieht man zum Messeturm hoch. Im nächsten Jahr bin ich natürlich wieder dabei. Nirgends sonst trifft so viel Buch so geballt aufeinander. Außerdem bin ich neugierig, wie sich das Gastland Kanada mit seiner ganzen Vielfalt präsentiert.

Im Rückblick erscheint auch diese fünftägige Messe viel zu kurz. Themen wie Podcasting nahmen immer mehr Raum ein. Ich höre auch immer mehr und produziere schon über ein Jahr. Von daher freut mich die Entwicklung natürlich. Das Hören geschieht oft nebenbei, ohne im Alltag auf andere Dinge verzichten zu müssen. Die meisten haben eine angenehme Länge, die mir eine Busfahrt verkürzen oder Routinetätigkeiten. Ich möchte die Höreinheiten inzwischen nicht mehr missen. Von daher verfolge ich auch gespannt die Entwicklung in der Buchbranche und hoffe, dass die wenigen Workshops und Veranstaltungen nur der Anfang waren und weiter ausgebaut werden.

Die Messe stellt die aktuellen Buchtitel vor, bringt die Autoren mit Verlagen und Lesern zusammen und bietet für eine knappe Woche eine große Bühne, das liebst Hobby auszuleben. Durch die Gastländer erhält man einen Eindruck, was in anderen Ländern beliebt ist, ohne weite Reisen machen zu müssen. In diesem Jahr hieß das Motto Der Traum in uns, zu dem rund 600 Bücher im Norwegen-Pavillon ausgestellt waren. Bei der Pressekonferenz präsentierte sich bereits Kanada mit drei Autoren. Die Kultur unterscheidet sich ebenfalls von der unseren, sodass die Besucher interessiert den Ausführungen der geladenen Autoren lauschte. Für Blogger gibt es unzählige Möglichkeiten, Ideen zu entwickeln, Neues auszuprobieren und sich zu vernetzen. Von daher ist ein Messebesuch immer empfehlenswert. Ich freue mich schon auf den nächsten.

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