Workshops, Organisation und das Hopsen vor Glück

Am Samstag, 18. Mai 2019 öffnete der Bastei Lübbe Verlag in Zusammenarbeit mit den Verlagen Kiepenheuer & Witsch, Droemer Knaur, Diogenes und Dumont seine Türen. Es hatte sich unter den Bloggern und Buchinteressierten bereits herumgesprochen, dass die Veranstaltung eine Reise nach Köln wert ist.

26 Veranstaltungen von je 40 Minuten Dauer standen zu fünf Zeiten zur Auswahl. Das Angebot erstreckte sich von der Ideenfindung über die Gestaltung, Aufgaben der einzelnen Abteilungen eines Verlags bis hin zum Finden internationaler Autoren, die in die Deutsche Sprache übersetzt werden. Die Entscheidung fiel mir schwer.

Um 10 Uhr war Einlass und schon vor der Tür begann die Begrüßung untereinander. Man traf liebgewonnene Büchermenschen, lernte neue kennen und vor allem wurden schon die ersten Fotos gemacht. Der Austausch fand in der Halle des Verlags statt, wo bereits der Ausschank an Getränken begonnen hatte. Nach der offiziellen Begrüßung des Organisationsteams ging es auf 11 Uhr in die Veranstaltungsräume. Aus dem üppigen Programm habe ich mir diese Vorträge und Workshops ausgesucht:

Was brauche ich, um glücklich zu sein?

Die Antwort ist schnell gefunden: Bücher! Oder doch die Familie? Gesundheit? Womöglich sogar Geld? Je länger man nachdenkt, desto öfter wechseln die Bedürfnisse. Nach drei Monaten mache das erfüllte Bedürfnis sowieso nicht mehr im gleichen Maß glücklich und wir schauen uns nach anderen Dingen um.
Die Autorinnnen Kristina Günak und Victoria Bindrum widmeten sich dem Thema Glück aus psychologischer Sicht. Während Günak aktuell den belletristischen Roman Glück ist meine Lieblingsfarbe veröffentlichte, findet man bei Bindrum sachliche Ratschläge in Glücklich ist, wer vergisst, dass hier alles kacke ist. Beide Bücher sind im Bastei Lübbe Verlag erschienen. Teilnehmer des Workshops überlegen vielleicht heute noch, was sie mit einer Million Follower auf Instagram anfangen können und erkannten hinterher die Notwendigkeit von emotionalen Höhen und Tiefen und dass auch Kleinigkeiten eine große Wirkung haben. Habt ihr heute schon jemandem zugelächelt?


Danach ließ sich Andrea Neuhoff vom Droemer Knaur Verlag in ihre Karten schauen und erklärte, wie man eigentlich eine Buchmesse organisert. Die meisten Zuhörer lassen zwar seit Jahren keine einzige Messe aus, konnten sich den enormen Planungsaufwand rund um die imposante Bücherrotunde aber nicht vorstellen. Nach der Messe ist vor der Messe und bedeutet bei den Verlagen oft nur einen einzigen Tag Verschnaufpause, bevor sie erneut Autoren, Veranstalter und Leser auf zeitlich begrenzten Raum zueinander bringen. Es werden die Buchtitel ausgewählt, Aktionen überlegt und Präsentationsmöglichkeiten gecheckt, bevor das Messeprogramm final im Internet abzurufen ist.

Die Welt ins Haus holen!

Wie man auf dem internationalen Markt die passenden Autoren findet, erläuterte nach der Mittagspause Lektorin Helga Frese-Resch vom Verlag Kiepenheuer & Witsch. Während man auf dem deutschen Markt ein Manuskript kauft, sind die fremdsprachigen Bücher bereits im Ausland verlegt. Änderungen am Text sind somit nicht mehr möglich. Das Buch muss also ins Verlagsprogramm passen. Das klang logisch, war mir aber auch nie so bewusst, welche Vorarbeit die Scouts und Übersetzer leisten, damit ich die Schwedenkrimis eben nicht nur in Originalsprache vorliegen habe. Bei der nächsten Frankfurter Buchmesse werde ich auf jeden Fall intensiver bei den fremdsprachigen Büchern gucken.


Krimiautorin Katja Bohnet lockte mit der Aussicht „Am Ende war’s immer der Gärtner“, etwas über Storytelling zu erfahren. Meine Definition über die Kunst, in mehreren kleinen Abschnitten eine große Geschichte zu erzählen, war eine andere. Stattdessen habe ich etwas über das Plotten eines Romans am Beispiel der Heldenreise gehört. Das war aber nicht uninteressant, zumal wir die Schlüsselszenen ihres aktuellen Krimis nun kennen.


Blick in den Aufnahmeraum

Einen gelungenen Abschluss bekam ich im Tonstudio des Verlags. Als Hörbuchfan und Podcaster wollte ich mir unbedingt das Profi-Equipment des Verlags ansehen und eine Vorstellung davon bekommen, wie aus einem Printbuch etwas Hörbares wird. Es kam sogar noch besser: Vier von uns bekamen die Chance, einen Text gemeinsam mit der Autorin Dania Dicken zu lesen. Wir saßen also im schallgedämmten Raum vorm Mikrofon – es war genau der Ort, wo auch Christoph Maria Herbst die Aufnahmen für Lübbe Audio macht – und lasen zwei Seiten des Dran-Bleiber Thrillers Profiling Murder – Blutige Tränen. Das hört sich leicht an, erfordert aber eine gewisse Konzentration, zumal man durch das Fenster die anderen 18 Ohrenpaare sehen kann. Für Nervosität war aber keine Zeit. Ein Profi lese pro Tag 2-3 CDs ein und pro Jahr werden in den vier Studios rund 200 Projekte produziert, wurde uns verraten.

Mein Fazit zur LBC: Ich hoffe auf eine fünfte! Der Mehrwert durch die Hintergrundberichte ist enorm. Ganz besonders ist es aber eine Gelegenheit, liebe Büchermenschen zu treffen. Auch wenn es den ganzen Tag eine köstliche Vollverpflegung gibt, haben wir zu viert ein Abschlussessen gemacht. Da nicht jeder dieselben Vorträge besucht, habe ich mich mit Eulenmatz liest, Scarlet59 und Kerstins Kartenwerkstatt noch ausgiebig ausgetauscht. Vielen Dank an alle, die den Tag mit so vielen tollen Sachen gefüllt haben.

7 Gedanken zu “Workshops, Organisation und das Hopsen vor Glück

  1. Kerstin schreibt:

    Liebe Heike,
    ein schöner Bericht für einen tollen Tag. Ich habe mich sehr gefreut dich endlich mal live und in Farbe zu sehen. Da war das gemeinsame Essen genau der richtige Abschluss für den Tag.
    Das müssen wir wiederholen.
    LG Kerstin

    Gefällt 1 Person

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