Küstenzornig ins Lügenmeer

Krimilesung im Speicherstadtmuseum

Am Freitag, 12. April 2019, lasen Angelika Svensson und Susanne Kliem aus ihren aktuellen Krimis im Speicherstadtmuseum in Hamburg. Die beiden Damen morden an der norddeutschen Küste. Die Ostsee war in beiden Fällen der Schausplatz.

Angelika Svensson machte den Auftakt und las erstmals aus Küstenzorn, dem fünften Fall für Kommissarin Lisa Sanders aus Kiel. Diesmal hat sie es mit den perfiden Machenschaften eines Stalkers zu tun. Schon bei der Einführung des Opfers gruselte es die Zuhörer bei der Vorstellung des intensiven Geruchs von Rasierwasser in einer Wohnung einer alleinstehenden Frau. Auch der Täter wird mit Worten farbig gezeichnet, sodass keine Restsympathie für den für uns ja Unbekannten zurück blieb. Als dann die Sprache auf Lost Places kam, brauchte man nicht mehr viel Phantasie, um zu ahnen, wohin die Autorin mit uns wollte. Die 45 Minuten vergingen wie im Flug und ich war froh, dass ich das Buch bereits zu Hause habe.

Leseprobe Küstenzorn

Nach einer kurzen Pause, in der man das kulinarische Angebot des Museums nutzen kann, setzte Susanne Kliem die Veranstaltung mit Lügenmeer fort. Nicht minder spannend versetzte auch sie uns an die Ostsee, genauer an einen fiktiven Ort nahe Laboe. In einem zerfallenen Schwimmbad erinnerten wir uns mit ihr an die Vorgänge vor 19 Jahren, als ein junges Mädchen im Becken ums Leben kam. Psychologisch tiefgehend waren die ausgewählten Dialoge zwischen den Beteiligten. Diesen Krimi muss ich definitiv lesen. Meine Neugier ist geweckt, aus welchen Motiven diese grausame Tat entstand.

Leseprobe Lügenmeer

Susanne Kliem (li.) und Angelika Svensson im Speicherstadtmuseum

Bei einem Krimi ist es ja ähnlich wie bei einem Verkehrsunfall. Man bekommt ein beklommenes Gefühl und ist gleichzeitig froh, dass es einen nicht selbst getroffen hat. Bei einer fiktiven Handlung darf es dann noch etwas erbarmungsloser sein und man darf sich noch erleichterter fühlen. Beide Lesungen wurden gekonnt vorgetragen und zogen sofort sämtliche Aufmerksamkeit auf sich. Die atemlose Stille im Speicherstadtmuseum zeugte davon, dass jeder der rund 70 Besucher die Handlung gespannt verfolgte und sich seine eigenen Vorstellungen von den Figuren machte. Es hätte wohl niemand etwas dagegen gehabt, wenn noch weitere Kapitel als Zugabe gelesen worden wären. Im Anschluss rundeten zudem noch Erläuterungen zur Ideenfindung und Empfinden beim Schreiben den Abend ab. Beim nächsten Mal bin ich also wieder mit dabei, wenn die beiden Autorinnen ihre neuen Fälle vorstellen.


© Maya Meiners Photographie

Angelika Svensson ist das Pseudonym der Krimiautorin Angelika Waitschies. Die Autorin wurde in Hamburg geboren und lebt heute in Schleswig-Holstein. Nach der Ausbildung zur Fremdsprachen-korrespondentin begann sie 1972 ihre berufliche Tätigkeit beim Norddeutschen Rundfunk in Hamburg. Ihre Stationen innerhalb des NDR führten sie in unterschiedliche Bereiche, so auch in die Abteilung Unterhaltung/Fernsehspiel, wo sie auf Produktionsseite an der Entstehung vieler Shows und Krimis mitgewirkt hat. Mittlerweile ist die Autorin freiberuflich tätig.
Angelika Svensson ist Mitglied im »Syndikat« und bei den »Mörderischen Schwestern«. Mehr Informationen zur Autorin unter: http://www.angelika-svensson.de. (Quelle: Droemer Knaur Verlag)


© privat

Susanne Kliem wurde am Niederrhein geboren und lebt heute mit ihrer Familie in Berlin. Sie ist gelernte Buchhändlerin und arbeitete u.a. als Pressereferentin beim Fernsehen sowie für das größte deutsche Theaterfestival »Theater der Welt«. Seit 2009 schreibt sie Krimis, für die sie bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde. Zuletzt erschienen ihre hoch gelobten Spannungsromane „Trügerische Nähe“ (2015) und „Das Scherbenhaus“ (2017). (Quelle: Randomhouse)

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