Vier Jahrhunderte an einem Abend

Lesung im Ägyptisches Museum in Leipzig

Am Donnerstag, 21. März 2019, lasen vier Autorinnen aus ihren historischen Romanen. Die 60 Plätze des Ägyptischen Museums in Leipzig waren nahezu alle besetzt. Kein Wunder, wurden doch aus vier Jahrhunderten die unterschiedlichsten Schicksale der Protagonisten vorgestellt. Vom Ende des 19. Jahrhunderts ins Mittelalter, zurück in die Nachkriegszeit, um mit dem 14. Jahrhundert den Abend ausklingen zu lassen. Es war also eine literarische Zeitreise mitten in Exponaten, die damals auch schon als antik gegolten haben.

Nach der Begrüßung der Museumsleitung stellte Ellin Carsta den dritten Teil ihrer Hansen-Saga Das bedrohte Glück vor. In diesem Band, der am 16. April erscheint, geht es um Louise, die Tochter des Kakaohändlers aus Hamburg. Mit ihr flohen wir nach Kamerun, eine der deutschen Kolonien in Afrika. Die historisch belegten Ereignisse wurden so mit der fiktiven Familie Hansen verknüpft, dass die Zeit wieder lebendig wurde.

Marion Johanning setzte die Veranstaltung mit einem Ausschnitt aus Die verborgenen Schwestern fort. 1206 stritten sich der Welfe Otto und der Staufer Philipp um den Thron und es entstand ein Bürgerkrieg. Eine geheime Schwesternschaft in Köln ist das Ziel von Heilerin Maria. Mit ihr durften wir ein Eindruck dieser unwirtlichen Zeit verschaffen.

Rose Philipps erinnerte mit Annas Rückkehr an eine nicht minder gefährliche Zeit. Sie lässt die Operndiva Anna nach 15 Jahren in ihre Heimat Berlin zurückkehren und uns an deren Erinnerungen teilhaben. Die Panik der Menschen während der Herrschaft der Nationalsozialisten wird spürbar und auch die Erleichterung, dass nun alles schon zehn Jahre zurückliegt. Wir drücken Anna die Daumen, dass sie ihren Bruder in den Wirren der Nachkriegszeit findet.

Den Abschluss bildete Sabine Weiß mit Die Arznei der Könige. Der Roman ist für den diesjährigen HOMER nominiert, der am 23. November verliehen wird. 1322 muss sich die Heilerin Jacoba in Paris vor einem Gericht behaupten. Man wirft der jungen Frau aus Lüneburg vor, widerrechtlich geheilt zu haben. Der Roman beruht auf Tatsachen, die während des Prozesses niedergeschrieben wurden.

Viel zu schnell verging die Zeit und schon wurde verkündet, dass die Bücher auch gerne signiert werden. Wo waren nur die zwei Stunden geblieben?! Mir hat jedes Buch so gut gefallen, dass ich sie auf alle Fälle lesen werde. Viel hat zu diesem Gefallen bestimmt auch beigetragen, dass die Autorinnen so begeistert ihre ausgewählten Szenen vortrugen. Das Museum war obendrein ein perfekter Ort, um historische Romane vorzustellen. Alles in allem war es ein wunderschöner Auftakt zur #LBM19.


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Die Verlinkungen führen zu Verlagsseiten oder Anbietern, auf denen man mit weiteren Klicks die Bücher bestimmt auch bestellen kann. Das dient auf meinem Blog aber allein dem Komfort, bzw. den weiterführenden Informationen. Für mich zahlt sich das in keiner Weise aus.

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