LBM19 – Mitten im Geschehen

Leipzig war vier Tage Zentrum der Buchwelt

Leipzig. 286.000 Besucher kamen in diesem Jahr zur Messe. Im Vergleich zum Vorjahr war das ein Plus von 89.000 (siehe Grafik am Ende des Beitrags). Letztes Jahr hinderte der überraschende Wintereinbruch viele am Kommen. Dennoch ist hier ein deutliches Interesse am Angebot einer Messe zu erkennen. Nicht nur Leser genießen die Lesungen, Informationsstände, Fachvorträge oder einfach das Treffen von Gleichgesinnten in den fünf Hallen, sondern vor allem Blogger, Autoren, Verlage und jeder, der mit Büchern zu tun hat.

Vier Tage sind gefüllt mit Lesungen, Neuigkeiten rund ums Buch, Aktionen für Blogger oder Treffen mit Verlagen und Freunden. Meine Messezeit war diesmal vorwiegend mit Interviews gefüllt. Insgesamt sechs Autoren durfte ich über ihre Projekte befragen und die Gespräche aufzeichnen. Die Podcasts werdet ihr demnächst auf diesem Blog hören können. Bei der Pressekonferenz zum nächsten Gastland in Frankfurt konnte ich Anne B. Radge gewinnen, dass wir uns im Oktober auf der FBM19 treffen. Ihre Trilogie zum Lügenhaus hat inzwischen sechs Bände und macht dem Titel alle Ehre.

Spannend finde ich ja immer die Lesungen und Verlagsvorstellungen. Dieses Mal lud der Goldmann Verlag in eine Bar mit coolen Drinks ein, um Meike Werkmeister kennenzulernen. Ich hatte Sterne sieht man nur im Dunkeln bereits gelesen und konnte die Autorin also ordentlich löchern.

Das Kontrastprogramm bot sich dann anschließend im Ägyptischen Museum, wo es gleich um vier historische Romane ging. Ellin Carsta, Rose Philipps, Sabine Weiss und Marion Johannig nahmen uns mit vom 13. Jahrhundert bis in die Nachkriegszeit. Einen ausführlichen Bericht findet ihr in den nächsten Tagen auf dem Blog.


Am Freitag ging es direkt mit einem inoffiziellen Fan-Treffen mit Mac P. Lorne weiter. Der Autor der Löwenherz-Saga nahm ich Zeit, alle Fragen zu beantworten. Schnell bildete sich eine große Runde und diese wurde auch erst aufgelöst, als eine andere Bestsellerautorin nun endlich die Aufmerksamkeit für sich beanspruchen wollte.


Katharina Herzog (li.) und Nikola Scott lesen aus ihren Romanen auf der LBM19.

Am Samstag stellten Nicola Scott (Das Leuchten jenes Sommers) und Katharina Herzog (Der Wind nimmt uns mit) ihre aktuellen Romane vor. Der Rowohlt Verlag hatte uns ins CCL eingeladen. Wir hörten ein paar Szenen und durften natürlich wieder alles mögliche fragen. Auch wenn es so aussieht, Katharina schmollt nicht. 😉
Die beiden Romane werde ich demnächst als separate Rezension einstellen. Das Leuchten jenes Sommers ist schon fertig und für den 16. April geplant.

Auch der Bookspot Verlag lud am Nachmittag zum Bloggertreffen. Für mich war das eine Premiere. Ich hörte diesmal nicht zu, sondern plauderte selber über acht Neuerscheinungen. Unterstützt haben mich dabei Petra und Uli Mattfeldt. Zwei der Bücher werde ich auf diesem Blog später ausführlicher vorstellen.

Bücher kann man ja nicht nur lesen, sondern auch hören. Marie und Lena vom Argon Verlag hatten eine Kabine reserviert, in der wir Hörbegeisterten die Novitäten vorgestellt bekamen. Außerdem plauderten wir über bevorzugte Genre und wann und womit jeder so hört. Kein Bericht glich dem anderen. Wer also denkt, dass man sich lediglich ein Buch vorlesen lässt, weil man die Hände frei haben will, täuscht sich. Einen Tipp habe ich jetzt gleich für euch: Eine irische Familiengeschichte von Graham Norton. Charlie Hübner verleiht den Figuren in der ungekürzten Lesung seine Stimme. Ein Hörbuch zum Abtauchen.


Der Sonntag – die Zeit vor dem Messe-Blues – verbrachte ich bei den Blogger Sessions 19. Ich hörte mir Ausführungen zur Monetarisierung des eigenen Blogs an, fragte mich, ob der klassische Blog nun vom sozialen Netzwerk verdrängt wird und mit welcher Idee ich denn wohl eine Kampagne starten könnte. Interessant war für mich vor allem der Vortrag von André Stämmler, der uns eine Stunde die Tücken der Rechtssprechung näher brachte. Auch dieser Teil wird wegen seines Umfangs einen gesonderten Blogbeitrag erhalten.

Nach der Messe ist vor der Messe. In gut einem halben Jahr öffnen die Türen bereits wieder in Frankfurt. Bis dahin habe ich einige neue Ideen und bestimmt auch wieder einige Aktionen mit anderen Bloggern umgesetzt. Der Tag direkt nach der Messe ist immer wie ein freier Fall in ein tiefes Loch. Man sichtet das Prospektmaterial, blättert durch die Leseexemplare und sortiert Visitenkarten. Messeblues? Definitiv!

Gibt es den besten Tag für einen Besuch?

Jeder Tag ist einen Besuch wert. Der ruhigere Donnerstag eignet sich, um sich einen Überblick zu verschaffen, auch mal in Ruhe an einem Stand eine Neuerscheinung anzulesen und gleich mit einem Gleichgesinnten darüber zu plaudern. Man glaubt gar nicht, wie kommunikativ wir Leser sind. Freitag wird es schon spürbar voller. Die Verlage scheinen diesen Tag für ihre Veranstaltungen auserkoren zu haben. Wer Cosplayer ist, reist natürlich am Samstag an. Alle anderen kommen nur noch langsam durch die Hallen und bestaunen die zum Teil vom Manga nicht mehr zu unterscheidenden Besucher. Der Sonntag ist inzwischen für Vorträge, die :blogger sessions reserviert. Man bekommt geballt die Informationen, die man als Blogger benötigt, um sich mit dem Thema intensiver auseinander zu setzen. Um die Einangsfrage zu beantworten: Verschiedene Tage bieten für verschiedene Vorlieben das Beste. Für einen einzigen könnte ich mich nicht entscheiden.

Lieber allein oder in der Gruppe?

In einer Gruppe macht das Erlebnis natürlich mehr Spaß, schließlich teilt man auch anschließend noch gemeinsame Erinnerungen. Allerdings muss man dann auch auf mehrere Vorlieben Rücksicht nehmen und kommt nur langsam durch die Massen. Es werden von vielen Buchhandlungen Fahrten zur Messe angeboten. Schon während der Anreise …, verriet mir Andrea F., die mit ihren Kolleginnen nach Leipzig kam. Allein kann man natürlich an allem teilnehmen, was irgendwie interessant erscheint. Nach nunmehr zehn Messen habe ich festgestellt, dass man nie lange allein bleibt und immer irgendwer ein paar Worte wechselt.

Andrea F. aus D. bekam vom Michelsbund die Gelegenheit, zur Messe nach Leipzig zu fahren. Noch vor Tagesanbruch verließ der Reisebus den bayerischen Heimatort Richtung Sachsen. Die Organisation der Fahrt, Übernachtung und einer Stadtführung hatte sie gern anderen überlassen. „Ich glaube, das kommt auch günstiger, als wenn ich alles alleine buche,“ so die begeisterte Leserin. Mürrisch wirft eine Mitreisende ein, dass letztes Jahr die Reise immerhin noch bezuschusst wurde. Heutzutage spare man sogar am Eintritt, der nur für einen Tag gelte. Über den Austausch, wo die besten Veranstaltungen stattfinden und über Buchtipps freut man sich hier umso mehr. „Der Geselligkeitsfaktor ist ein entscheidender Vorteil“, so die ehrenamtliche Bibliothekarin. Einhellig wurde bedauert, dass es im Bus weder ein Animationsprogramm noch appetitliche Häppchen zur Stärkung gebe. „So viele Feiglinge auf nüchternen Magen bekommen nicht jedem“, hören wir eine Stimme aus der dritten Reihe. Einig waren sich alle, dass die Zeit viel zu schnell verginge und die Taschen kaum Platz in den Ablagefächern fänden. Nächstes Jahr seien sie aber wieder dabei, versprachen die Damen aus Oberbayern. (Ähnlichkeiten mit Personen oder Verbänden ist rein zufällig und nicht beabsichtigt. Das fiktive Gespräch fand so nie statt.)

(Quelle: Statista)

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