Auf den Spuren einer Schafhirtin

Das Geheimnis der letzten Schäferin von Beate Maxian

Nina Ludwig ist erfolgreiche Köchin mit eigenem Restaurant in Salzburg. Gerade hat sie das Angebot bekommen, in einer TV-Show ein paar ihrer Rezepte zu verraten. Ihr Partner wird der Sternekoch Julian Leroy sein. Nina ist von dem selbstherrlichen Sunnyboy nicht gerade begeistert. Allerdings wird im bayerischen Heimatort ihrer Großmutter Liesl gedreht, weswegen Nina doch zusagt. Vom Eigentümer des Hofs erfährt sie mehr aus dem Leben ihrer Großmutter als sie jemals wissen wollte. Die letzte Schafhirtin hat offenbar ein großes Geheimnis mit ins Grab genommen.

Die Krimiautorin Beate Maxian hat in ihrem zweiten historischen Roman erneut einen Einblick in langgehegte Familiengeheimnisse gegeben. Sie beginnt mit der Vorstellung der Gegenwart um Nina und ihrer Leidenschaft fürs Kochen. Zubereitung und Geschmack werden wieder so intensiv beschrieben, dass beim Lesen der Magen knurrt. Durch die Gespräche zwischen den Köchen werden auch die regional unterschiedlichen Begriffe einzelner Speisen geklärt. Je länger Nina im oberbayerischen Hofberg ist, desto mehr erfährt sie aus der Zeit, in der ihre Großmutter dort gelebt hat. Die seinerzeit fast Volljährige hatte sich in den Sohn eines Großbauern verliebt, dessen Mutter es aber zu verhindern wusste, dass die beiden ein Paar wurden. Sie streute Gerüchte über Liesels Familie und zwang ihren Sohn sogar zu einer Heirat mit einer anderen. Enttäuscht suchte sich Liesl Arbeit auf einer entfernten Alm.

Altertümliche Rezepte fürs Fernsehen

Insgesamt werden vier Zeitebenen angesprochen, die den Zusammenhang zu den Streitigkeiten zwischen den Familien herstellen. Gleichzeitig wird ein grausamer Teil der deutschen Geschichte angesprochen, der seine Auswirkungen noch lange nach Kriegsende hatte. Die Figuren werden passend platziert, sodass ihre Zusammentreffen Spannung beim Lesen erzeugen. Der eher behäbige Alltag auf den Höfen Mitte des letzten Jahrhunderts ist ebenso vorstellbar, wie der turbulente Dreh fürs Fernsehen. Die benötigten Informationen, um ein deutliches Bild zur Familiengeschichte zu bekommen, verteilen sich übers gesamte Buch. Der Schreibstil ist zu jeder Zeit angemessen. Man kann nicht umhin zu bemerken, dass sich die Autorin in beiden Umgebungen sehr gut auskennt.

Der Roman verknüpft Vergangenheit und Gegenwart und lässt seine Figuren an seinen Aufgaben wachsen. Die Handlung bildet ein authentisches Bild der damaligen Zeit ab und schmückt sie mit allerlei regionalen Spezialitäten, die auch heute noch in den Gasthöfen zu bestellen sind. Dazu kommt eine Prise Romantik, gewürzt mit einer intriganten Großbäuerin. Alle Zutaten zusammen ergeben einen Roman, der am besten in einem Rutsch gelesen wird.

Leseprobe


© Lukas Riegel


Die Österreicherin Beate Maxian wurde in München geboren und verbrachte ihre Jugend u.a. in Bayern und im arabischen Raum. Heute lebt sie mit ihrer Familie abwechselnd in Oberösterreich und Wien und arbeitet neben dem Schreiben als Moderatorin und Journalistin sowie als Dozentin an der Talenteakademie. Ihre in Wien angesiedelten Krimis um die Journalistin Sarah Pauli haben eine treue Leserschaft erobert und sind Bestseller in Österreich. Des Weiteren ist Beate Maxian die Initiatorin und Organisatorin des ersten österreichischen Krimifestivals: Krimi-Literatur-Festival.at (Quelle: Randomhouse)


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  • Taschenbuch: 448 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag
  • erschienen am 12. November 2018
  • ISBN-13: 978-3453422995


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