Irische Idylle mit Mord

Mörderische Teatime von Ivy Paul

Mae Pennywether hat unbeabsichtigt einen Bestseller geschrieben. Daraufhin bekommt sie eine Einladung zu einer Vorabendshow Teatime with Annie im Fernsehen. Anne Cleary soll das Interview führen und gleichzeitig ihre Abschiedssendung moderieren. Die Damen kennen sich allerdings von früher. Anne hat vor ihrer Fernsehkarriere in Badger’s Burrow gewohnt und Mae den Mann ausgespannt. Dementsprechend freudig sieht sie dem Ereignis entgegen. Die erste Begegnung im Tearoom ihrer Freundin Clarissa fällt mehr als unfreundlich aus. Mae wünscht ihrer Widersacherin aus alten Tagen sogar den Tod. Doch bevor es zur Aufzeichnung kommt, findet man Anne tatsächlich leblos auf. Sie nahm das tödliche Gift offenbar mit einem Sandwich aus Clarissas Speiseraum ein. Inspektor Andrew O’Malley bekommt in dem kleinen irischen Dorf seinen ersten Einsatz.

Ivy Paul zeichnet als Deutsche eine typisch irische Umgebung nach, in der sie ihren Cosy-Crime platziert. Figuren und Umgebung werden farbig ausgemalt und agieren lebensecht. Mae bekommt als Protagonistin eine Menge Ecken und Kanten, die als liebenswert empfunden werden. Sie kümmert sich ums Dorfgeschehen und kennt natürlich jeden Bewohner. Sie wurde im fiktiven Ort geboren und erlangte ihre Lebenserfahrung beim Reisen um die Welt und Leben mit Naturvölkern. Sie sieht alles nicht ganz so eng und richtet den Blick lieber aufs Wesentliche. Da nun aber die Leiche ihrer Streitpartnerin vom Vorabend gefunden wurde, zählt sie zu den Hauptverdächtigen. Da der Blick ständig auf Mae gerichtet war, weiß der Leser natürlich, dass sie unschuldig ist. Stattdessen werden noch einige andere Verdächtige präsentiert. Jeder von ihnen hat ein Motiv, da Anne alles andere als umgänglich war. Das Ausschließen von Tätern folgt einer Logik, sodass es bis zum Ende spannend bleibt, selbst wenn man den intriganten Hergang der Tat erahnt. Man möchte dann doch wissen, wieso es passiert ist.

Der Weg in den Himmel führt an der Teekanne vorbei.
(engl. Sprichwort)

Die Kapitel werden jeweils mit Weisheiten über Tee aus allen Ländern eingeleitet. Die Dialoge sind teilweise humorvoll. Der rasante Erzählstil erleichtert das Lesen ebenfalls. Mae unterstützt den neu hinzugekommenen Inspektor O’Malley. Zwar ist Badger’s Burrow bereits zum zweiten Mal zum Tatort geworden, jedoch haben die Fälle nichts miteinander zu tun. Es wird sich immer mal auf die Geschehnisse aus Der Tote im Whiskey-Fass bezogen, wobei die Kenntnisse nicht vorausgesetzt werden. Dieser Krimi endet jedoch so, dass Mae durchaus weitere Aufgaben erhalten könnte. Die pragmatische Dame hat alle Eigenschaften zu einer irischen Miss Marple, der ich auch bei künftigen Ermittlungen über die Schulter schauen würde.

Leseprobe

Beheimatet im schönen Augsburg und von großer Liebe für Irland und alles Irische geprägt, kommen Ivy Paul die Ideen für ihre Irland-Krimis meist beim Genuss einer Tasse Tee oder eines Glases Tullamore Dew. Um Inspiration für ihre anderen Genres zu finden, siedet sie Seifen oder beobachtet ihre Hühnerschar. (Quelle: Dryas-Verlag)


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  • Taschenbuch: 246 Seiten
  • Verlag: Dryas Verlag
  • erschienen am 20. Februar 2018
  • ISBN-13: 978-3940258830

Das Rezensionsexemplar wurde mir vom Dryas Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Meine Meinung hat es nicht beeinflusst.

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