Mord als Unfall getarnt

Whisky und Mord von Melinda Mullet

Abigail Logan hat von ihrem Onkel Ben eine Destillerie im schottischen Balfour geerbt. Gemeinsam mit Patrick, einem langjährigen Freund, verschafft sie sich vor Ort einen Eindruck. Abbey Glen ist der angesagteste Hersteller für Single Malt. So ist es nur natürlich, dass Abi einige Kaufangebote erhält. Die Interessenten gehen sogar davon aus, dass die Fotojournalistin möglichst schnell verkaufen will und dann zurück nach London geht. Als Abi jedoch zögert und sogar andeutet, das Unternehmen selber führen zu wollen, erhält sie Drohbriefe und deutliche Zeichen, dass das nicht gewünscht wird. Als schließlich noch eine Leiche im Gärbottich gefunden wird, ahnt Abi, dass sie sich in Gefahr befindet. Plötzlich wird jeder in der Umgebung zum Verdächtigen.

Melinda Mullet lässt uns mit diesem Auftakt der Krimiserie um Abigail Logan an ihrer Leidenschaft für Whisky teilhaben. Fast könnte man ihr unterstellen, sie wolle ihren Lesern den seidigen Geschmack eines jahrelang gereiften Single Malt nahebringen und hat mit dem Mord ein bisschen Spannung hinzugefügt. Sehr typisch für einen Auftakt werden die Figuren ausführlich mit ihren Eigenschaften beschrieben. Durch das Verbrechen und den ständig wiederkehrenden Sabotageakten bringt sie zusätzlich die alteingesessene Gruppe der Einheimischen in Aufruhr und stellt deren Vertrauenswürdigkeit in Frage. Für den Leser ist es lange nicht ersichtlich, wer denn wohl wirklich dahinter steckt. Gleich mehrere Figuren haben ein Motiv.

Die Protagonistin findet sich bald in der idyllischen Landschaft der schottischen Highlands wieder, die sie bisher nur aus den Erzählungen ihres Onkels kannte. Balfour vermittelt den Eindruck, ein beschaulicher Platz für solide Whiskybrennerei und Genuss zu sein. Dass hier ein Mord passiert, der auch noch eine ganze Produktion ungenießbar macht, ist kaum vorstellbar. Die wortkargen Einheimischen lassen Abi immer als Außenseiterin erscheinen. Durch ihre journalistische Neugier gepaart mit Kombinationsgabe ermittelt sie bald selbst. Allerdings ist ihr größter Schutz Hund Liam. Es war zu erwarten, dass sie bald in großer Gefahr schwebt.

Der Schreibstil ist unkompliziert und lässt sich schnell lesen. Der Spannungsbogen zieht sich durch die Kapitel, dass man gerne ein paar Seiten mehr liest, als man eigentlich vor hatte. Ein paar humorvolle Dialoge lockern die Situationen immer wieder auf. Die Zutaten für einen Cosy Crime sind also alle vorhanden. Am Ende sind die Guten von den Bösen separiert und ich bin gespannt, wie es in Balfour weiter geht. Die englische Ausgabe besteht im nächsten Jahr bereits aus vier Bänden.

Leseprobe


 

Melinda Mullet hat britische Eltern, wurde aber in den USA geboren. Sie hat mehrere Jahre als Juristin gearbeitet, sich in den USA und im Ausland um Kinderrechte gekümmert und ist viel gereist. Sie lebt in der näheren Umgebung von Washington D.C. mit ihren beiden Töchtern und ihrem Mann, der Whisky-Sammler ist. (Quelle: Aufbau-Verlag)

 


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  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Aufbau Taschenbuch
  • erschienen am 13. Juli 2018
  • ISBN-13: 978-3746633916
  • Originaltitel: The Single Malt Murder

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