Das organisierte Verbrechen in Fredenbüll

Pannfisch für den Paten von Krischan Koch

Fredenbüll ist ein kleiner Ort an der Nordseeküste. Polizeiobermeister Thies Detlefsen hat ja immer wieder Sorge, dass seine Wache aufgrund mangelnder Verbrechen geschlossen wird. Mit diesem sechsten Fall bekommt er es allerdings mit der Mafia aus New York zu tun. Sogar in der Hedden Kist und beim Friseur spürt man das kosmopolitische Flair, seit sich immer wieder die Männer in den dunklen Anzügen dort aufhalten. Dabei sollte Thies doch für Ruhe bei der Demonstration zum Schutz der Rotbauchunke sorgen. Aber jetzt fand man eine Leiche in einem Betongrab und im Geigenkasten von Louis, dem Lobster, wird auch kein Musikinstrument transportiert. Es wird allerhöchste Zeit, dass die Kieler Mordkommission bei den Ermittlungen hilft.

Im sechsten Band der Krimiserie bekommt der Fredenbüller Polizeiobermeister Detlefsen es mit dem organisierten Verbrechen zu tun. Krischan Koch holt die Mafia an die Nordsee mit allem, was dazu gehört. Es mieten sich Herren mit dunklen Hüten und einem Geigenkasten in der Pension ein und plötzlich werden Schafe und Störche mit Schusswunden gefunden. Man kommt sich ja vor, wie in Little Italy. Thies Frau Heike findet das neue italienische Flair ziemlich anziehend. Seit der charmante Italiener sich morgens im Friseursalon rasieren lässt, sind auch alle anderen Plätze besetzt. Sämtliche Figuren haben Eigenschaften, die sie aus der Menge hervortreten lassen und die Gemeinschaft abrunden.

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Foto: Marek Szczepanek

Die Umgebung an der Küste wird ebenfalls mit wenigen Worten bildhaft. Der Schimmelreiter fährt natürlich wieder viel zu schnell über den Deich und sogar das leise Surren der Windräder meint man zwischen den Zeilen zu hören. Zusätzlich wird auch wieder auf regionale Missstände hingewiesen. Der Schutz der Rotbauchunke ist ebenso ein Thema wie die richtige Nahrung für einen Hund und eben auch alternative Energiequellen. Beim sechsten Fall kehren versierte Leser natürlich schon in die vertraute Umgebung zurück, aber auch Quereinsteiger werden keine Mühe haben, sich zurechtzufinden. Benötigte Informationen aus vorherigen Büchern werden allesamt erwähnt. Die Fälle sind jeweils für sich abgeschlossen.

Auch wenn Thies mit seinem Team in der Polizeiarbeit noch nicht so routiniert ist wie seine Großstadtkollegen, kommen sie doch mit friesischer Hartnäckigkeit ans Ziel. Die Figuren agieren nicht immer, wie man es erwartet, was nicht nur beim Lösen des Falles überraschende Wendungen bringt, sondern vor allem auch Situationskomik. Wenn in de hedden Kist manchmal Platt gesprochen wird, trägt das ebenfalls zum regionalen Flair bei. Der unblutige Küstenkrimi lässt sich nicht nur im Urlaub gut lesen, sondern auch im heimischen Liegestuhl. Zum Glück wird es nächstes Jahr noch ein Wiedersehen mit Thies und seiner Mannschaft geben. Das ist doch ein Angebot, das man nicht ablehnen kann, um es mal mit Tonys Worten zu sagen.

Leseprobe

Schon die Lesung im Speicherstadtmuseum hat mir gut gefallen.


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© Gunter Glücklich

Krischan Koch wurde 1953 in Hamburg geboren. Die für einen Autor üblichen Karrierestationen als Seefahrer, Rockmusiker und Kneipenwirt hat er sich geschenkt. Stattdessen macht er Kabarett und Kurzfilme und schreibt seit vielen Jahren Filmkritiken u.a. für die ‚Die Zeit‘ und den Norddeutschen Rundfunk. Koch lebt mit seiner Frau in Hamburg und auf der Nordseeinsel Amrum, wo er mit Blick aufs Watt seine Kriminalromane schreibt. (Quelle: dtv)


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Taschenbuch: 288 Seite
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
erschienen am 9. März 2018
ISBN-13: 978-3423217217


Reihenfolge Krimi-Serie

  1. Rote Grütze mit Schuss
  2. Mordseekrabben
  3. Rollmopskommando
  4. Dreimal Tote Tante
  5. Backfischalarm
  6. Pannfisch für den Paten

 

5 Gedanken zu “Das organisierte Verbrechen in Fredenbüll

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