Bis wann sagten Sie?

Muss es denn gleich für immer sein? von Sophie Kinsella

Wenn man den Richtigen trifft, soll es in der Beziehung möglichst lange funktionieren. Die meisten träumen von einem gemeinsamen Für-immer. Wenn man aber beim ärztlichen Gesundheitscheck noch weitere 68 Jahre prognostiziert bekommt, kann das schon recht einschüchternd wirken. Sylvie und Dan haben bereits zehn Jahre zusammen verbracht, sind seit sieben Jahren verheiratet und Eltern von fünfjährigen Zwillingen. Alles scheint märchenhaft schön. Es wäre aber kein Buch von Sophie Kinsella, wenn das so bliebe. „Bis dass der Tod euch scheidet“ ist plötzlich kein romantisches Versprechen mehr, sondern lässt das Paar düster in eine gelangweilte Zukunft blicken.

Die britische Autorin hat bereits in über 20 humorvollen Romanen bewiesen, dass es in Beziehungen nicht immer rund läuft. Becky Bloomwood musste viele Kreditkarten überziehen, bis sie Mr. Right an ihrer Seite hatte und auch die Protagonistinnen der anderen Bücher mussten gewitzt einige Hürden überwinden bis sie zufrieden über die Ziellinie liefen. Sylvie fand die Liebe zu Dan zwar erst auf den fünften Blick, scheint aber ansonsten schon seit ihrer Geburt ein unbeschwertes Leben zu führen. Ihr Vater war ihr Held, ihre Chefin lobt sie ständig und ihre Familie ist wahrhaft zum Vorzeigen. Welche Anregungen können da noch kommen, wenn man noch fast sieben Jahrzehnte zu leben hat?

Der Schwerpunkt in diesem Buch liegt also nicht beim Finden des richtigen Partners, sondern auf der Zeit danach bis zum Ableben. Bei einer knapp 40 prozentigen Scheidungsrate ist das wohl auch die größte Herausforderung für Paare. Man hat sich nach einem Jahrzehnt so weit kennengelernt, dass der Partner nur noch selten überrascht. Man hat Verpflichtungen gegenüber der Familie, die nur noch selten Raum für Spontanität lassen. Auch Sylvie und Dan ahnen, dass sie in Zukunft einiges ändern müssen, um ihre Beziehung interessant zu gestalten. Während wir den beiden bei ihren Lösungsmöglichkeiten zuschauen, schweifen die Gedanken auch nach der letzten Seite hin zu lebenslanger Treue, erfüllter Partnerschaft und den eigenen Erwartungen. Die durchaus ernsten Themen werden aber mit jeder Menge Situationskomik aufgelockert, dass es eben doch wieder ein humorvoller Roman mit einigen Wendungen ist.

Seit ich vor 16 Jahren Die Schnäppchenjägerin las, bin ich ein großer Fan der Autorin. Ihr leichtgängiger Schreibstil und der überraschende Witz machen diese Lektüre perfekt zum abendlichen Abtauchen. Es darf dabei auch etwas übertrieben zugehen und die Figuren dürfen auch mal außerhalb der Norm reagieren. Gerade das macht das Chaos perfekt und transportiert den Humor. Die Bücher hinterlassen bei mir immer ein Gefühl wie früher, nach der Rückkehr von einem Kinderfest. Schön, dass für 2019 bereits ein neuer Roman angekündigt ist.

Leseprobe


Am 10. und 11. November 2018 fand das Lesefestival lit.Love in München statt. Sophie Kinsella war ebenfalls dort und nahm sich die Zeit, mir ein paar Fragen zu beantworten.

Podcast


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© privat

Sophie Kinsella ist ehemalige Wirtschaftsjournalistin. Ihre Schnäppchenjägerin-Romane werden von einem Millionenpublikum verschlungen. Sophie Kinsella eroberte die Bestsellerlisten aber auch mit Romanen wie »Göttin in Gummistiefeln« oder »Frag nicht nach Sonnenschein«. Sie lebt mit ihrer Familie in London. (Quelle: Randomhouse)

 


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  • Taschenbuch: 480 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag
  • erschienen am 16. Juli 2018
  • ISBN-13: 978-3442487769
  • Originaltitel: Surprise me

 

Mehr Informationen über Sophie Kinsella erfahrt ihr auf ihrer Homepage.

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