Das Glück befindet sich immer in Strandnähe

Sommerhaus zum Glück von Anne Sanders

Elodies Welt in Frankfurt zerbricht von einen auf den anderen Tag als sie feststellt, dass Per sich wohl auch in Zukunft nicht von seiner Frau scheiden lässt, sondern beide auch noch demnächst Eltern werden. Per ist gleichzeitig Elodies Chef, sodass sie sich gezwungen sieht, ihren Job zu kündigen. Kurzentschlossen und ohne vorherige Besichtigung kauft sie eine Pension in St. Ives und sieht einer ganz neuen Zukunft entgegen. Leider entpuppt sich das „beziehbare Projekt“ als baufälliges Haus, sodass Elodie die ersten Wochen selber in einer Pension unterkommen muss. Dabei lernt sie allerdings Helen und Brandy kennen und schließt mit ihnen Freundschaft.

Anne Sanders lässt ihre Leser zum zweiten Mal literarisch in das malerische Fischerdorf St. Ives reisen. Der aktuelle Roman ist dabei keineswegs eine Fortsetzung von Sommer in St. Ives, sondern eine Geschichte um Liebe, Freundschaft und den Mut zu etwas Neuem. Der Ort wird so farbig beschrieben, dass er auch gut als Urlaubsersatz dient. Die Cottages vermitteln britisches Flair und an der Promenade hört man zwischen den Zeilen das Wellenplätschern und Möwengeschrei. Ebenso plastisch sind die Figuren ausgearbeitet. Mit Elodie fühlt man direkt mit, wie sie in ihrer Enttäuschung um die zerbrochene Beziehung zu Per einen Neuanfang sucht und sich vermutlich wegen der emotionalen Aufruhr das marode Gebäude andrehen lässt. Ihre Probleme werden zunächst durch den Ortswechsel nicht weniger.

Was aber ein Stilmittel zum Spannungsaufbau ist, wird hier durch das Auftauchen von Helen und Brandy gemildert. Der Einfluss der beiden so unterschiedlichen Frauen auf Elodie wirkt wie Balsam. Eine hat stets eine Lösung parat. Die Erzählperspektiven wechseln von Kapitel zu Kapitel, sodass man als Leser einen Rundumblick genießt und auch Helen und Brandy intensiver kennenlernt. Die beiden haben selber ein Päckchen zu tragen, wie man nach und nach feststellt. Entwicklungen in den jeweiligen Beziehungen werden deutlich, auch wenn der Betroffene noch gar nichts davon bemerkt hat. In humorvollen Dialogen wird dazu auch manchmal gestichelt. Dazu kommt noch eine Prise Bad Boy, der offensichtlich ein Geheimnis schützen will. Die Münchener Autorin findet mit ihrem Schreibstil genau das richtige Tempo, um das Chaos zu einer sonnigen Lektüre zu wandeln und mischt Entwicklungs- und Liebesroman in der richtigen Dosis.

Leseprobe


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© Jan Frommel

Anne Sanders lebt in München und arbeitet als Autorin und Journalistin. Zu schreiben begann sie bei der »Süddeutschen Zeitung«. Als Schriftstellerin veröffentlichte sie unter anderem Namen bereits erfolgreich Romane für jugendliche Leser. Die Küste Cornwalls begeisterte Anne Sanders auf einer Reise so sehr, dass sie spontan beschloss, ihren Roman »Sommer in St. Ives« dort spielen zu lassen. Dieser eroberte die Herzen der Leserinnen und wurde zum Bestseller. Auch »Mein Herz ist eine Insel« und »Sommerhaus zum Glück« waren große Erfolge. »Wild at Heart – Willkommen im Hotel der Herzen« nun ihr vierter Roman bei Blanvalet. (Quelle: Randomhouse)


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  • Broschiert: 448 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Verlag
  • erschienen am 14. Mai 2018
  • ISBN-13: 978-3764506308

 

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