Sechs Frauen und ein König

„Divorced, beheaded, died,

divorced, beheaded, survived.“

Mit diesem Merksatz lernen in Großbritannien die Kinder die Schicksale der sechs Ehefrauen von Henry VIII. Alison Weir hat genauer recherchiert und über jede einzelne Königin eine Biografie geschrieben. In der Serie Six Tudor Queens kommt jede von ihnen zu Wort.

Am Freitag, 24. August 2018 las die Autorin historischer Biografien und Romanen auf dem Edinburgh Book Festival im Baillie Gifford Main Theatre aus

Jane Seymour – The haunted Queen

und brachte uns das kurze Leben vor der Kulisse der damaligen Lebensumstände näher. Die Fakten wurden mit einer Präsentation veranschaulicht. Je nach gerade besprochener Persönlichkeit, hatten wir auch stets das jeweilige Bild vor Augen. Die dritte Ehefrau wurde vor allem dadurch bekannt, dass sie dem König den ersehnten Sohn gebar, den späteren König Edward VI. Henrys Glück schien perfekt. Leider starb Jane bereits wenige Tage später. Bislang wurde immer behauptet, sie starb am Kindbettfieber. Die britische Autorin bringt in ihrem Buch aber noch eine ganz andere Theorie ins Gespräch.

In ihrem einstündigen Vortrag überraschte Alison Weir das Publikum mit ein paar Neuigkeiten über diese zurückhaltende, eher scheue Königin. Sie sprach auch über die Gefahren des Alltags im 16. Jahrhundert, religiöse Neuorientierung und vor allem den mächtigen Schatten, den Anne Boleyn auf Jane warf. Wer die englische Sprache nicht scheut, sollte unbedingt zu dieser sechsteiligen Serie greifen. Die Königinnen werden darin lebendig dargestellt unter Berücksichtigung der neuesten Forschungen aus zeitgenössischen Schriften.

Anschließend nahm sich die Preisträgerin des Good Book Guide Awards für die beste Biographie in 1999 (Eleonore von Aquitanien) noch Zeit, Signierwünsche zu erfüllen und mir ein paar Fragen zu beantworten. Ich erfuhr Neuigkeiten über kommende Projekte und wie Alison die königlichen Beziehungen einschätzt. Das Gespräch hört ihr im

Podcast

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Henry VIII. mit Jane Seymour und dem gemeinsamen Sohn Edward (ca. 1545, unbekannter Maler)


Alison Weir ist eine britische Schriftstellerin von Geschichtsbüchern und später historischen Romanen, meist in Form von Biografien über britische Könige.


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  • Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
  • Verlag: Headline Review
  • erschienen am 3. Mai 2018
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-13: 978-1472227676

Leseprobe

4 Gedanken zu “Sechs Frauen und ein König

  1. Rotraud Tomaske schreibt:

    Ich bedauere … wieder einmal .. sehr, dass mein Schulenglisch aus den 60ger Jahren nicht ausreicht, um Bücher im Original zu lesen. Gerade diese Autorin hat so viele Biografien geschrieben, die mich sehr interessieren würden. Von Jane Seymour gibt es meines Wissens keine eigene auf deutsch 😦
    Warum die Bücher von Alison Weir nicht übersetzt werden, wüsste ich wirklich gern. So schade.

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    • frauGoetheliest schreibt:

      Liebe Rotraud, dafür lohnt sich das Auffrischen der Sprache wirklich. Die Serie ist allerdings nicht so schwer zu verstehen wie manche Biografien von Historikern. Die Kunst, flüssig zu schreiben, beherrscht Alison ja auch.
      Der Vortrag über Jane Seymour war so informativ, dass ich jetzt wirklich gespannt bin, was Alison über Katharina Anna von Kleve zu sagen hat.
      Wenn man nur oft genug über das Fehlen der Serie klagt, erbarmt sich vielleicht ein Verlag und dazu noch ein geübter Übersetzer? Ins Verlagsprogramm würden die Bücher sicher bei mehr als einem passen.

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      • Rotraud Tomaske schreibt:

        Liebe Heike
        „Auffrischen“ wäre leider nicht ausreichend. Ich habe 1967 meinen Realschulabschluss gemacht und seither die englische Sprache höchstens mal ab und zu im Urlaub gebraucht … da wir sehr selten ins Ausland reisen, ist das kaum der Rede wert.
        Ich habe es zweimal mit Originalbüchern versucht, weil mich das Thema sehr interessierte und zwar mit „The Three Edwards“ von Thomas B. Costain und einem historischen Krimi von Kate Sedley, von deren Serie nur die ersten 6 Bände übersetzt wurden. Beide Bücher waren trotz Übersetzungsprogramm für mich nicht lesbar.
        Kann man eben leider nicht ändern 😦
        Zum Glück gibt es ansonsten sehr viele Bücher über die Tudorzeit … eine meiner Lieblingsepochen .. auch über ANNA von Kleve … nur eben über Jane Seymour nicht.
        Liebe Grüße, Rotraud

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