Die dunkle Seite der Sicherheit

Das dunkle Netz von Silvia Stolzenburg

Mark Becker wird nachts von einem ehemaligen Kollegen Kai angerufen. Da aber auch Julia, Marks Exfreundin gern und oft um diese Zeit telefoniert, hört er die Mailbox erst am nächsten Morgen ab. Kai wollte ihn unbedingt treffen, weil er Hinweise habe, dass bei seinem neuen Arbeitgeber nicht alles mit rechten Dingen zugehe. Mark macht sich auf den Weg, kann aber niemanden erreichen. Eine Nachbarin berichtet von einer Gruppe Roma, die nachts in den Wald gelaufen sind. Wenig später hat Lisa Schäfer von der Kriminalpolizei Stuttgart einen Mordfall um eine verbrannte Leiche zu bearbeiten. Mittlerweise hat Mark einen USB-Stick mit verschlüsselten Daten erhalten. Es kommt zu einem Wiedersehen zwischen dem vermeintlichen Dream-Team aus Blutfährte, das sie in ein dunkles Netz der Illegalität führt.

Silvia Stolzenburg setzt mit diesem Thriller die Reihe um Feldjäger Mark Becker fort. Erneut ist er involviert und steht der SOKO mit Leiter Thomas Fuchs beratend zur Seite. Lisa Schäfer sind die Ereignisse des letzten Zusammentreffens noch gut in Erinnerung. Da es sich hier aber um einen für beide Seiten gefährlichen Fall handelt, muss sie ihre Vorbehalte überwinden. Mark verstrickt sich immer mehr in die Vorfälle und handelt wieder nicht regelkonform. Bald geht es ihm nur noch um die Frage, wie er die Täter am schnellsten stellen kann. Eine 20-minütige Wartezeit kann dabei über Leben und Tod entscheiden. Mir als Laien erscheint das plausibel.

Kurze Kapitel treiben die Handlung in gewohnt hoher Geschwindigkeit voran. Wer von den vielen Abkürzungen der Fachabteilungen im Lesefluss aufgehalten wird, bekommt im Anhang deren Erklärung. Mark wird als Protagonist auch im Hinblick auf sein Privatleben ein bisschen besser eingeführt. Er ist ein durchtrainierter Mann, der seinen Job mit Leib und Seele erfüllt und sich in der spärlichen Freizeit gern auf ein Bier mit seinen Kumpels trifft. Auch die Beziehung zu Oberkommissarin Lisa entwickelt sich weiter, sodass einer weiteren Zusammenarbeit nichts im Wege steht. Ein bisschen blass blieb Lisas Kollege Jonas.

Der Handlungsverlauf folgt einem roten Faden. Zu Beginn tappen sowohl die Figuren als auch die Leser im Dunkeln und zeitgleich erhält man das Wissen, wie sich alles zusammensetzt. Zu keiner Zeit weiß man mehr als die Ermittler, sodass die Spannung steigen kann. Die Autorin geht auch diesmal nicht zimperlich mit ihren Figuren um. Die Täter haben definitiv keine Samthandschuhe zur Verfügung und für mich waren einigen Szenen wirklich an der Grenze meiner Belastbarkeit. Wenn Gelesenes aber ein unangenehmes Gefühl auslöst, obwohl überhaupt niemand mit dem Messer am Knöchel piekst, spricht das ja für die treffende Formulierung. Bei einem Film hätte ich mir vermutlich wieder die Augen bedeckt.

Mark und Lisa werden vermutlich noch öfter im Stuttgarter Raum ermitteln, glaubt man den Hinweisen im letzten Kapitel. Von daher kann ich nur empfehlen, die Reihe chronologisch zu lesen, damit man sich nicht selber spoilert. Empfehlenswert ist sie allemal.

Leseprobe

 


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© Foto Frech Heidenheim

 

Dr. phil. Silvia Stolzenburg studierte Germanistik und Anglistik an der Universität Tübingen. Im Jahr 2006 promovierte sie dort über zeitgenössische Bestseller. Kurz darauf machte sie sich an die Arbeit an ihrem ersten Roman. Mittlerweile arbeitet sie als Vollzeitautorin. Sie lebt mit ihrem Mann auf der Schwäbischen Alb, fährt leidenschaftlich Rennrad und recherchiert vor Ort bei der Bundeswehr, dem SEK und der Gerichtsmedizin – immer in der Hoffnung, etwas Spannendes zu entdecken.

 

 


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  • Taschenbuch: 277 Seiten
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
  • erschienen am 7. Februar 2018
  • ISBN-13: 978-3839222805

 

 

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