Ostseekrimis im Doppelpack

Am 29. Juni 2018 lasen Eva Almstädt und Angelika Svensson im Speicherstadtmuseum in Hamburg aus ihren aktuellen Krimis Ostseerache und Küstentod. Trotz des hochsommerlichen Wetters war der Raum wieder gut gefüllt. Rund zwei Stunden dauerte die kurzweilige Unterhaltung.

Das Speicherstadtmuseum veranstaltet in den Räumen des Kontors regelmäßig Krimilesungen, die ich ausgesprochen gerne besuche. Das historische, maritime Flair passt einfach zu einer spannenden Lesung. Dieses Mal gab es diese gleich doppelt.

Den Anfang machte Angelika Svensson mit Küstentod, dem vierten Teil ihrer Serie um die Kieler Ermittlerin Lisa Sanders. Ich muss gestehen, dass ich Kiellinie (Teil 1) schon einige Zeit auf dem SuB habe, aber mir nie die Zeit zum Lesen genommen habe. Nach dieser gelungenen Vorstellung wird das aber schnell nachgeholt. Allerdings kann ich so auch einen Quereinstieg empfehlen, weil die Figuren so gut eingeführt werden, dass man die humorvollen Einschübe in den Dialogen gut nachvollziehen kann.

Nachdem wir also mit der aufgetakelten Lisa auf einer Party des Speedbootclubs waren, ging es zurück an die beschauliche Gegend der Ostsee. Eva Almstädt las aus Ostseerache über Flora, die in der Vergangenheit verdächtigt wurde, an einem Mord beteiligt gewesen zu sein. Die Lübecker Kommissarin Pia Korittki bietet in ihrem 13. Fall also jede Menge psychologischen Tiefgang.

Nach dreizehn Fällen muss doch die Figur schon so in Fleisch und Blut übergegangen sein, dass man sie aus dem eigenen Leben kaum noch fernhalten kann, oder? Nein, so schlimm sei es wohl nicht. Man fühle sich vorm Schreiben immer erst in die Figur ein, erklärte Eva.

Aus beiden Büchern hörten wir vier Abschnitte, die meine Neugier auf die Vorgänger schürten. Aber Angelika Svensson verriet ja schon zu Beginn, dass wir Zuhörer hinterher ganz sicher nicht wissen, wer der Mörder sei.

Obwohl beide Krimis keinen Auftakt darstellten und eigentlich nur von der Lokation Ostsee eine Verbindung herstellten, harmonierte die Zusammenstellung der beiden Mörderischen Schwestern (Vereinigung deutschsprachiger Krimiautorinnen) ausgezeichnet. Beide Autorinnen trugen ihre Werke so vor, dass die Zeit nur so verflog. Auch nahmen sie sich Zeit zum Signieren und beantworteten noch einige Fragen. Bei der nächsten Veranstaltung gehe ich bestimmt wieder hin und habe bis dahin auch meinen SuB abgearbeitet.


 

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© Götz Sommer


Eva Almstädt
, 1965 in Hamburg geboren und dort auch aufgewachsen, absolvierte eine Ausbildung in den Fernsehproduktionsanstalten der Studio Hamburg GmbH und studierte Innenarchitektur in Hannover. Seit 2001 ist sie freie Autorin und schreibt zurzeit an ihrem siebten Roman. Eva Almstädt lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Hammoor, Schleswig-Holstein. (Quelle: Bastei Lübbe Verlag)

 

 

Ostseerache von Eva Almstädt 

In einem beschaulichen Dorf an der Ostsee wird eine junge Frau auf grausame Weise ermordet. Die Dorfbewohner verdächtigen Flora, die als Jugendliche eine Mitschuld am Tod eines Nachbarjungen gehabt haben soll und die nun wieder in ihr Elternhaus zurückgekehrt ist. Die Mordkommission Lübeck ermittelt. Auch Kommissarin Pia Korittki, die gerade ihre Hochzeit plant, sieht einen Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen und rollt den früheren Todesfall wieder auf. Schon bald muss sie fürchten, dass es nicht bei diesen zwei Morden bleiben wird…


 

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© Maya Meiners Photographie

Angelika Svensson ist das Pseudonym von Angelika Waitschies, 1954 in Hamburg geboren, die heute in Schleswig-Holstein lebt. Nach der Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin begann sie 1972 ihre berufliche Tätigkeit beim NDR, wo sie mittlerweile seit 20 Jahren als Disponentin arbeitet. (Quelle: Droemer-Knaur-Verlag)

 

Küstentod von Angelika Svensson 

Drei Richter werden ermordet. Zunächst sieht alles danach aus, als stammte der Täter aus dem beruflichen Umfeld der Toten. Doch dann entdeckt Lisa Sanders von der Kieler Mordkommission im Privatleben der drei Opfer eine verstörende Gemeinsamkeit. Von Seiten der Staatsanwaltschaft hat wieder Thomas von Fehrbach den Fall übernommen. Der ahnt nicht, dass er unter Beobachtung von Jegor Stepanow steht, dessen Bruder Lew er hinter Gitter gebracht hatte. Und der schwor ihm damals Rache!

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