Vorgelesen ist es nochmal so schön

Qualle vor Malle von Elena Uhlig

Am Welttag des Buches, 23. April, las Elena Uhlig aus ihrem aktuellen Roman Qualle vor Malle in der Buchhandlung Hugendubel am Stachus in München. Rund 60 vorwiegend weibliche Besucher ließen sich von der Schauspielerin gedanklich in den Urlaub auf Mallorca führen. Einen Eindruck, wie turbulent es dort zuging bekamen wir bereits in den ersten Minuten. „Wo ist denn etwas zu trinken? Ach ja, hier unten. – Essen? Jetzt? Nee, lieber nicht. Aber bieten Sie doch den Damen etwas an. – Ich muss noch schnell telefonieren und dann geht es gleich los.“ So wurden wir bereits unterhalten, bevor die Lesung anfing.

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Elena Uhlig liest im Hugendubel am Stachus, München

„Doch, Karl, du hast gesagt, du hast da frei“, beginnt der turbulente Urlaubsroman von Elena Uhlig. Die Schauspielerin hat erneut ihr Privatleben zum Anlass genommen, ein Buch zu schreiben. Wie schon in „Mein Gewicht und ich“ dürfen die Leser daran teilhaben, wie es im Alltag bei ihr zugeht. Tröstend ist es, dass es ebenso chaotisch wie turbulent ist, wie es mir bei der eigenen Planung manchmal vorkommt. Es wird viel zu viel in die Koffer gepackt, dann doch wieder weggelassen und irgendwann schleppt man alles auf den letzten Drücker zum Flughafenschalter. Ein paar erholsame Tage am Strand von Mallorca wären jetzt also genau das Richtige.

Je mehr wir vorgelesen bekamen, desto bildlicher konnte man es sich vorstellen, wie es im Hause Karl/Uhlig zugeht. Elena Uhlig wirkte mit ihrem quirligen Temperament äußerst belebend. Jede Anekdote wurde aufmerksam verfolgt.

Frau Uhlig und Herr Karl wollen also ein paar Tage auf Mallorca verbringen. Ruhig und entspannt soll es sein. Aber doch nicht für ein bekanntes TV-Paar. Natürlich werden sie erkannt und gefragt, ob sie für ein Selfie posieren würden. Allerdings verhilft der Promistatus dann auch zu einer VIP-Betreuung mit Hubert. Der Concierge erfüllt jeden Wunsch und irgendwann geht es dann auch vom Pool zum Strand. Alles könnte so schön sein, wenn da nicht so viel Unrat angeschwemmt worden wäre. Und was ist das? Teer? Also doch wieder ins Kinderparadies des Hotels.

Der lockere Schreibstil und die an die Umgangssprache angepassten Dialoge vermitteln das Gefühl, direkt dabei gewesen zu sein. Man wird über 200 Seiten unterhalten und überlegt eventuell, ebenfalls mal auf die balearische Insel zu reisen. Mitunter schmunzelt man bei den Überlegungen die Uhlig anstellt, weil man sie selber schon so oft gedacht hat. Die Identifikation ist gerade bei diesem Urlaubsbuch sehr hoch. Angenehm sind auch die kurzen Kapitel, die geradezu zum Lesen in der heißen Sonne gemacht sind.

Leseprobe


Elena Uhlig beantworte Franziska (Franzi liest) und mir vor der Veranstaltung noch ein paar Fragen. Bei vier Kindern, Lebensgefährte und Beruf habe sie doch bestimmt einen exakt durchgeplanten Alltag. Die Autorin überraschte uns aber, indem sie Herrn Karl zitierte: „Der beste Plan scheitert mit dem ersten Feindkontakt.“ Ob Quallen wohl dazu zählen? Auf einer Niedlichkeitsskala erreichen diese glibberigen Meeresbewohner jedenfalls nur die unterste Punktzahl. Würde sie sich ein Genre aussuchen dürfen, wäre das ein Liebesroman. Wir sind gespannt, ob dieser Wunsch in den im hoffentlich nächsten März erscheinenden Buch einfließt.


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  • Broschiert: 208 Seiten
  • Verlag: Knaur TB
  • erschienen am 3. April 2018
  • ISBN-13: 978-3426789582

Das Rezensionsexemplar wurde mir vom Droemer-Knaur-Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

 

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