Nur der Mord ist keine Illusion

Inspector Swanson und der magische Zirkel

Donald Sutherland Swanson will nach den aufreibenden Fällen der letzten Jahre endlich eine entspannte Zeit mit seiner Frau Annie verbringen. Im Adelphi Theater wollen sie sich die Show des amerikanischen Illusionisten Hector van Dyke ansehen, der sich gefesselt in eine mit Wasser gefüllte Requisite einschließen lässt. Die Minuten vergehen und während das Publikum noch wartet, dass sich der Künstler entfesselt auf der Bühne zeigt, ahnt Swanson, dass etwas nicht stimmt. Kurzentschlossen schlägt er mit einer Axt den Wasserbehälter ein und rettet van Dyke das Leben. Hinter dem unglücklichen Unfall scheint aber doch eine Absicht zu stecken. Wenig später brennt es in der Pension des Amerikaners und immer wieder gibt es auch Todesfälle zu beklagen.

Gleich der erste Teil des Kriminalromans stimmt auf die besondere Atmosphäre der Illusionisten ein.

„Der Zauberkünstler ist ein Mann, der Dinge von da wegnimmt, wo sie nicht sind, und sie dorthin legt, wo man sie nicht finden kann, weil sie dort nicht sind.“

Mit diesen trughaften Bildern spielt auch Robert C. Marley in seinem Kriminalroman um seinen Protagonisten. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass er eine fiktive Handlung hat. Die Zauberkunst war Ende des 19. Jahrhunderts äußerst beliebt in London. Einige Theater waren das ganze Jahr über mit ihren Shows ausgebucht. John Nevil Maskelyne gehört zu den Begründern des heute noch bestehenden Magischen Zirkels von England. mit bekannten Namen, die man vielleicht schon im Zusammenhang mit Zauberei gehört hat, deren Figuren allerdings frei erfunden sind, wird die Handlung bestückt. Der Vorteil liegt hier eindeutig an den Möglichkeiten, wie sich der Verlauf entwickelt. Genügend Wendungen bauen die Spannung auf und können bis fast zum Ende überraschen.

Die Figuren rund um Chief Inspector Swanson sind deutlich genug ausgearbeitet, dass man sie zuordnen kann. Die fiktiven Figuren agieren glaubhaft mit den historisch belegten. Erneut gibt es ein Wiedersehen mit Oscar Wilde, der einfach in das London dieser Zeit gehört. Die gesellschaftlichen Gepflogenheiten fließen nicht nur durch ihn mit ein. Vor 120 Jahren wandelten sich zudem die Ermittlungsmethoden der Polizei, die bereits zu erkennen sind. Dazu kommt natürlich, dass Swanson enorm scharfsinnig ist, ohne sich dabei auf den Zufall verlassen zu müssen. Wünschenswert wäre nun noch die bildhafte Beschreibung der historischen Kulisse gewesen. Ein viktorianischer Krimi in einem Theater darf ruhig mehr rote Samtvorhänge und ausladende Plüschkissen haben, auch wenn das nicht als Hinweis auf den Täter zu gebrauchen ist. Als Leser dieses Genres möchte ich mich ja auch in der Zeit wohlfühlen. Da Swanson aber erst 1903 in den Ruhestand eintritt, hoffe ich auf weitere Fälle in dieser Serie.

Leseprobe

Donald Swanson ist ebenfalls in den Ermittlungen des Hope-Diamanten, des schwarzen Museums, des Falls Jack the Ripper und der Marmortreppe involviert. Sie sind jeweils abgeschlossene Kriminalromane und können ohne Kenntnis der anderen gelesen werden.


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Robert C. Marley, geboren 1971, ist Autor, Kriminalhistoriker, Goldschmiedemeister und Mitglied des Syndikats – der Vereinigung deutschsprachiger Krimiautoren. Seit seiner Jugend liebt er Sherlock Holmes und Agatha Christie und besitzt ein privates Kriminalmuseum. Der Autor lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in einer sehr alten Stadt in Ostwestfalen.


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Taschenbuch: 300 Seiten
Verlag: Dryas Verlag
erschienen am 12. Mai 2016
ISBN-13: 978-3940855640


Die Reihenfolge der Serie:

Band 1: Inspector Swanson und der Fluch des Hope Diamanten

Band 2: Inspector Swanson und der Fall Jack the Ripper

Kurze Geschichte dazwischen: Die Marmortreppe (nur E-Book)

Band 3: Inspector Swanson und der Magische Zirkel

Band 4: Inspector Swanson und das Schwarze Museum

Weitere Bände folgen

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