Die Geburt eines Parfüms

Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe von Michelle Marly

Mit dem Namen Chanel verbinden wir noch heute das kleine Schwarze, die kastenförmige Jacke, die abgesteppte Handtasche und vor allem den Duft von Nummer 5. Das fruchtige Parfüm passt den ganzen Tag, sodass man es immer dabei haben kann. Die ineinander verschlungenen Buchstaben CC sind ebenfalls ein weltweites Markenzeichen geworden, das für hohen Anspruch und exquisite Qualität steht. Es sind die Initialen der Modeschöpferin, nach deren Ideen diese zeitlose Bekleidung gefertigt wurde. Der Duft war eigentlich nur als Aufmerksamkeit für gute Kundinnen gedacht. Er trug allerdings signifikant zum Erfolg des Modehauses bei. Bleibt noch die Frage, wer Coco Chanel eigentlich war.

Michelle Marly hat ganz sicherlich eine akribische Recherche betrieben, um diesen Roman zu schreiben. Über Coco Chanel wurde vermutlich ebenso viel geschrieben, wie es Boutiquen mit ihrem Namenszug gibt. Bisher blieb die Französin allerdings immer hinter ihren Kreationen versteckt. Man sah die wundervolle Couture, aber nicht die Frau. Liest man den Roman, bekommt man eine Ahnung, dass das womöglich so gewollt war. Die unehelich geborene Gabrielle verbrachte ihre Kindheit in Saumur. Nach dem Tod der Mutter brachte der Vater sie und ihre Schwester ins Waisenhaus. Mit 16 Jahren beschloss die geschickte Näherin nach Paris zu gehen und dort als Modistin zu arbeiten. Bis zu diesem Zeitpunkt ahnt man noch nicht, welchen Ruhm sie tatsächlich einmal erlangt.

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Coco Chanel und Dimitri Palowitsch

Die Autorin ermöglicht den Einblick in das Privatleben der Designerin bis zum Jahr 1922. Große Namen wie Strawinsky, Picasso und der russische Großfürst Dimitry Pawlowitsch waren an ihrer Seite, aber niemand wurde ihr Ehemann. Die Unternehmerin verkörperte in ihrer Zeit die schlichte Eleganz und vor allem Unabhängigkeit. Ihre Lebenserfahrung ließ sie Entscheidungen treffen, die bestimmt schmerzhaft waren, aber sie auch zur Multimillionärin machten. Die Entstehung von No. 5 wird hier aus der Sicht von Coco Chanel geschildert. Ihre Idee, ihren 100 besten Kundinnen ein außergewöhnliches Weihnachtsgeschenk zu machen, entwickelte sich zum meistverkauften Parfüm.

Der Schreibstil ist eingängig und man möchte schon nach wenigen Seiten am Leben Cocos teilhaben. Man trauert mit ihr um ihre große Liebe und freut sich gleichermaßen über die schönen Momente. Die Person Chanels ist auf der einen Seite zerbrechlich und zaghaft dargestellt, zeigt aber genauso ihre Stärke und Entschlossenheit. Der Mix macht daraus eine Spannung, die auch ohne turbulente Handlung auskommt. Ich empfehle das Buch gerne weiter.


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31 Rue Cambon, Paris – Cocos Appartement

Hinter Michelle Marly verbirgt sich eine deutsche Bestsellerautorin, die in der Welt des Kinos und der Musik aufwuchs. Lange Jahre lebte sie in Paris, heute wohnt sie mit Mann und Hund in Berlin und München.

Klappenbroschur, 496 Seiten
Aufbau Taschenbuch
978-3-7466-3349-7
erschienen am 16.02.18

 

 

 

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