Als wäre das Leben nicht schon schwer genug

Und jetzt auch noch Liebe von Catherine Bennetto

Emma ist seit Jahren mit Ned zusammen. Während sie einem Job in einem Filmstudio nachgeht und sich um die alltäglichen Belange des Lebens kümmert, träumt er vom großen Geld als Geschäftsmann. Leider funktionieren seine Ideen meistens nicht. So bleibt alles an Emma hängen, die sich bald überfordert fühlt. Als erstes trennt sie sich von Ned und schmeißt ihren Job hin, bevor ein Brand ihre Wohnung unbewohnbar macht. Von einer zur anderen Minute ist Emmas Leben zum Chaos geworden. So schlimm wird es allerdings nicht. Ihre Familie fängt sie auf, allen voran ihre Schwester Alex und ihr Onkel Mike mit seiner Familie. Bald erbt sie ein Cottage in Wimbledon und es wird ihr ein attraktiver Untermieter vor die Haustür gesetzt. Es könnte so schön sein, wenn Emma nicht von Ned schwanger wäre.

Catherine Bennetto strapaziert die Leben ihrer Figuren ziemlich. Die 28jährige Emma stürzt in kürzester Zeit von ihrer Unabhängigkeit zurück ins Teenageralter. Nur dass sie jetzt noch ein Kind erwartet. Von Ned kann sie kaum Hilfe erwarten. Er ist ein Träumer und lässt sich von jeder neuen Idee begeistern. Als verantwortungsvoller Vater kann ihn sich spätestens nach dem Leerräumen von Emmas Bankkonto keiner mehr vorstellen. Aber auch Emma stellt sich nicht immer erwachsen dar. Ihre Emotionen fahren Achterbahn, was mit der Schwangerschaft sicher auch verständlich ist. Sie kann sich in der ganzen Zeit kaum schonen, sondern findet sich ständig in nervenaufreibenden Situationen wieder. So ist es verständlich, dass sie oft überreagiert. Gleichzeitig hat sie aber auch eine tolle Unterstützung von ihrem Umfeld. An eine platonische Freundschaft mit Joe glaubt bald niemand mehr. Der trauert aber noch seiner Ex-Verlobten hinterher und trifft sie auch noch. Alles zusammen macht das Buch zu einem Wohlfühlschmöker.

Die Figuren werden nicht übermäßig tief gezeichnet und sind oft in ihren Reaktionen vorhersehbar. Mit ihren Schrullen tragen sie aber zur Situationskomik bei, die die Tragik oft auflockert. Die Kombination aus Humor und Emmas verfahrener Lage erinnert ein bisschen an Bridget Jones oder den Schreibstil einer Mhairi McFarlane. Die Protagonistin muss viel ertragen, verliert aber nie den Glauben an die große Liebe. Der Leser begleitet sie durch die Schwangerschaft und schüttelt manchmal den Kopf, freut sich mit Emma oder würde ihr am liebsten ein Taschentuch reichen. Das Buch schafft es, dass man vollkommen in Emmas Leben eintaucht und sich nach der letzten Seite wundert, dass sie keine reale Person ist.

Das Debüt der aus Neuseeland stammenden Autorin ist vielversprechend. Auf lockere Art schafft sie es, dass man sich dem Leben einer fiktiven Figur annimmt und nicht eher wieder aufhört, bis man das Ende erreicht hat. Trotz aller Überspitzungen scheinen die Szenen durchaus auch real, die auch in der Nachbarschaft passieren könnten. Von daher bekommt der Roman eine Leseempfehlung.

Leseprobe


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Author photograph (c) Jill Allan, Gem Photography

Catherine Bennetto wurde in Neuseeland geboren und ging nach England, um von Design bis Biomedizinische Wissenschaften alles Mögliche zu studieren und als Regieassistentin beim Film zu arbeiten. Mit ihrem Mann und ihren zwei kleinen Jungen ist sie überall auf der Welt zu Hause, zurzeit in den Weinanbaugebieten Südafrikas. Mehr Informationen zur Autorin unter http://www.catherinebennetto.com

 

 

 


Taschenbuch: 464 Seiten
Verlag: Aufbau Taschenbuch
erschienen am 18. August 2017
ISBN-13: 978-3746633435
Originaltitel: How Not To Fall In Love

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