Die Jungfernfahrt der Titanic

So weit die Träume tragen von Christiane Lind

Paula von Sablonski ist auf einem schlesischen Gut aufgewachsen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Luise wohnen sie jetzt in Berlin und arbeiten beim Theater. Luise schneidert die Kostüme und Paula ist eine begabte Schauspielerin. Doch plötzlich scheint ihr Stern zu sinken. Ihr Engagement wird nicht verlängert und sogar die Wohnung wird gekündigt. Der Brief eines fernen Verehrers aus New York scheint da die Rettung. Er malt ihr eine Zukunft am Broadway aus und legt sogar zwei Tickets für die erste Klasse einer Schiffsüberfahrt bei. Am 10. April soll es losgehen auf dem Schiff der Träume in eine scheinbar bessere Welt.

Christiane Lind nimmt die größte Katastrophe in der Geschichte der White Star Line als Grundlage für ihren historischen Roman. Sie verwebt dabei wahre Begebenheiten mit den fiktiven um Paula und Luise. Die Chronologie der Jungfernfahrt wurde beibehalten vom Ablegen bis zum Sinken in den frühen Morgenstunden vom 15. April. Spannung wird zusätzlich durch einen unsichtbaren Beobachter erzeugt, der Paula Briefe und Blumen in die Kabine schickt. Er treibt ein perfides Spiel, bei dem sich die Leser bestimmt einhellig auf Paulas Seite stellen.

Emotional wird es bei der beginnenden Liebesgeschichte zwischen Luise und einen Steward. Als Leser, der die historischen Begebenheiten kennt, hat man ihr ja einiges Voraus. Da man aber auch weiß, dass die meisten Passagiere der ersten Klasse gerettet wurden, hofft man dennoch auf ein Happy End. Hier spielt die Autorin eindeutig mit den Gefühlen der Leser, indem sie genügend Wendungen einbaut, sodass das Ende immer wieder offen ist. Die Charaktere sind ausreichend herausgearbeitet, sodass man mit ihnen mitfühlen kann. Es gibt Sympathieträger und eben auch andere, die man am liebsten gleich selber über die Reling stoßen würde. Sie haben Träume, Hoffnungen und Wünsche, die ihr Handeln beeinflussen. Die seinerzeit herrschende Klassengesellschaft wird ebenfalls gut nachempfunden. Hätte es doch mehr Molly Browns oder auch Paulas gegeben.

„So weit uns Träume tragen“ ist der neue Titel von „Weiße Rosen und die Titanic“. Der Roman enthält vor allem Dramatik, ein bisschen Krimi, Liebe und Freundschaft. Alles zusammen ergibt trotz der tragischen Umstände kurzweiligen Lesespaß, den ich gerne weiterempfehle.

Leseprobe

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 4803 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 364 Seiten
ISBN-Quelle für Seitenzahl: 1543055567
ASIN: B06XMXQSJS


13048190_1120181721336084_3262673538858534300_o-e1495198271151Christiane Lind hat sich immer schon Geschichten ausgedacht, die sie ihren Freundinnen erzählte, aber nur selten zu Papier brachte. Erst zur Jahrtausendwende erinnerte sie sich daran und begann Kurzgeschichten zu schreiben. Inzwischen hat sie unter den Pseudonymen Christiane Lind, Chris Lind, Laura Antoni und Clarissa Linden elf Romane bei den Verlagen Rowohlt, Thienemann, Droemer, Aufbau und Amazon Publishing veröffentlicht. Als Carolyn Lucas hat sie Fantasygeschichten im Selbstverlag publiziert.

Beim Schreiben begibt sich Christiane am liebsten auf die Spur von Familien und deren Geheimnisse, sei es im Mittelalter, dem 20. Jahrhundert oder auf anderen Kontinenten. Nach beruflichen Zwischenstationen in Göttingen, Gelsenkirchen und Bremen teilt sie heute in Kassel eine Wohnung mit unzähligen und ungezählten Büchern, einem Ehemann und vier Katern. Die Samtpfoten erwarten von Christiane, dass mindestens eine Katze in ihren Geschichten vorkommt, was inzwischen ihr Markenzeichen ist.

Mehr Informationen erhaltet ihr auf der Internetseite der Autorin.

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