Erster Fall für Feldjäger Mark Becker

 

Blutfährte von Silvia Stolzenburg

Sanitätsfeldwebel Tim Baumann meldet sich nicht zum Dienst. Der sonst zuverlässige junge Mann ist einfach untergetaucht, ohne jemandem Bescheid zu sagen. Sein Vorgesetzter ist sofort besorgt und schickt zwei Männer, um ihn zu suchen. Dass dies alles andere als Fürsorge ist, merkt man als Leser schnell. Die ausgebildeten Soldaten verfolgen den Abtrünnigen und lassen ihm fast keine Chance zu entkommen. Auch der Feldjäger Mark Becker wird beauftragt, Baumann zu finden. Als eine Leiche in einem Hotel gefunden wird, die Baumanns Namensschild an der Uniform trägt, unterstützt er die Ermittlungen der Stuttgarter Polizei. Allerdings schließt man hier zu schnell die Akte. Mark hat inzwischen eine Ahnung, was passiert sein könnte und ermittelt daraufhin auf eigene Faust.

Silvia Stolzenburg beginnt mit „Blutfährte“ eine weitere spannende Serie, deren Handlung im Stuttgarter Raum platziert ist. Schon die Einschusslöcher auf dem Cover geben eine Ahnung, was den Leser erwartet. Die Heidenheimer Autorin präsentiert ihren Lesern einen zunächst undurchsichtigen Fall, bei dem alles möglich ist. Im Bundeswehrkrankenhaus versucht man offensichtlich, etwas zu vertuschen. Unfallopfer haben merkwürdige Verletzungen und jeder schweigt unter dem vorgesetzten Arzt. Tim Baumann hat für jeden ersichtlich in ein Wespennest gestochen und ist in Lebensgefahr. Seine Verfolger werden mit aller Härte ausgestattet, die man sich niemals wünscht, kennenzulernen. Hinzu kommt der klar strukturierte Schreibstil, der in den kurzen Kapiteln stetig die Spannungsschraube anzieht. Auf diese Weise hat man als Leser immer die aktuelle Entwicklung der verschiedenen Handlungsstränge im Blick und fühlt sich richtiggehend mit einbezogen.

Gleichzeitig ist es aber möglich, unter den fiktiven Figuren seine Lieblinge zu finden. Sie werden lebendig beschrieben, sodass man fast meint, sie aus dem echten Leben zu kennen. Jeder hat außer seinem Job auch ein Privatleben, in dem es nicht immer reibungslos läuft. Der Protagonist ist nicht immer nur der Held, sondern muss auch emotionalen Stress aushalten, was ihm aber auch ganz gut steht. Ein echter Kerl trifft sich dann mit seinem besten Kumpel im Biergarten und lässt vor allem die weiblichen Leser in tröstender Absicht weitere Seiten umblättern. Für die männlichen Leser ist vielleicht die blonde Oberkommissarin Lisa Schäfer interessanter.

Das Thema ist gut gewählt, um keine zu frühe Ahnung vom Ausgang zu haben. Nichts ist störender, als wenn man zur Hälfte schon wüsste, was sich hinter dem ganzen Verbrechen verbirgt. Der Thrill entlädt sich auf einem stillgelegten Truppenübungsplatz und lässt plötzlich eine ganz andere Sichtweise auf die Tat zu. Das Debüt um Mark Becker ist so vielversprechend wie es bereits Anna Benz war. Ein weiterer Fall ist bereits angekündigt, sodass wir die Hauptcharaktere nochmal genauer kennenlernen dürfen. Für „Blutfährte“ gibt es schon mal eine klare Leseempfehlung.

Blick ins Buch auf Gmeiner-Homepage: http://www.gmeiner-verlag.de/programm/titel/1602-blutfaehrte.html

Taschenbuch: 343 Seiten
Verlag: Gmeiner-Verlag
erschienen am 8. März 2017
ISBN-13: 978-3839220696

 

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