Intrigen auf dem Floß

Der Pakt der Flößer von Ralf H. Dorweiler

 

Jacob will unbedingt mit dem neugebauten Floß von Wolfach im Schwarzwald nach Amsterdam fahren. Sein Vater, der der Schifferschaft angehört, ist zunächst dagegen, weil er ihn lieber bei der Stiefmutter und den jüngeren Geschwistern gelassen hätte, aber dann überzeugt ihn sein Ältester doch. Die Reise auf dem Holzfloß mit den gigantischen Ausmaßen ist mehr als eine Handelsreise. Sie wird für die Schwarzwälder zum Wettlauf mit dem Floß aus den Vogesen und für einige wenige sogar zum Abenteuer auf Leben und Tod.

Ralf H. Dorweiler nimmt seine Leser diesmal mit auf eine aufregende historische Reise. Das unvorstellbar große Floß mit über 500 Metern Länge will erst gar nicht in das ausgehende 17. Jahrhundert passen. Es ist aber exakt recherchiert und die fiktiven Figuren wurden authentisch vor die Kulisse gestellt. Der junge Jacob wird obendrein noch mit seiner ersten Liebe konfrontiert, die sich zwar zu ihm hingezogen fühlt, aber aus wirtschaftlichen Gründen mit einem holländischen Händler verheiratet werden soll. Diese Gepflogenheiten spiegeln ebenfalls die seinerzeit übliche Gesellschaftsordnung wieder.

Das hübsch gestaltete Cover verspricht schon eine außergewöhnliche Geschichte. Das mit Holz beladene Holländerfloß bietet nicht nur der Besatzung und einigen Passagieren Platz, sondern es führt gleich ein kleines Dorf mit sich. Um es sicher durch die natürlichen Rheinkrümmungen zu steuern, muss es auch mal wieder auseinander genommen werden. Saboteure der Reise haben hier die Chance, die Fahrt zu verlangsamen, allerdings setzen sie damit auch die Sicherheit der Menschen aufs Spiel. Im Roman liest sich das spannend wie ein Krimi, was nicht zuletzt auf den Mord gleich im Prolog zurückzuführen ist. Das offensichtlich unrechte Verhalten wirft auch immer wieder Fragen nach dem Warum auf.

Der Erzählstil ist flüssig und bindet immer wieder Informationen über Floßbau und vor allem Handel mit Amsterdam ein. Die Szenen sind farbig geschildert und die Haupt- und Nebenfiguren ausreichend detailliert ausgearbeitet. Der Spannungsbogen wird ausreichend gezogen, sodass sich die Handlungen zum Schluss zu einem Sog zusammenziehen, in dem man das Buch wirklich nicht mehr weglegen kann. Der historische Roman sollte also am besten in einem Rutsch gelesen werden.

Leseprobe: http://www.bic-media.com/mobile/mobileWidget-jqm1.4.html?buyButton=no&showExtraShopButton=false&fullscreen=yes&isbn=9783404174461

Taschenbuch: 528 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch)
erschienen am 16. Februar 2017
ISBN-13: 978-3404174461
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren

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